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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-04-05 · Heft 15 (5.4.1858) · p. Seite 208

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 15 (5.4.1858)
Date
1858-04-05
Page
Seite 208 (sequence 12)
Language
German
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i glicde eilte Alles zum geliebten Lehrer und Freunde, um seine Anhänglichkeit und Verehrung an den Tag zu legen; prachtvolle und kostbare Geschenke, herzliche Anreden und Glückwünsche bewiesen ihm, daß man seine AmtSthätigkeit und treue Seelsorge zu schätzen wußte; mit thränenvollen Augen erklärte er, „daß dieser Tag der schönste seines Lebens war"; — aber für uns war jener Tag der Wendepunkt unsrer Freude! Nur noch drei Mal vernahmen wir seine ergreifende Stimme, seine geliebten Worte von der Kanzel, bald erlosch die Lebensflamme, die uns geleuchtet und erwärmt, und als Wochenabschnitt Kirn uns am Sabbath vorgelesen wurde, übergab man in derselben Woche seine Erdenhülle dem dVw rro, den er selbst drei Monate voraus mit einer ergreifenden Rede zu einem Gottesacker eingeweiht hatte. Sein Leichenbegängniß war das größte, welches man je hier gesehen; 50 Wagen folgten dem geliebten Hirten, und die Worte, die von dem Schwager des Verstorbenen, Herrn Cantor L. Lippmanson, am Grabe gesprochen wurden, rührten Alle tief und schmerzlich. Auch nach seinem Tode gab sich die Liebe, die man dem Verstorbenen im Leben gezollt, mannigfach zu erkennen. Vorläufig wurde der Wittwe der volle Gehalt, welchen der Dahingeschiedene erhielt, für daS erste Jahr bewilligt, und die Mitglieder des „Jünglings-Vereins" stifteten einen Stipendienfonds, der durch Subscription in einigen Tagen gesammelt wurde, und dessen Zinsen am jedesmaligen Sterbetag des Seligen an einen armen Jüngling (Studirenden oder Handwerker) vertheilt werden sollen. Dieser Fonds, der bereits 1200 Rthlr. schwedisch beträgt, soll den Namen „vr. L. SeligmannS Stipendiifonds" erhalten. L.n. Rußland. AuS Litthauen, im März. (Privatmitth.) So eben bringt die St. Petersburger Zeitung No. 41. dieses Jahres folgende günstige Nachricht: Der Reichsrath hat durch Allerhöchste Bestätigung am 2. December 1857 daö Gutachten bestimmt: Als Veränderung der Paragraphen im (Swodsakon) Gesetzbuche zu verordnen: den Hebräern und ihren Familien eine ungezwungene Wohnung im Raum der 50 Werste von der gewesenen polnischen Grenze, und die Niederlassung im Raum der 100 Werste längs der erwähnten 208 Grenze im Strich der Städte und Städtchen zu gestatten. N. Anzeigen. New-Uork, Januar 21, 1858. Ein guter sin wird verlangt bei der israelitischen Gemeinde Greene Street, New - Nork. Ein Candidat hat nebst einem guten, moralischen Charakter folgende Fähigkeiten zu besitzen: nämlich eine deutliche, sich gut verständlich machende Aussprache der Gebete; eine angenehme Singstimme zu haben und guter zu sein; auch so viel Mufik zu verstehen, um einen Chor bilden und leiten zu können. Der jährliche fire Gehalt war bis jetzt 1000 Dollars (2500 Gulden); derselbe kann sich aber bis auf 1500 Doll, erheben, je nachdem der Jncumbent bei obiger Gemeinde Beifall findet. Jeder sich Meldende hat seine sämmtlichen Certificate dem Unterzeichneten Comite längstens bis 15. Mai d. I. zu übermachen und sich demselben auf eigene Kosten persönlich vorzustellen, indem am 8. Juni die Wahl dieses Dienstes vor sich geht, welche sich vorläufig auf ein Jahr beschränkt; jedoch ist die zweite Wahl aus drei und die nächstfolgende auf fünf Jahre festgesetzt. Henry Davidson, 21 6th. Avenue. Simon Galinger, 331 8th. Avenue. Zum 15. April c. soll die hiesige Cantor-, Schächter- und «^-Stelle, verbunden mit einem auskömmlichen Gehalte und freier Wohnung, anderweit — jedoch mit einem Nichtpolen — besetzt werden. Geeignete Reflectanten belieben sich deshalb baldigst persönlich an uns zu wenden. Reisekosten werden nicht erstattet. Schwersenz, im März 1858. Der Synagogen-Cultus-Vorstand. Der Obercommerzrath Israel Simon zu Hannover sucht zum Privatgottesdienst in seinem Hause gegen reichlichen Gehalt einen tüchtigen Vorsänger, der über seine Befähigung und untadelhafte Aufführung genügende Zeugnisse beizubringen vermag. Unverheirathelen wird der Vorzug gegeben. Die hiesige Religionslehrer-, Cantor- und Schächterstelle soll zum Isten Mai a. c. wieder besetzt werden. Gehalt 150 Thlr. nebst freier Wohnung und Nebeneinkünften. Reflectirende wollen sich in portofreien Briefen oder persönlich an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Miasteczko (bei Schneidemühl), im März 1858. Joseph Machol.

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