Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 13 (22.3.1858)
- Date
- 1858-03-22
- Page
- Seite 180 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Ferrares im Elul 5572 (August 1812) zum ersten Dajan, und der kleinen um» ernannt. Während der Oberrabbiner d'Azevedo lebte, hatte er alS Dajan weniger zu verrichten; als dieser aber 4. Kislew 5583 (18. November 1822) starb, hatte er bis 6. Adar 5612 (26. Februar 1852), also ungefähr 30 Jahre, sehr viel zu thun, da er die Function des OberrabbinerS allein vertrat. R. Jacob trat am 11. TamuS 5556 (17. Juli 1796) in die Ehe mit Lea Dina Santilhano, welche sich noch des Lebens freuet. AuS dieser Ehe gewann er einen Sohn und zwei Töchter; und er hatte daS seltene Glück, zu erleben, daß sein gelehrter, ehrenhafter und allgemein geachteter Sohn Jacob van Jacob FerrareS als Oberrabbiner im Haag fungirt, einer seiner Schwiegersöhne, Herr MontezinoS, Dajan und Prediger, und der andere, Herr Beneditty, Rabbiner in Amsterdam ist. Von 1827 ab ward er während vieler Jahre bei allen durch das Gouvernement ernannten Commissionen für die Verbesserung des Gottesdienstes, Unterrichtes und die Eramina der Schullehrer u. s. w. zum Mitgliede ernannt. Ich hatte als Mitglied sehr oft Gelegenheit, seine Devotion, Liebe zu seiner Gemeinde, Frömmigkeit und Gelehrsamkeit kennen zu lernen. — Als er nun am 11. Tamus 5606 (5. Juli 1846) seine goldene Hochzeit (50-Jahrfest) feierte, war die Theilnahme allgemein, und König Wilhelm II. ernannte ihn zum Ritter deS niederländischen LöwenordenS. Als Beweis seiner Bescheidenheit gilt seine letzte Verordnung, ganz wie jedes andere Individuum beerdigt zu werden, wozu er auch vorher schon die nöthigen Anstalten gemacht. R. Jacob van Eliazer FerrareS besaß eine kostbare Bibliothek von gedruckten und geschriebenen Werken, die unter seinem Sohne und seinen Schwiegersöhnen vertheilt wurden. Dabei waren auch viele spanisch-hebr. Bücher, welche, da die spanische Sprache bei den portugiesischen Juden hier in den letzten Jahren fast ganz in Wegfall gerathen ist, keinen Werth mehr haben, und sehr oft für Makulatur verkauft werden. Er bestimmte daher, daß, nachdem seine Kinder aus diesem Theile seiner Nachlassenschaft Alles genommen, was sie für gut hielten, daS Uebrige (damit es nicht einmal als Makulatur verkauft würde bbmo ö© assum) mit ihm begraben sollte werden, so wie man sonst unbrauchbare -nso wnp (gewöhnlich nimv genannt) auf den Gottesacker begräbt. Zu diesem Ende hatte er schon bei seinem Leben eine Stelle am Fuße des für ihn bestimmte» Grabes gekauft. Dieses ist der einfache Sachverhalt, welcher Herrn Grünbaum Gelegenheit gab, gedachte Note zu schreiben. Wäre er mit diesen Umständen besser bekannt gewesen, er hätte gewiß die Pietät des hochgeschätzten Testators besser und nach Verdienst gewürdigt. Dr. S. I. Mulder, Schulinspector. Anzeige«. New-Uork, Januar 21, 1858. Ein guter yn wird verlangt bei der israelitischen Gemeinde ynw •on Green« Street, Rew - Nork. Ein Kandidat hat nebst einem guten, moralischen Charakter folgende Fähigkeiten zu besitzen: nämlich eine deutliche, sich gut verständlich machende Aussprache der Gebete; eine angenehme Singstimme zu haben und guter iwip byn zu sein; auch so viel Musik zu verstehen, um «ine» Chor bilden und leiten zu können. Der jährliche fixe Gehalt war bis jetzt 1000 Dollars (2500 Gulden); derselbe kann sich aber bis auf 1500 Doll, erheben, je nachdem der Jncumbent bei obiger Gemeinde Beifall findet. Jeder sich Meldende hat seine sämmtlichen Certificate dem Unterzeichneten Comittz längstens bis 15. Mai d. I. zu übermachen und sich demselben auf eigene Kosten persönlich vorzustellen, indem am 8. Juni die Wahl diestS Dienstes vor sich geht, welche sich vorläufig auf ein Jahr beschränkt; jedoch ist die zweite Wahl auf drei und die nächstfolgende auf fünf Jahre festgesetzt. Henry Davidson, 21 6th. Avenue. Simon Galinger, 331 8tli. Avenue. Für unsere Filial - Gemeinde Kyritz wird sogleich oder (zum zur) Mitte April e. ein Lehrer, der zugleich das Vorbeter- und Schächteramt versehen muß, gesucht. Der firirte Gehalt beträgt bei freier Station jährlich 60 Thlr. außer den Schächtergebühren und einigen Nebeneinkünften. Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse in frankirten Briefen an uns wenden. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Wittstock. Die israelitische Gemeinde zu Elmshorn (Holstein) wünscht sofort die Oberlehrerstelle zu besetzen, mit welcher außer freier, möblirter Dienstwohnung und einer genügenden Lieferung von Feuerung ein jährliches Einkommen von