Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 6 (1.2.1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- Seite 77 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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77 Berachoth und mit Benutzung von Byrons hebräischen Gesängen). VII. David und Michal treffen Ln Geba zusammen und nehmen Abschied von einander. VIII. Kriegsbewegung der Philister. Sauls Melancholie. IX. Die Schlacht bei Gilboa, in welcher Saul und Jonathan fallen. David folgt dem Saul auf den Thron, vor Allem aber sehnt er sich in heißer Liebe nach seiner ihm theuren Michal. X. MichalS Schicksal während Davids Abwesenheit. XI. Michal verscherzt im Laufe der Zeit die Liebe Davids, sie verläßt die Residenz und kehrt in ihre Geburtsstadt Geba zurück, woselbst sie ihr einsames und trauriges Leben der Mildthätigkeit und Frömmigkeit widmet (nach Tr. Sanhedrin 19.). Mit Recht glaubt der Verfasser diesem Ereigniß ein politisches Motiv zu Grunde zu legen, weil nämlich die Ehe Davids mit Michal kinderlos blieb und Ersterer im Interesse des Landes bedacht sein mußte, demselben einen Thronfolger zu erzielen. XII. David im Alter. David und Michal sterben zu einer und derselben Zeit. Wieder ertönt die Aeolsharfe von sich selbst. — Der wackere Verfasser, welcher hier zum ersten Male öffentlich literarisch auftritt, empfiehlt sich hiermit dem Publikum hinlänglich als gewandter hebräischer Dichter. Besonders schön sind seine Wortspiele und Reime, wie z. B S. 23., 50., 58., 68., 73 —77. u. s. w.; ferner: das Bild über die Etymologie der Namen Michal und Paltiel ben Laisch aus Galim (<S* 17. und 20.), (wenngleich es zu originell ist). Was das Bild (S. 50.), wo David um den Lohn der 200 Vorhäute der Philister „in den Armen der Geliebten und im köstlichen Bette ausruht", betrifft, so hätte dieses sowohl als auch die nächstfolgende Strophe (S. 51.), welche k la George Sand gebildet find, trotz ihrem stylistischen Werthe ohne Schaden recht gut wegbleiben können. — 4) Kniga dla Upraschnenia vv’ russkom Tschtenii, l. Th eil. Ein Lesebuch zur Uebung in der russischen Sprache, zum Gebrauche für hebr. Kronsschulen. Ausgabe des Ministeriums der Volksaufklärung. St. Petersburg 1856, 8., 298. S. — 5) Die Sabier und der Sabaismus, von Professor vr. D. Chwolsohn. 2 Bände, Ler.-8. LXIV und 1673 S. St. Petersburg 1856. — Enthält: a) Die Entwickelung der Begriffe Sabier und Sabaismus und die Geschichte der Harranischen Sabier oder der syrohellenistischen Heiden im nördlichen Mesopotamien und in Bagdad zur Zeit deS ChalifatS. d) Orientalische Quellen zur Geschichte der Sabier und des SabaismuS. — 6) Biblischtalmudifche M e d i c i n. Neue Folge, oder II. Band erstes Heft; enthält die Staatsarzneikunde und die gerichtliche Medicin der alten Israeliten, 1. Riga und Leipzig 1857. 8. 51 S. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Worms, im Januar. (Privatmitth.) Nach Privatbriefcn aus Teheran wird vr. Pollak, Leibarzt des Schah von Persien, die ihm von demselben gewährte Urlaubszeit dazu benutzen, seine Verwandte und Freunde in Oesterreich zu besuchen. Seine Ankunft dürfte im März d. I. erfolgen. — In Ancona wohnen 5000 Israeliten. — Da jetzt alle Zeitungen Nekrologe und Lebensbeschreibungen der Fräulein Rachel bringen, werden wohl auch Sie Ihren Lesern eine Mittheilung über die bei einem jüdischen Mädchen noch nie dagewesene Begräbnißfeierlichkeit nicht vorenthalten; hier nur eine Notiz über die so vielfach ventilirte Frage, ob Fräulein Rachel vor ihrem Tode sich zum Christenthum bekehrte, die durch folgendes Schreiben des Herrn S. Avigdor, Präsidenten deS israelitischen Consistoriums zu Nizza, entschieden wird. Das Schreiben lautet: Mein lieber Karr! Rachel starb gestern (4. Januar) Abend um ll Uhr. In ihren letzten Augenblicken standen ihr die Tröstungen der israelitischen Religion bei, in welcher sie geboren ist. Ich in meiner Eigenschaft als Bvrwaltungspräsident deS israelitischen Cultus, schickte auf Ansuchen des Fräulein Sarah Felir, die Personen unserer Religion, welche diese fromme Pflicht erfüllen. Bereits vor zwei Monaten wurde Fräulein Rachel von den Mitgliedern deS israelitischen WohlthätigkeitsvereinS zu Nizza besucht und sprach den Wunsch auS, sie wieder zu sehen, indem sie versicherte, daß sie fest entschlossen sei, im Glauben ihrer Väter zu sterben. Damit widerlegen sich alle die absurden Gerüchte über ihre angebliche Bekehrung. — Das erste Heft der Jugend- und Schulbibliothek von K. Klein befindet sich bereits unter der Presse. — Herr Marx, israelitischer Lehrer zu Alsheim (in demselben