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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-01-25 · Heft 5 (25.1.1858) · p. Seite 66

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 5 (25.1.1858)
Date
1858-01-25
Page
Seite 66 (sequence 10)
Language
German
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standes, einen gütlichen Vertrag mit der Gemeinde Staufenberg zu Stande zu bringen, waren vergebens. Einige Monate sind wieder verflossen, und der Vorstand hat keinen weiteren Schritt in dieser Sache gethan. Wäre es nicht Pflicht desselben, die Sache mit Energie zu betreiben und Alles aufzubieten, um einen gerichtlichen Bescheid — falle er zum Vortheil oder Rachtheil aus — zu erzielen? — Aber statt dieser Ausführung begnügt sich der Vorstand mit einem „Abwarten der Sache", was nach Verlauf einiger Zeit auch nicht mehr nöthig sein wird, da durch die Fortsetzung der Arbeiten im Steinbruche die Grenze des Friedhofs gänzlich zerstört werden wird (waS zum Theil jetzt schon geschehen ist), wodurch der genannte Gemeinde- Verband gar nicht oder nur auf sehr schwierige Weise zu seinem Rechte gelangen wird. B. P...t. Österreichischer Kaiserstaat. Aus dem Banat, Januar. (Privatmitth.) Eben so wie inAlt - Osen, ist die Gemeindeschule zu Szegedin zu einer öffentlichen Hauptschule ernannt worden. Daß Herr Rabbiner Löw in Szegedin eine Monatsschrift für jüdische Theologie herauszugcben beabsichtigt, haben Sie schon gemeldet. Sonderbar klingt es aber, wenn Herr Löw in seinem gedruckten Circular an die Mitarbeiter dieselben auffordert, sich der hebräischen und griechischen Citate zu enthalten, weil in dem neuen Athen hebräische und griechische Lettern nicht zu haben sind. Es ist doch ein curioser Gedanke, eine Monatsschrift für jüdische Theologie zu ediren und dabei alle hebräischen Citate ausschließen zu wollen! Hat vielleicht Ben Chananja (der hebräische Titel dieser Zeitschrift), der doch auch Griechisch verstanden hat und deshalb am römischen Hofe wohlgelitten war (siehe Grätz' Geschichte der Juden IV.), nur magyarisch gesprochen? Doch ist von dem eminenten Talente des Herrn Löw das Beste zu hoffen. Ad vocem jüdische Theologie wenden wir uns zu den jüdischen Theologen in Ungarn. Die Regierung, die mit aller löblichen Energie die jüdischen Schulen in Ungarn regelt, wendet auch den Rabbinatcn ihre volle Aufmerksamkeit zu. Es werden neue Rabbinate und Bezirksrabbinate creirt und die Gemeindeverhältniffe so viel wie möglich geordnet. Leider herrschen die größten Zerwürfnisse zwischen Rabbinen und Gemeinden, wie Sie dergleichen in dem großen Kaiserstaate nirgends finden — die zu den traurigsten Ercessen Anlaß geben, und wo Beide, Rabbiner und Gemeinden, Mitschuldige sind. Hier ist es nicht religiöse Differenz, da Sie diese Uebelstände bei orthodoren und nichtorthodoren Rabbinen antreffcn! Am meisten aber sind die Gemeinden zu verdammen, die contractlich ihre Rabbinen gewöhnlich auf drei bis vier Jahre aufnehmen — und man geht darum bei der Wahl nicht mit dem geziemenden Ernste zu Werke, da man doch drei bis vier Jahre Prokuren kann — und daS Ende von diesem Gebühren können Sie sich denken!! Die Rabbinen suchen ihre Pfründen recht tüchtig auszubeuten, und darum die Beschuldigung des Eigennutzes rc. rc.! In Neusatz ist es deshalb zwischen dem Rabbiner und der Gemeinde zu förmlichen Denunciationen gekommen — und in Weßprin zu Raufereien. Tactvoller ist die Gemeinde zu Gr. Becskerek zu Werke gegangen — und sie hat ihren früher begangenen Fehler durchaus gut zu machen gesucht, daß sie ihren Rabbiner, Herrn D. Oppenheim, früher in Jamnitz, der sich in kurzer Zeit die allgemeine Liebe sämmtlicher Gemeindeglieder erworben, definitiv angestellt hat. Ueberhaupt kann das Verfahren der Gemeinde zu Gr. Becskerek bei der Anstellung ihres Rabbinen allen Gemeinden zur Nachachtung empfohlen werden. Der Vorstand hat sich theils brieflich an die vorzüglichsten Rabbinen des In- und Auslandes, an die Herren Manheimer, Schwab, Philippson u. s. w. gewendet, und auf deren Anempfehlung ist Herr Oppenheim, ohne Probepredigt rc., ausgenommen worden. Der Vorstand setzte sich mit dem Genannten in Unterhandlung und zwei achtbare Gemeindeglieder lernten ihn persönlich kennen und schlossen die Verhandlung ab. — Möge dieses Beispiel allgemeine Nachahmung finden und es würde um die religiösen Verhältnisse in Ungarn viel besser stehen!! Rußland. Mitau, im August. (Privatmitth. Verspätet.) Die diesjährige Session der Rabbiner-Commission in St. Petersburg ist bereits beendet und Herr Rabbiner Di'. Neumann nunmehr auch wieder nach Riga zurückgekehrt. So weit allgemein verlautet, sind die

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