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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-01-01 · Heft 1 (1.1.1858) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 1 (1.1.1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Dr. Weil ist, wünschen. — Unser unermüdeter Jost giebt eine sehr lehrreiche Abhandlung über „die jüdisch-deutsche Sprache." — Ein Schwank von Dr. Francolm, „der verwunschene Cantor," ist mit wahrem Humor erzählt. — Die Hasmonäer von Stein, beurtheilt von Dr. Huhn in Manheim, werden, wie wir hier erfahren, bald im Druck erscheinen. Aus dem im Jahrbuche mitgetheilten Acte laßt sich kein Urtheil bilden. Die übrigen poetischen Gaben, besonders die von Kämpf und Tendlaw, sind wohlgelungen. Doch hat der Herausgeber ein Gedicht von Alerander Elsäßer, „Toost", S. 72 so verstümmelt, daß der Kritiker heute den Dichter gegen den Rothstist des Herausgebers in Schutz nehmen muß. Gelegenheitlich werden wir das Gedicht anderwärts vollständig geben. — Rückblick und Jahreschronik enthalten des Interessanten viel und Niemand wird das Jahrbuch unbefriedigt aus der Hand legen, dessen Kalender vom 20. September 1857 bis zum letzten December 1858 reicht und auch viele merkantilische Notizen enthält. Von Leopold Lammfromm in Buchau ist im Selbstverläge des Verfassers erschienen: „Freudenklänge gläubiger Seelen Ä22 nrrato. Ein Erbauungs¬ und Unterhaltungsbuch." Volksbücher alter Zeit dem Volke wieder nahe zu bringen ist ein großes Verdienst, und eine Schrift, die einmal zum Volks buche geworden, ist eine gute; hier gilt gewiß: „vox populi, vox Dei!“ DaS Unternehmen des Herrn Lammfromm wäre daher ein verdienstliches, wenn er den alten nn:ato W22 wiedergegeben hätte, aber unterschieben dürfen wir bei Volksbüchern nichts, und so brav im Allgemeinen das Buch gehalten ist, das Erzählungen und Gleichnisse, Betrachtungen, Sinnsprüche und Lehren der Weisen enthält und eine gute Lectüre für Alt und Jung bietet, so haben wir das daran zu tadeln, daß es das nicht ist, was es sein sollte, die Uebertragung eines alten Volksbuches. In Mainz hat vor Kurzem die Presse verlassen: bsnitt*' ^18 Synagogenchöre (ohne dazu gehörige Soli), ausführbar mit und ohne Orgelbegleitung. Gesammelt, arrangirt und componirt von Albert Mayer, Chor-Dirigent, und I. Staab, Organist. In Commission bei David Rapp. 8 Sgr. ----- 28 kr. Die Chöre sind einstimmig gesetzt, in leichten Tonarten. Wir pflichten dem Verfasser vollständig bei, wenn er in der Vorrede sagt, daß die künstlich complicirten vierstimmigen Chöre nicht auf die Dauer zu halten und eigentlich Synagogen-Concerte find. — Diese Erfahrung haben wir in Württemberg gemacht; die von der k. Oberkirchenbehörde herausgegebenen vierstimmigen Choralmelodien können in Landsynagogen nicht ausgeführt werden; dagegen die Braunschweiger sind allgemein beliebt und diese einstimmigen eignen sich trefflich, um dir Responsorien zwischen der Gemeinde und dem Vorbeter wieder wechseln zu lassen. Einige unbedeutende Verstöße gegen die Rhythmik ausgenommen, wo z. B. auf ein 8e1iwa ein schwerer Tacttheil kommt, ist das Arrangement der Chöre vortrefflich und bei der beispiellosen Billigkeit allen Synagogen zur Einführung zu empfehlen.» Von Professor Dr. Döllinger ist im Verlage von Manz in Regensburg erschienen: „Heidenthum und Judenthum. Vorhalle zur Geschichte des Christenthums." Das Werk will das Heidenthum der vorchristlichen Zeit darstellen, sein Religionswesen, seine Denk- und Anschauungsweise, die Philosophie, Leben und Sitten. Bei der Darstellung des Heidenthums zeigt der Verfasser eingehenden Forschergeist, der sehr gelungene Kombinationen zu stellen weiß; selbstverständlich ist das Werk zugleich Geschichte der Culte und der Philosophie. Sehr sorgfältig sind all die heidnischen Culte, die die Bibel erwähnt, behandelt, und auch jüdische Quellen dabei benützt. Das Heidenthum umfaßt „neun" Bücher auf 734 Seiten. Das Judenthum wird im 10. Buche auf 125 Seiten abgefertigt. Von anderen Geschichtschreibern sind Ewald und Grütz stark benützt; dagegen scheinen dem Verfasser die jüdischen Quellen, Talmud und Midraschim, aus eigener Anschauung fremd zu sein. Der Herr Redacteur dieser Blätter wird vielleicht Gelegenheit nehmen, dieses Werk eingehender zu besprechen. Leipzig, 23. December. Vom zweiten Bande des Saron, Novellenbuch vonvr. Philippson, welchen das Institut im vorigen Jahre brachte, wird, vieler Nachfrage zufolge, binnen Kurzem ebenfalls eine dritte Auflage erscheinen. Diese Erscheinung, daß von einem Werke, welches bereits in 4000 Eremplaren verbreitet ist, eine neue Auflage nothwendig ist, ist von Seiten des Publikums ein so glänzender Beweis der Anerkennung, daß der Verfasser nur dankbar sein, und sich zu weiterer Anstrengung ermuthigt fühlen muß. Aus Galizien, 18. December. Von der in diesen Blättern bereits erwähnten theologischen Zeitschrift, welche Herr Oberrabbiner Leopold Löw zu Szegedin herauszugeben beabsichtiget, liegt uns bereits ein Prospectus 1

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