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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-01-04 · Heft 2 (4.1.1858) · p. Seite 24

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 2 (4.1.1858)
Date
1858-01-04
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 ßerordentlichen Parlamentssitzung, die eben stattgefunden, die Frage über den Eintritt unsrer Glaubensgenossen ins Parlament abermals zur Verhandlung gekommen. Man spricht diesmal mit größerer Entschiedenheit alS je die Gewißheit aus, daß der Sieg auf unsrer Seite sein werde. Wir haben dieselben Zweifel, und obgleich, oder vielleicht weil man die Drohung ausspricht, daß, wenn diesmal die Bill durch das Oberbaus verworfen würde, die Sache vom Unterhause durch eine einfache Resolution erledigt werden solle, indem es sie als eine das Unterhaus selbst nur betreffende Angelegenheit betrachten würde, fürchten wir, daß das Oberhaus durch sein ablehnendes Votum von vorn herein gegen dieses letztere Verfahren protestiren werde. Wir geben den folgenden Bericht aus der „Augsb. Allg. Zeitg.", die freilich mehr die oppositionellen Meinungen hervorhebt. „Auf LordJohnRussells Antrag bildet sich das Haus als Comite zur Erwägung der Parlamentseide, und er sucht dann die Genehmigung nach, eine Bill einzubringen des Inhalts, daß ein ins Unterhaus gewähltes jüdisches Mitglied nicht verpflichtet sei, die Formel „beim wahren Glauben eines Christen" nachzusprechen. Obwohl nochimmer der festen Ansicht, daß es dem Unterhaus rechtlich unbenommen bleibe, die Frage auf dem Resolutionsweg zu lösen, wolle er doch aus Rücksichten der Versöhnlichkeit den alten Weg einschlagen. Sir Fred. Thesiger ist erfreut, daß Lord John Russell auf den verfassungsmäßigen Pfad zurückgekehrt sei, und warnt ihn vor einem Rückfall in das Gelüste, die Sache durchzutrotzen. Uebrigens werde er die Bill bei der zweiten und dritten Lesung unnachgiebig bekämpfen. Die Herren Dillwyn, Bentinck und Newdegate werfen eben so ihren Fehdehandschuh gegen die Bill hin. Herr Cor hält es für unwürdig, daß Ober - und Unterhaus aus diese Art mit den Juden Ball spielen. Könne man zweifeln, daß das Resultat das alte sein werde? Er fordert Lord John Russell dringend auf, endlich Ernst zu machen, und die Judenemancipation mittelst Resolution zu bewerkstelligen. Herr Pease bedauert, daß viele Mitglieder dem Christenthum so wenig Lebenskraft zutrauen, und es durch die politische Gleichberechtigung der Juden zu gefährden fürchten. Herr I. Butt erklärt: auch er habe früher gegen die Juden gestimmt, werde aber jetzt für sie stimmen. Er habe eingcsehen, daß das Christenthum auf einer stärkern Grundlage ruhe, als es eine Phrase in einer Parlamentsacte ist. Herr S tan Hope fragt: wenn man die Juden ins Haus lasse, wie wolle man dann Indien nach christlichen Grundsätzen regieren? Herr Darby Grisfiths erklärt sich für den Antrag. Das Haus der Gemeinen sei ja keine Religionsanstalt. Herr Walter vergleicht die Judenscheu mit der indischen Angst vor den Fettpatronen. Herr AdamS protestirt gegen den Versuch, das Haus zu Gunsten der Juden zu terrorisiren. Lord John Russell erwidert: die Sache sei für die City von solcher Wichtigkeit, daß, im Fall die Bill wieder scheitern sollte, die Resolution unvermeidlich werden dürfte. Herr Coningham glaubt, daß diesmal, trotz aller Opposition, die Judenfrage einer günstigen Entscheidung entgegen gehe. Herr A. Stuart bekämpft die Judenemancipation schon aus politischen Gründen. Kein Jude könne sich jener Eigenthümlichkeiten entkleiden, die ihn zum Gesetzgeber unfähig machen. Die Einbringung der Bill wird genehmigt." Die erste Lesung der Bill fand statt und wurde die zweite Lesung auf die im Februar zu eröffnende Parlamentssitzung verschoben, da die außerordentliche Session keine Zeit mehr gewährte. Die Schweiz. Endiugen, 18. December. lPrivatmitth.) Ich halte mich verpflichtet, beiliegenden Aufsatz, welchen ich in den zu Bicl erscheinenden „Schweizer Handelscourier" habe einrücken lassen, zur weiteren Veröffentlichung zu übersenden» Derselbe gewährt auswärtigen und namentlich den amerikanischen Glaubensbrüdern einen Einblick in die Verfasfungsverhältnjsse, und wohl auch Material zur Beseitigung etwaiger Einwände von Verfassungswidrigkeit. Ich hatte diesen Aussatz zuerst in den von Landammann Keller, Präsident des Nationalraths, redigirten „Schweizerboten" in Aarau eingesendet, welches Blatt im Allgemeinen zur liberalen Farbe zählt. Derselbe hat ihn zwar später gebracht, sich aber weder für noch gegen die Sache ausgesprochen, ja in einigen vorausgesandten Worten gewissermaßen die Verantwortlichkeit von sich abgelehnt. Ich halte die Veröffentlichung dieses Aufsatzes gegenwärtig für um so wichtiger, weil auch die belgische Regierung beim Bundesrath den Abschluß eines gegenseitigen NiederlaffungsvertragS

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