Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 6 (1.2.1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- Seite 76 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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76 find Alles, waS ich bijetzt für dasselbe habe thun können. Leopold Dukes. Manchester, 18. Januar. Unser berühmter ReligionSgenosse, Herr Prof. Theodor es, ist gegenwärtig mit der Anfertigung einer arabisch-englischen Concordanz über den Koran beschäftigt. Von der tiefen Gelehrsamkeit des Verfassers läßt sich etwas Tüchtiges erwarten. Mitau, im September. (Verspätet.) In gewohnter Weise erlaube ich mir über die hier auf jüdischem Gebiete unlängst erschienenen literärischen Productionen kursorisch zu referiren und beginne zunächst mit der Homiletik. 1) Predigt, gehalten am Krönungsfeste Ihrer Majestäten in der Synagoge zu Riga von dem Rabbiner Dr. A. Neumann. Riga, 1856, 8., 14 S. Der Verfasser, als vom Geiste ächter Religiosität und aufrichtiger Liebe zu seinen Glaubensgenossen beseelter Redner, ist wie von jeher in seinen sämmtlichen kernigen Vorträgen, so auch hier eifrig bemüht gewesen, diejenige Klippe', an welcher zuweilen auch begabte Redner in ihren Vorträgen scheitern können, glücklich zu umgehen. Derselbe hat nämlich auch hinsichtlich der Form und des Inhaltes dieser gegenwärtigen Predigt fich vorzüglich befleißigt, den goldenen Mittelweg einzuschlagen und sich darin weder zu vieler schmuck- und bilderreicher Ausdrücke bedient, noch auch die Grenze der Platitude überschritten. Zn klaren, einfachen, und doch erhabenen und begeisterten Worten hat derselbe vom Herzen zum Herzen gesprochen, welcher Vortrag einen wohlgefälligen und erhebenden Eindruck auf die Zuhörer nicht verfehlt hat. Da über den Inhalt dieser Schrift in diesem Blatte s. Z. bereits im Allgemeinen Erwähnung geschehen ist, so bemerke ich hier nur noch, daß der Ertrag derselben einem wohlthätigen Zwecke zugewiesen worden, und daß dieselbe in allen Buchhandlungen ä 30 Kop. Silb. zu haben ist. — 2) Als Seitenstück dieser eben erwähnten schönen Casualpredigt in deutscher Sprache, dürfte nachstehende in hebräischer Sprache von A. B. Lebensohn zu Wilna herausgegebene Broschüre bezeichnet werden. Sie führt den Titel: K’lil Jophie, „Die Krone der Schönfyeit", auch unter dem französischen Titel: La couronne de gloire, und enthält eine Ode, ein Gebet und eine Homilie zum Krönuugsfeste Sr. Majestät des Kaisers Alexander II., Wilna, 1857, 8., 35 S. Der Name des Verfasserhat in der hebräischen Sprache und Literatur einen zu renommirten Klang, als daß ich hinzuzufügen nöthig hätte, daß auch das hier erwähnte Gedicht rc. von ausgezeichnet schönem Style, mit warmer Begeisterung und gediegener Klarheit ausgedrückt ist. Außerdem sind unter dieser Branche, wenngleich blos in bibliographischer Beziehung, noch zu erwähnen: s) 0 8 Me lech (Königs-Sieg). Ein Vortrag am Krönungsfeste rc., gehalten in hebräischer Sprache in den Synagogen zu Libau, Pilten und Windau, von Rabbiner M. Z. Jsraelsohn (ins Deutsche übersetzt). Riga, 1857, 8., 34 S. — b) Zum Krönungsfeste Ihrer Majestäten u. s. w, vorgetragen von dem Rabbiner-Gehülfen zu Riga, I. E. Riwlin. (Treu übersetzt aus dem Ebräischen.) Riga, 1856, 8., 12 S. — 3) Ahbat David u-Michal, oder: L’Amour de David et Mical, poeme romantique de Tecrilure sainte. Verfaßt und herausgegeben von Leon Gordon, Lehrer der hebräischen Kronsschule zu Poniwesch. Wilna, 1857. 8. 116 S. — Der Inhalt dieses romantischen Gedichtes bildet eine an Form und Stoff sehr gelungene Charakterschilderung der ursprünglich heißen Liebe Davids zu Michal, der Tochter Sauls, seit der Zeit, wo selbige sich zum ersten Male kennen gelernt haben, bis zu deren Tod, und zerfällt in 12 Gesänge, nämlich: I. Topographische Schilderung der Stadt Geba und deren Umgebung. Sauls Palast. Die schöne, tugendhafte Michal lernt den Hirten David auf einem einsamen Spaziergange kennen und liebt ihn. II. David verlaßt seinen Hirtenstand und erscheint als tapferer Krieger, so wie auch als Meistersänger am Hofe Sauls. III. David entlockt seiner Lyra vor dem Fenster Michals die lieblichsten und rührendsten Weisen; Michal giebt ihm die schönste Hoffnung und entflammt ihn dadurch zu Helventhaten (nach Psalm 45.). IV. Die Liebe ermuthigt ihn zu dem Siege über die Philister, er erschlägt Goliath und wird im Triumphe in die Stadt geführt. V. Saul wird auf David eifersüchtig, veranlaßt ihn wiederholentlich mit den Philistern zu streiten, David siegt und bringt als Trophäe 200 Vorhäute derselben, wodurch er Michal zur Gattin erhält. VI. Saul stellt David nach und Michal errettet ihn. Die von selbst spielende Aeolsharfe (nach Talmud Tr.