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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-04-26 · Heft 18 (26.4.1858) · p. Seite 242

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 18 (26.4.1858)
Date
1858-04-26
Page
Seite 242 (sequence 4)
Language
German
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„Es ergiebt sich auS diesen Thatsachen, daß der unlegitimirte Petent sich anmaßlich und unbefugter Weise als Mandatar der „altgläubigen Juden" und der „angesehensten Rabbiner des Inlands" gerirt." Es bedarf also keines weiteren Nachweises, daß die Petition von keiner jüdischen Partei und von keiner Anzahl preußischer Juden ausgegangen. Der andere Punkt ist der Beweis, den Herr Landsberger führt, daß der Petent der deutschen Schrift und Sprache völlig unkundig ist. Uebergehen wir nämlich die widrigen Personalien des p. Levin, welche Herr Landsberger erzählt, so hatte der Levin vor Kurzem einen Bagatellenproceß. „Levin hatte nämlich gegen Letzter» wegen Herausgabe eines Wechsels, mit welchem er denselben für Anfertigung verschiedener Bittschriften honorirt, unter der Behauptung, daß er Analphabet sei, geklagt und sich in seiner Klage wie folgt ausgelassen: „rch habe dieses eingewilligt und gedachten Wechsel, ohne zu lesen, da ich nicht deutsch lesen kann, wie Letzteres Actuar Janas und der Kaufmann Radlauer in Landsberg eidlich bekunden können, unterschrieben." — Herr Landsberger zieht daher den Schluß: „daß der Mann, welcher mit einer Petition „Namens der altgläubigen Juden und in Vollmacht ihrer angesehensten Rabbiner des In - und Auslands" vor die beiden hohen Häuser des Landtages hinzu treten wagt, diese Petition unmöglich verfaßt haben kann, und überhaupt gar nicht die Persönlichkeit ist, der seine Glaubensgenossen irgend ein Mandat zu übertragen sich geneigt fühlen könnten." Hatte also der Levin von keinem Juden ein Mandat und konnte er aus Unkunde der deutschen Sprache und Schrift eine Petition gar nicht abfassen: so verbleibt die Ehre eines solchen Vorganges, solcher Mittel und Wege einer gewissen protestantischen Partei, oder wenigstens einigen Stimmführern derselben, Männern, welche die Bibel stets unter dem Arme und auf den Lippen tragen, Männern, welche sich die Retter der Religion und der Gesellschaft nennen, und gegen die Unbußfertigkeit der Welt die Strafe Gottes herabrufen. Mögen nun diese Leute sich durch ihre immer wiederholte Niederlage nicht abschrecken lassen, sich immer von Neuem zu blamiren: sie werden niemals andere Bundesgenossen als den ehemaligen Schächter aus Polnisch-Krone finden. Lesefrüchte von E.n. Einige Muße, die mir die Feiertage gestatteten, verwendete ich zur Lectüre mancher mir zugegangenen Erscheinungen der neuern Literatur, und will in flüchtiger Zusammenstellung die Früchte hiervon, so weit sie für diese Blätter sich eignen, darbieten. Westermann's illustrirte deutsche Monatshefte, die nun seit anderthalb Jahren erscheinen, verdienen vollkommen das ihnen von den meisten deutschen Blättern gespendete Lob. Sie haben trotz ihrer Billigkeit bedeutend reichern und gediegenern Inhalt, wie manches andere sogenannte aristokratische Blatt, dessen Vornehmthuerei aber nur in dem unverhältnißmäßig hohen Preis und in dem zumeist ohne Urtheil und nur nach persönlicher —? vielleicht auch anderer — Neigung zu absprechendem Lob oder Tadel besteht. Beispielshalber will ich nur „die Grenzboten" nennen, wiewohl die deutsche Journalistik noch viele andere, ähnliche Blätter darbietet. Wenn nun aber gar ein Blatt: die deutsche Reichszeitung, die Monatshefte als ein Unternehmen bezeichnet, „dem wir ein gleiches nicht an die Seite zu setzen wüßten" — so kann hier nur von Deutschland die Rede sein. England und Amerika haben schon lange ihre Monthly- Magazine, und scheinen namentlich die Westermann'schen Monatshefte dem schon seit acht Jahren in New-Uork erscheinenden üarper's New monthly Magazine ziemlich getreu , selbst bis auf die Opinions of the Press — Kritik über die Monatshefte — nachgebildet zu sein. Auch der Preis ist fast derselbe: 25 Cents das Heft, nur daß Harper's Monatsheft neun volle Druckbogen, Westermann's dagegen nur sieben enthält. Außerdem tritt aber in der amerikanischen Monatsschrift der Editor sehr gewichtig auf, indem in jedem Monatshefte Editors Table, E. Eassy chair und E. Drawer stehende, zumeist anregende Artikel bilden. Eben so bringt jeder Monat: Monthly Record of current events, auch Comicalities, original and selected, und Fashions. Fällt also schon hierbei der Vergleich sehr zu Gunsten des amerikanischen Blattes aus, so dürfte dies noch mehr bei einem näheren Eingehen auf den Inhalt der Fall sein, und wollen wir nur zum Beweis hier den Aufsatz: Die Stellung

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