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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-04-12 · Heft 16 (12.4.1858) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 16 (12.4.1858)
Date
1858-04-12
Page
Seite 216 (sequence 6)
Language
German
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216 überhäufter Geschäfte die Composition einer Cantate zur Einweihung des neuen Tempels abgeschlagen, zur Aufführung einer Charade, die das Wort Felicitation darstellte, bei einem Feste der Herzogin von Sagan am 27. December vorigen Jahres eine eigens componirte Cantate lieferte. Wir rechtfertigen jedoch seine Ablehnung damit, daß Meyerbcer in seinem Genius viel weniger Fond zu einer religiösen Cantate zur Einweihuug eines großartigen Tempels als zu einer Schofercantate im Salon einer Herzogin findet. Am Ende kann Einer nicht leisten, was er nicht in sich hat. Schwedt a. O., 12. März. (Privatmitth.) Heute wurde Herr M. Libbert, der schon eine lange Reihe von Jahren Stadtverordneter gewesen, als Stadtrath in das hiesige Magistratscollegium eingeführt. Derselbe hat sich als Stadtverordneter so rühmlich ausgezeichnet, daß die Königl. Regierung zu Potsdam bei dessen Bestätigung als Stadtrath ausdrücklich seine eminente Befähigung wie seinen edlen Feuereifer anerkannt hat. Berlin, 27. März. In der am 21. d. M. stattgehabten General-Versammlung deS Vorschußvereins für hülfsbedürftige Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde berichtete der Vorsitzende (W. Caspar!) über die Mittel und Leistungen des Vereins im Jahre 1857. Durch Hinzutritt von 10 neuen ordentlichen und 5 außerordentlichen Mitgliedern, durch Geschenke, Legate u. s. w. gingen 587 Thlr. 6 Sgr. ein, so daß sich, nach Abzug der Unkosten (für Drucksachen u. dgl.) im Betrage von 55 Thlr. 26 Sgr. das Vereinsvermögen um 53 l Thlr. 10 Sgr. vermehrte, und am 31. December v. I. 5644 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf. betrug. Von dieser Summe waren an genanntem Tage 5485 Thlr. 15 Sgr. ausgeliehen, demnach ein Kaffenbestand von 158 Thlr. 23 Sgr. 6 Pf. vorhanden^ — Im vorigen Jahre wurden an 259 Vorschußempfänger 11,020 Thlr. ausgeliehen (und zwar Imal 10 Thlr., 3mal 15 Thlr., 15mal 20 Thlr., 1 mal 25 Thlr., 76mal 30 Thlr., Imal 35 Thlr., 55mal 40 Thlr.. 30mal 50 Thlr., Imal 60 Thlr., 21 mal 75 Thlr., 1 mal 90 Thlr. und 4mal 100 Thlr.); unter jenen waren 142 Handwerker, 117 Handeltreibende. Seit dem Bestehen des Vereins überhaupt, d. i. seit dem Jahre 1846 bis Ende 1857, hat der Verein 1788 Vorschüsse im Betrage von 68,180 Thlr. gewährt (bis zum heutigen Tage ist die Summe von 70,000 Thlr. bereits überschritten). — Von den Bürgen mußten im vorigen Jahre 7 (d. j. circa 3 pCt.) für die Summe von 141 Thlr. (d. i. 12/i pCt. des Ausgeliehenen) in Anspruch genommen werden. So günstig dies Ergebniß der Wirksamkeit deS Vereins im Jahre 1857 lautet, so bedauerlich ist eS, daß so viele wohlhabende Mitglieder der Gemeinde, trotz wiederholter Aufforderungen, dem Verein bis jetzt noch nicht beigetreten sind. Mögen diese Zeilen edelgesinnte Männer bewegen, durch einen einmaligen Beitrag von 20 Thlr. als immerwährende, oder durch einen jährlichen Beitrag als außerordentliche Mitglieder sich dem Vereine anzuschließen, damit Letzterer in den Stand gesetzt werde, durch vermehrte Mittel den gesteigerten Anforderungen zu entsprechen. Die Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur gegenseitigen Unterstützung in Krankheitsfällen beging vorgestern ihr Stiftungsfest durch eine General- Versammlung und ein darauf folgendes Festmahl. Die Voraussicht, die wir in diesen Blättern bei Gelegenheit der vorjährigen General-Versammlung ausgesprochen, daß die volle Lebensfrische und die innere Lebensfähigkeit dieser Gesellschaft und ihrer humanen Wirksamkeit einen immer tieferen und festeren Boden gewinnen werde, bat sich bereits in dem abgelaufenen Jahre auf das Erfreulichste bewährt. Nachdem der Vorsitzende der Gesellschaft, Herr Louis Liebermann, die General-Versammlung eröffnet und die etwas später als sonst erfolgte Abhaltung derselben, als in den Zeitverhältnissen liegend, begründet hatte, entwickelte derselbe in seinem Jahresbericht ein lebhaft erfreuliches Bild von dem immer mehr wachsenden Interesse für die Bestrebungen des Vereins, welcher, wenn auch ein Theil seiner Mitglieder von den allgemeinen Geschästsverhältnissen des vorigen Jahres nicht unberührt geblie- ' ben, doch nach Abrechnung einiger ausgeschiedenen, gestrichenen und verstorbenen Mitglieder, gegen das Vorjahr um 40 Mitglieder zugenommen und gegenwärtig circa 440 ordentliche und Ehrenmitglieder zählt. Das Vorstandsmitglied, Herr Bodenstein, erstattete hierauf den Finanzbericht des vorigen Jahres, welcher ebenfalls in materieller Beziehung einen erfreulichen Beweis von der fortschreitenden Entwickelung der Gesellschaft gewährt, indem trotz der gestiegenen und statutenmäßig überall befriedigten Ansprüche an dieselbe,

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