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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-02-08 · Heft 7 (8.2.1858) · p. Seite 96

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 7 (8.2.1858)
Date
1858-02-08
Page
Seite 96 (sequence 12)
Language
German
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96 ten nehmen sollen, die solche Vorkenntnisse besitzen werden, daß sie blos zur letzten Ausbildung die rabbinischen Vorträge des Landesrabbiners zu hören brauchten, das ist eine anderes ernste Frage, auf die wir später, vielleicht mit einem Factum zurückzukommen gedenken. — Lemberg, im Januar. (Privatmitth.) Wenn irgendwo der Beweis dafür gefordert werden sollte, daß es niemals allein auf das Vorhandensein der Mittel und die Stimmung der Masse ankommt, um bedeutende Schöpfungen ins Leben zu rufen, sondern vorzugsweise, daß tüchtige Männer, eben so mit Thatkrast, wie mit Einsicht ausgerüstet, an die Spitze treten, so können wir auf die hiesige Gemeinde verweisen. Seitdem Herr Dr. Schwabacher seine Wirksamkeit allhier begann, hat sich ein neues Leben für die Gemeinde aufgethan. Seine eben so für den Denker, wie für den Ungebildeten berechneten Vorträge zünden in allen Geistern, aber er begnügt sich hiermit nicht, sondern mit einem seltenen Feuereifer gründet er die umfassendsten Wohlthätigkeitsinstitute und steigt in die niedrigsten Hütten hinab, um daS^ Elend aufzusuchen, und mit Rath und That Hülfe zu schaffen. Bereits werden durch den von ihm gegründeten Verein 60 arme Kinder täglich mit Speise und Trank versorgt. Ihm zur Seite steht der vr. B. Sternberg. Drei Lehranstalten von ungefähr 1200 Kindern beiderlei Geschlechts stehen unter seiner Leitung in schönstem Gedeihen, und wetteifern mit denen unserer christlichen Genossen im schnellen Fortschreiten und Heranbildcn der Jugend. — Die letzten Cursprüfungen fielen derart glänzend aus, daß sie das Wohlwollen der Vorgesetzten Behörden in hohem Grade ansprachen, die auch ihrerseits nicht umhin konnten, die schönste Zufriedenheit über die Leitung des Schulwesens von Herrn Dircctor vr. B. Sternberg an den Tag zu legen. II. B. Anzeigen. Diejenigen jüdischen Theologen, welche zu der auf Michaelis v. I. bevorstehenden Wiederbesetzung des dann eröffnet werdenden hiesigen Landesrabbinats zu concurriren beabsichtigen, fordern wir hiermit auf: ihre Befähigung durch an uns postsrei einzusendende Zeugnisse genügender jüdisch-theologischer Bildung und politisch und religiös conservativer Gesinnung, so wie ihrer bisherigen persönlichen Stellung binnen 8 Wochen darzulegen. Schwerin im Großherzogth. Mecklenburg, den 8ten Januar 1858. Wie Commissarien im israel. Oberrathe. Erzieher-Gesuch. Eine hochangesehene Familie sucht einen Erzieher zur Leitung und Bildung ihres Sohnes. Derselbe soll gewandt, erfahren und umsichtig sein. Adressen sind an Herrn Dr. Jeüinek, Prediger der israel. Eultus- Gemeinde in Wien, zu richten. Mit dem 1. April d. I. wird die hiesige ReligionS- und Elementarlehrerstelle, verbunden mit einem Gehalte von 250 Thlrn., vacant. Hierauf reflectirende unverheirathete Lehrer, welche im Stande sind, auch öffentliche Vorträge zu halten, und ihre Tüchtigkeit im Hebräischen Nachweisen können, so wie, wenn es verlangt wird, auch den Cantordienst mit' versehen müssen, belieben ihre Franco-Offerten, mit Zeugnissen begleitet, an den Unterzeichneten Vorstand baldigst einzureichen. Neuß bei Düsseldorf, im Januar 1858. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Marcus Winter. Ein Rabbinatscandidat, der unter der Leitung eines erfahrenen Rabbiners sich praktisch auszubilden gedenkt, kann zugleich als Vicar Unterkunft finden. Bei wem? sagt Herr Rabbiner Dr. PhilippfvU in Magdeburg. Die hiesige Cantor- und Schächterstelle soll zu Ostern d. I. mit einem ffrirten Gehalt von 200 Thlrn. nebst 100 Thlrn. Nebenrevenüen besetzt werden. Qualificirte Bewerber, welche gleichzeitig als Hülfslehrer fungiren können, mögen sich baldigst beim hiesigen Vorstande portofrei melden. Reisekosten werden nicht vergütigt. Schwez, den 18. Januar 1858. Der ^Vorstand. C S. Horwiz. L. Wulfsen. H. Bieber« Die im letzten Jahre ausgeschriebene Religionslehrerstelle an der Schule zu He gen heim (Haut-Rhin, France) ist noch immer unbesetzt. Es wird verlangt tüchtige Kenntniß der hebräischen und deutschen Sprache. Die jährliche fire Besoldung ist HOO Fres. Die Bewerber haben ihre Anmeldung und Zeugnisse franco einzusenden an M. Nordmann, Rabbiner zu Hegenheim bei Basel, Haut-Rhin, France.

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