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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-03-29 · Heft 14 (29.3.1858) · p. Seite 187

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 14 (29.3.1858)
Date
1858-03-29
Page
Seite 187 (sequence 5)
Language
German
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187 eigenen Erfahrungen geprüft haben, festgesetzt wird. Es würde zu abgeschmackt sein, wenn nicht alle Rabbinen in Preußen zu einem solchen Uebereinkommen freudig die Hände bieten sollten. Gut würde es allerdings sein, würde den Vorwand, aus religiösen Scrupeln zurückzubleiben, gänzlich beseitigen, wenn baldigst eine Commission hervorträte, welche die zur Berathung kommenden Fragen gehörig formulirt bekannt machte. Um dies auf dem kürzesten Wege zu erreichen, scheint es am rathsamsten, die Zusammensetzung dieser Commission Ihrer Wahl zu überlassen, Sie werden dabei die Klippe zu vermeiden wissen, derselben den Anschein einer Coterie zu geben. So erkläre ich mich hiermit bereit, an einer Versammlung preußischer Rabbinen zu dem angegebenen Zwecke, vorbehaltlich der Zustimmung meiner Gemeinde, Theil zu nehmen und den mir zugewiesenen Arbeiten mich zu unterziehen. Dr. A. Stein, Rabbiner. Zeitungsnachrichterr. Deutschland. Bücke-urg, 5. März. (Privatmitth.) Wir machen zwar keinen Anspruch, überall bekannt zu sein und leben still in unsren engen Grenzen; wenn uns jedoch gänzlich das Dasein abgesprochen wird, so müssen wir öffentlich dagegen protestiren und von uns Kunde geben. Den statistischen Bericht aus Worms <s. No. 10.), der uns negirt, müssen wir daher dahin berichtigen, daß in Schaumburg-Lippe 3 kleine Gemeinden bestehen, zu Bückeburg (s. No. 30. des 20. Jahrg. d. Ztg.), Stadthagen und Hagenburg. Auch können wir außerdem verbessernd hinzusügen, daß sich zu Bremen seil einigen Jahren eine Gemeinde gebildet. — Ist unsre Anzahl zwar nur gering, so wollen wir dennoch nicht aus der Gesammtzahl gestrichen werden. 8. K. Hamburg, 23. März. (Erwiderung.) Aus „Altona" ist einem von mir verfaßten Artikel vom 20. October v. I. (in No. 46. d. Ang. Ztg. d. Jud.) eine „verspätete" Erwiderung in No. 12. d. I. zu Theil geworden. Styl und Haltung dieser Erwiderung überheben mich der Verpflichtung, auf den Inhalt einzugehen; nur über meine Befähigung, die Wahrheit zu wissen und auszusprechen, fühle ich mich veranlaßt, ein Wort zu sagen. Der genannte Artikel giebt sich nicht als officielle Kundgebung der Verwaltung, läßt aber jedem aufmerksamen Leser deutlich erkennen, daß er von einem den leitenden Kreisen Nahestehenden verfaßt ist. Ich bin Mitglied der Cultus-Commission dcS Hamburger ifrael. Tempels, und habe als solches den directesten Antheil an der Wahlangelegenheit, um die es sich handelt, „mit Sitz und Slimme" zu nehmen gehabt. Jene Darstellung ist auf Veranlassung der Directoren des Tempels geschrieben, dem derzeitigen wortführenden Director von mir vorher mitgetheilt und durch diesen an die Redaction d. Bl. befördert worden. Wenn daher Mittheilungen, die der Einsender anderswoher erhalten hat, mit den von mir gegebenen nicht übereinstimmen, so hat er nicht mich, sondern die anders gesprochen, der Unwahrhastigkeit zu zeihen, oder, was mir das Wahrscheinlichere ist, seine eigene Auffassung, die von bestimmten Wünschen ausging und wohl damals mit befangenem Ohr hörte, was sie zu hören wünschte; auch das Gedächtniß mag nach einem längeren Zeitraum, nachdem trübe Erfahrungen das Gemüth des Schreibers verwundet, nicht in allen Einzelnheiten treu geblieben sein. Ich kann mich wohl in den Seelenzustand Dessen versetzen, dessen Hoffnungen getäuscht worden sind, und würde den Ausbruch augenblicklichen Unmuths entschuldigt und Verziehen haben; nach vier bis fünf Monaten aber sollte bei Jedem, zumal aber bei Dem, der sich zum Lehrer des Volkes empfehlen will, so viel Ruhe und Besonnenheit zurückgekehrt sein, daß er die Linie deS Anstandes nicht überschreiten durfte, daß er weder eigene noch fremde gekränkte Eitelkeit zum Motiv eines Angriffs auf eine Anstalt machte, an der zu wirken ihm noch vor Kurzem ein Ziel des Strebens war. vr. I s l e r. Leipzig, 17. März. (Privatmitth.) Herr vr. Goldschmidt ist bereits vorige Woche hier eingetroffen, wurde Freitag Abend von Herrn vr. Landauer feierlich in den Tempel eingeführt und hielt am folgenden Tage seine Antrittsrede. — Gegen Abend wurde ein Festschmaus gegeben, wobei 60 Personen anwesend waren; unter Anderm wurde vom Cantor nebst Einstimmung aller Gäste beim Refrain ein von Herrn Reckendorf verfaßtes Lied: „Des Juden höchstes Ziel" abgesungen und mit größtem Beifall ausgenommen.

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