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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-01-04 · Heft 2 (4.1.1858) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 2 (4.1.1858)
Date
1858-01-04
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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20 mit den dortigen Zuständen nicht bekannt sind, so wird es nur dieses Winkes bedürfen und ein Berufener wird jene Vorwürfe als „falsch" zurückweisen können. — Der schwäbische Merkur und auch die Zeitung des Judenthums bringen ein neues Buch angezeigt: Der Hausfreund in israelitischen Familien. Ein Festgeschenk für die Jugend und Erwachsenen, erbaulichen, belehrenden und unterhaltenden Inhalts. — Referent erbat sich das Buch von seinem Buchhändler zur Einsicht und erkennt in dieser Schrift mit verändertem Titel und Weglassung des Namens des Verfassers „Lamnifromms Lesebuch für israelitische Schulen." Der Verfasser wird gewiß diese Metamorphose seines Buches nicht selbst veranlaßt haben, da eine solche Täuschung des Publikums ihm nicht in den Sinn kommen kann. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Auö Württemberg, im December. (Privatmitth.) Die ähnliche Erfahrung, wie bei den israelitischen Volkslehrem, die ihre Stellen verlassen, um anderwärts und anderweitige Unterkunft zu finden, so daß Mangel an israelitischen Lehrern eingetreten ist, machen wir jetzt auch bei unseren Rabbinen. Rabbiner Güldenstein in Buchau wurde vom israelitischen Cultusvorstande zu Alzei berufen, um am Sabbath-Chanukka dort den Gottesdienst zu leiten, behufs der Uebernahme des dort erledigten Rabbinats. Rabbiner Güldenstein hat in seinem zehnjährigen Wirkeri in Buchau sich als tüchtiger Seelsorger bewahrt, hat aus freien Stücken sich dem Präceptorats-Eramen unterzogen, das ihn befähigt, Lehrer an höheren wissenschaftlichen Anstalten zu sein, auch in neueren Sprachen hat er beim König!. Studienrathe seine Lehrfähigkeit dargelegt und die von ihm begründete Vorschule für classische Studien, von 30 Schülern besucht, hat bei den Prüfungen durch den Königlichen Kreisscholarchcn der schönsten Anerkennungen sich zu erfreuen gehabt; wenn er nun trotzdem seine Stelle zu vertauschen wünscht, so liegt der Grund in dem kategorischen Imperativ des 2» fites t» vraV' — Zwar nimmt in keinem deutschen Staate der jüdische Cultusbeamte eine so gesetzlich gewährleistete Stellung ein, wie bei uns, denn er ist seinen christlichen Amtsgenossen ganz coordinirt und er ist sogar noch Verwaltungsbeamter, da er die finanziellen Zustände der Cultgemeinde zu überwachen hat; aber gerade im Verhältnisse zu seinen Leistungen ist der fire Gehalt von 525 Fl. mit noch etwa 200 Fl. Emolzimentcn gering. Wir können eS darum dem strebsamen Rabbinen Güldenstein nicht verargen, wenn er den Ruf nach Alzei annimmt, wo er das von Adler glücklich begonnene Werk in einer wackern Gemeinde mit der Hülfe Gottes fortzusetzen gedenkt und gewiß wird Güldenstein seinem schwäbischen Vaterlande Ehre bringen. — Das Rabbinat Mergentheim ist dem bisherigen Rabbinatsverweser Sänger daselbst definitiv überragen worden. — Nach Lehrensteinsfeld wird wohl wieder ein Ausländer berufen werden. Preußen. Quedlinburg, im December. (Privatmitth.) Der hiesige israelitische Kaufmann Louis Löser, welcher seit 1850 Schiedsmann und seit 1847 Stadtverordneter ist, wurde jetzt wieder auf sechs Jahre als Stadtverordneter gewählt. Trotz aller Agitation war er der Erste, welcher in seiner Wahlclasse mit Majorität gewählt wurde; die übrigen Candidaten derselben kamen auf die engere Wahl. Es ist dies Ereigniß um so mehr hervorzuheben, da der Ort nur 10 —12 jüdische Familien besitzt. Auö Schlesien, 23. December. (Privatmitth.) Am 10. d. M. hat in der Gemeinde Breslau die Ergänzungswahl für das Repräsentanten-Collegium stattgefunden. Es sind 8 Repräsentanten und eben so viele Stadtverordnete gewählt worden. Die neu gewählten Repräsentanten sind die Herren: Dr. med. Lobethal, Dr. Borchert, I. Haber, S. Oppenheim, H. Joachimson, Moritz Sachs, Ad. Sachs und S. Weigert. Herr Dr. Lobethal hatte 504 Stimmen erhalten. Bon demselben sei noch bemerkt, daß er Anfangs Februar k. I. sein 25jähriges Doctor-Jubilaum begeht, und zu dieser Feier jetzt schon Vorbereitungen getroffen werden. — Für die neu zu erbauende Synagoge in Breslau sind fünf verschiedene Plätze in Vorschlag gebracht, von denen einer — und, wie sich von selbst versteht, der am ineisten geeignete — noch vor Ablauf dieses Jahres gewählt und zu dem bestimmten Zweck angekaust werden soll. — Geiger's „aufgefundener Brief«

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