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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-03-29 · Heft 14 (29.3.1858) · p. Seite 186

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 14 (29.3.1858)
Date
1858-03-29
Page
Seite 186 (sequence 4)
Language
German
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186 Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. Wie wir bereits früher bemerkt haben, ist der zweite Theil von Nr. Jost's Geschichte des Judenthums und seiner Secten bereits im Drucke vollendet, eben so ist der zweite Theil von vr. Frankl's Reise nach Palästina fertig; hingegen hat sich der Druck des ersten Theiles verzögert und wir müssen daher unsere Abonnenten diesmal um Nachsicht bitten, wenn die zweite Sendung unserer diesjährigen Schriften später, als wir wünschen, in ihre Hände gelangt. — Wir sind aus demselben Grunde veranlaßt, folgende Erklärung zu veröffentlichen: Frankfurt am Main, den 15. März. Durch die Verzögerung der zweiten Sendung unserer diesjährigen Institutsschriften, welche in geschäftlichen Ursachen ihre Rechtfertigung finden mag, sehe ich mich in der Lage, so weit hierbei die zweite Abtheilung meines Geschichtsmerks betheiligt ist, um Mißverständnissen vorzubeugm, einige mir sehr wichtig scheinende Bemerkungen voraussenden zu sollen. Bor Allem wird man sich wohl schon aus der ersten Abtheilung überzeugt haben, daß ich mit möglichster Sorgfalt darnach strebe, Alles, was noch im Laufe der Herausgabe meines Werkes an neuen Untersuchungen oder selbst Vermuthungen an den Tag kommt, zu benutzen und über, dessen Einfluß auf meine Darstellung Rechenschaft zu geben. Um so eher dürfte es Verwunderung erregen, daß ich einige, allerdings noch sehr junge, aber doch schon seit einigen Monaten veröffentlichte Gedanken bedeutender Meister, welche einige Lichtstrahlen in die Geschichte werfen, die mein zweiter Band behandelt, übergangen, ja selbst in den Nachträgen nicht erwähnt habe. Ich glaube es den verehrten, um die Geschichte und Literatur vielfach verdienten Männern, einem S. L. Rapoport, einem vr. Beer, einem vr. Cassel, und insbesondere dem wohlwollenden Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift Jeschurun, Herrn Joseph I. Kodak in Lemberg, welcher die Güte hatte, mir die neuesten Hefte zeitig zuzusenden, schuldig zu sein, daß ich mich darüber ausspreche. Die einfache Thatsache ist diese: Die letzten Bogen meines Werkes waren bereits im Januar in Leipzig unter der Presse, und Anfangs Februar war das Ganze bis auf die Jnhaltsanzeige fertig. Ich benutzte in der Eile noch am 6. Februar ein noch unbedrucktes Blatt, um einige unumgängliche Berichtigungen und Zusätze anzufügen. Inzwischen hatte ich bereits den ersten Jahrgang des ■jVittP empfangen, aber dringender Geschäfte wegen, aikch um bei den kurzen Tagen meinen Augen nicht allzuviel zuzumuthen, erst nach Beendigung * der unaufschieblichen Arbeiten vornehmen können. Da fand ich denn freilich, daß der Jahrgang 1857 einen auch sonst sehr bemerkenswerthen Brief von Rapoport, worin ein wesentlicher Beitrag zur Charakteristik Maimoni's, enthält, den ich gern noch in meinem Werke theils benutzt, theils besprochen hätte; außerdem eine literarische Notiz von Dav. Cassel über Maimoni'S Schriften; und endlich brachte das neueste Heft noch Einiges von vr. Beer, das verschiedene Punkte unsres Geschichtstheils berührt. Es war aber zu spät, um jetzt darauf zurückzukommen. Nunmehr bleibt mir nichts übrig, als nur die Rückweisung auf diese Blätter und etwa manches Neue, was noch bis dahin ans Licht treten dürfte, für die dritte Abtheilung vorzubehalten, wo ich nicht verfehlen werde, auch Dasjenige, wodurch meine Darstellung eine Aenderung erleiden muß, getreulich zu vermerken. I. M. Jost. Die Versammlung der preußischen Nabbinen. Bereits hat eine Anzahl würdiger Kollegen, und zwar gerade aus den entferntesten Theilen der Monarchie zuerst, ihre Betheiligung an der zu veranstaltenden Versammlung (s. No. 10.) erklärt. Wir geben hier die geschätzte Zuschrift Eines derselben. Danzig, 15. März 1858. Die von Ihnen in Ihrem Aufrufe „An die Nabbinen in Preußen" angeregte Angelegenheit halte ich für eine so hochwichtige, daß ich sofort nach Durchlesung desselben mich gedrungen fühle, Ihnen den wärmsten Dank dafür auszusprechen, daß Sie dieselbe wiederholt zur Sprache bringen unv deren Erledigung Ihre gewichtige Fürsorge zuwenden wollen. In Preußen steht der Rabbine in allen Amtsthätigkeiten, die nicht im Gemeindestatut oder im Conlract stricte festgesetzt sind, völlig rathlos da. Es giebt aber so viele Dinge — Sie haben eine Anzahl derselben im Aufrufe genannt — bei denen es gar sehr darauf ankommt, zu wissen, daß sie von den Amtsgenossen in gleichem Sinne ausgefaßt und behandelt werden. Was kann wohlthuender sein, als wenn die Competenz, die in andern Staaten dem Nabbinen von der christlichen Behörde, oft unzweckmäßig genug, vorgeschrieben wird, durch einen Beschluß von Männern, welche dieselbe gemeinschaftlich erwogen und an ihren

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