Mannheim
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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-03-01 · Heft 10 (1.3.1858) · p. Seite 132

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 10 (1.3.1858)
Date
1858-03-01
Page
Seite 132 (sequence 6)
Language
German
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132 verboten, bei Leichenbegängnissen Vorträge zu halten! Der Gottesdienst zu Mannheim kann den Landgemeinden unseres Bedünkens nicht zum Muster gelten. Daß unser Schulwesen noch Manches zu wünschen übrig läßt, ist im Allgemeinen wahr. In welchem Lande aber läßt das Schulwesen nichts zu wünschen übrig? fragen wir. Unser badisches aber hält mit jedem andern eine Vergleichung aus. Man nimmt allerdings bei uns von den neuen Erscheinungen in der pädagogischen Literatur Notiz. Es sind uns Schulen bekannt, wo HaesterS Lehr- und Lesebuch, israelitische Ausgabe von Hecht, eingeführt ist und die Lehrer seit Jahren schon dieses Verfassers Buch für Mittelclassen benutzen, bevor Hecht es für israelitische Schulen umgeändert hat. Auch für den Religionsunterricht macht man in Badens Schulen von den neuen Erzeugnissen Gebrauch, wenn sie für nöthig und zweckdienlich befunden werden; behält jedoch das Alte bei, dessen Brauchbarkeit durch Erfahrung sich bewährt hat. Deshalb findet man auch Rosenfeld's Fibel, Büdinger's biblische Geschichte, aber auch Philippson's Bibelwerk in der Hand der Lehrer, und seine Uebersetzung des Pentateuchs in den Händen der Schüler. Der Herr Correspondent dürste sich die Mühe ersparen, unfern Oberrath auf die Hecht'schen Schulschristen aufmerksam zu machen. Diese hohe Behörde kennt nicht nur die Erzeugnisse der pädagogischen Literatur, sondern auch die Bedürfnisse unserer Schulen. — Die Hauptlehrcr haben Hoffnung auf Erhöhung ihrer Besoldung durch den gegenwärtig versammelten Landtag. Wir zweifeln nicht, daß auch die Besoldungen der Religionölehrer, welche bisher gleich denen der Unterlehrer 135 Fl. resp. 150 Fl. waren, wie diese, von Seiten Großherzogl. Oberraths erhöht werden. — Der Rabbinatsbezirk Merchingen hat einstimmig Herrn Dr. Julius Fürst, zur Zeit Rabbiner in Endingen, als Nachfolger des sel. Rabbiner Staadecker gewählt. Es gereicht diese Wahl sowohl den Wählern als dem Gewählten zur Ehre und u»S zur Freude, indem Herr Fürst dadurch seinem Vaterlande wiedergegeben wird, das an ihm einen dem Fortschritt huldigenden, thätigen, tüchtigen und einsichtsvollen Rabbiner erhält. Das Rabbinat Darmstadt ist noch immer nicht beseht und wird es auch so bald nicht werden, da sich die Landgemeinden von der Stadtgemeinde trennen wollen und die Regierung darüber zu entscheiden hat. — DaS Institut in Pfungstadt, gegründet von Privaten durch freiwillige Zeichnungen hessischer Gemeinden, bat bereits 60 Schüler, unter denen auch einige christliche. Wir wollen sehen, waS eS leistet. Interessant wäre eS, zu erfahren, ob man noch irgendwo wie in Hessen mit dem Begraben der Tobten so eilfertig ist. Wir waren vor zwölf Tagen bei einer Leiche, wo der Beerdigte kaum 24 Stunden, und vorgestern bei einer, wo der Beerdigte 12 */2 Stunden verschieden war. Und die Leute halten dies noch für eine wohlthätige Einrichtung!! Worms, im Februar. (Privatmitth, neuesten Statistik leben in Anhalt-Dessau-Cöthen ..... Anhalt-Bernburg Baden . . . Bayern . . . Braunschweig . Frankfurt a. M. Hamburg . . Hannover . . Kurhessen . . Hessen-Darmstadt Hessen-Homburg Lübeck . . . Mecklenburg-Schwerin . . Mecklenburg -Strelitz . . . Nassau.. . Oesterreich ...... Oldenburg ...... Preußen. ....... Reuß.. Sachsen (Königr.) .... Sachsen-Weimar .... Sachsen-Meiningen . . . Sachsen - Coburg - Gotha . . Schwarzburg-Rudolstadt. . Schwarzburg - Sondershausen Waldeck ....... Württemberg ..... Nach der 1,870 880 23,699 56,033 1,600 5,000 8,000 11,562 9,000 28,734 1,200 500 3,106 1,000 7,013 892,877 1,471 234,248 400 970 1,430 1,668 1,320 190 213 550 11,974 Totalsumme: 1,306,508 Israeliten. In Bremen, Lauenburg, Lichlenstein, Lippe - Schauenburg und Sachsen - Alrenburg wohnen keine Israeliten; die. in Holstein und Luxemburg sind von geringer Anzahl. — W. Wolfsohn' s

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