Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 10 (1.3.1858)
- Date
- 1858-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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133 Schauspiel „Die Osternacht" ist in Dresden den 30sten v. M. beifällig ausgenommen worden. — Rauch's Mosesgruppe kommt für den König von Preußen in Marmor zur Ausführung, und zwar im neuen großen Atelier im Lagerhause zu Berlin. — Das „Univers israelite“ erwähnt mehrerer jüdischer Militairs im französischen Heere, die jüngst den türkischen Medidieorden erhielten. — Herr Dr. Fischel, Prediger der Portugiesengemeinde in Ncw-Uork, beabsichtigt den Kusari ins Englische zu übersetzen, und hat bereits Proben davon veröffentlicht. — In Karlsruhe verstarb vor einigen Tagen der auch auf jüdisch-literärischem Gebiete rühmlichst bekannte Arzt Dr. Höchst älter. — Man schreibt der „Postzeitung" von Bingen den 4. Februar: Unsere Armen haben einen gro«- ßen Verlust erlitten durch den schnellen Tod der Gatlin des hiesigen Banquier Marx. Dieselbe bedachte unausgesetzt und ohne Rücksicht auf das Glaubensbekenntniß die Armen mit sehr bedeutenden Spenden. Die Geistlichen aller Confessionen und ein großer Theil der Bürgerschaft folgten darum auch heute ihrem Sarge. Hannover, 4. Februar. (Privatmitth.) Am nächsten Dienstage findet zu Pattensen die Einweihung einer Synagoge statt, zu deren Baukosten unser König ein Geschenk von 150 Thalern bewilligt hatte. Dem wohlverdienten israelitischen Arzte, Herrn Dr. Davosky in Celle, ward vor einigen Tagen die Auszeichnung zu Theil, daß ihm das Diplom als Mitglied der Niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in ehrender Weise übersandt wurde. In Frankfurt a. M. hat der Senat die Anträge der gesetzgebenden Versammlung, worunter auch der auf Erweiterung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden war, abgelehnt. Es ist jedoch ein Ausschuß zur Vorbereitung weiterer Schritte beschlossen worden. In der Pfalz, wo sich nach der Zählung von 1855 die jüdische Bevölkerung auf 14,882 Seelen beläuft, sollen in der neuesten Zeit vielfache Zwistigkeiten inmitten mehrerer Gemeinden vorgekommen sein. Die israelitischen Cultusverhältnisse sind dort nämlich durch eine königliche Verordnung vom 27. Januar 1854 geordnet, nach welcher jeder Jude einer Cultusgemeinde angehören muß, deren Bildung und Auflösung jedoch nur den königl. Landcommissariaten zusteht. Sämmtliche Judengemeinden eines der vier Gerichtöbezirke bilden einen Rabbinatsbezirk. Nun hatten, da bisher in den verschiedenen israelitischen Gemeinden hinsichtlich des Gottesdienstes manche Abweichung stattfand, die vier Bezirksrabbiner eine für die ganze Pfalz gültige Synagogen- und Gebetordnung entworfen und nach erfolgter Regierungs-Genehmigung den Synagogen- Ausschüsscn und Gemeinden zur Annahme vorgelegt. Bei vielen derselben fand die neue Ordnung jedoch heftigen Widerstand, weil man die Competenz der Rabbiner bestritt, die Initiative in dieser Sache zu ergreifen. So kam es, daß der Entwurf sogar in solchen Gemeinden abgelehnt wurde, in denen die wesentlichsten Bestimmungen desselben, die durch ihn nur allgemeine Geltung erlangen sollten, längst eingeführt such. Aus London erfahren wir, daß bei Eröffnung der Winter-Session in den Gerichtshöfen von Westminster Mr. Goldsmith, ein Sohn des Baron Goldsmith, als neu ernannter 1). C., d. h. Queen’s Counsel oder Anwalt der Königin, seinen Sitz in dem innern Barreau nahm. Es ist dies das erste Mal, daß einem Juden diese Titulatur verliehen wurde, die den älter» Barristers, wenn sie nicht gar zu unbedeutend sind, im Laufe der Zeit zu Theil wird und außer dem privilegirten Sitze das Recht zu einer seidenen Robe anstatt der wollenen giebt. Preußen. Aus Schlesien, 12. Februar. (Privatmitth.) Das Löbel Rochmann'sche Ehepaar zu Gleiwitz, welches unlängst sein goldenes Ehejubiläum beging, hat von Ihrer Majestät der Königin von Preußen einen prachtvoll gebundenen und mit den Bildnissen des erhabenen Herrscherpaares geschmückten „Psalter Davids" als Ehrengeschenk erhalten. Dieselbe Auszeichnung ist einige Wochen vorher den H. Wolff'schen Eheleuten zu Nieder-Schwirklan (Kreis Rybnik), die im vorigen Herbste ebenfalls den 50. Jahrestag ihrer Verbindung gefeiert hatten, zu Theil geworden. — In einem Alter von 74 Jahren verstarb vor einigen Wochen zu Gleiwitz der durch Frömmigkeit und musterhaften Lebenswandel ausgezeichnete Jos. Ch. Kirschner, welcher in der israelitischen Gemeinde des genannten Ortes 33 Jahre lang als Cantor fungirt u»d sich — eben so wohl durch seine Berufstreue als auch durch seine sonstigen trefflichen Eigenschaften — die Liebe und die Achtung Aller in einem wahrhaft hohen Grade crwor-