Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Magdeb urg,, 21. December. Von der lithographischen 2lnsta!t des Herrn I. Frankfurther find neue, sehr schöne Confirmandenscheine für Israeliten erschienen, welche höchst empfehlenswerth find. Das Format ist groß , die Schrift sehr deutlich, die für Ausfüllung bestimmten Räume angemessen, und die Verzierungen bilden ein schönes Tableau; die letzteren sind aus den heiligen Alterthümern Israels entnommen und von Palmen zierlich beschattet. Die Confirmandenscheine werden in zwei Ausgaben erlassen, die eine in Thondruck zum Preise pro Eremplar 4 Sgr., pro 25 Erempl. 2 '/s Thlr.. die andern pro Eremplar 3 Sgr., pro 25 Erempl. 2 Thlr. Leipzig, 20. December. Von der zweiten Auflage des Philippsonschen Bibelwerkes sind vom ersten Bande die 6. und 7. Lieferung (jede zu 10 Bogen) soeben versandt. Der Druck geht schnell vorwärts und hat in diesem Augenblicke schon den 97. Bogen erreicht. Den Theilnehmenden wird die Mittheilung Freude machen, daß auch diese zweite Auflage (1500 Exemplare) einen so außerordentlichen Erfolg hat, daß bereits ein sehr großer Theil derselben verkauft ist.*) — In derselben Baum- *) Herr BezirkS-Rabbiner Schott in Bühl schreibt uns, mit Bestimmung für die Oeffentlichkeit, folgende uns sehr erfreuliche Zeilen: „Die Ankündigung von der 2. Auflage Ihres Bibelwerkes,, dem ich kein Beiwort beilege, weil ich fürchte, daß jedes zu schwach wäre, hat sicherlich allenthalben die freudigste Sensation erregt. Erwägt man die Stärke der 1. Auflage und den hohen Preis eines ganzen Eremplars, so gereicht die schnelle Rothwendigkeir einer neuen Auflage sowohl Ihnen, als auch den Abnehmern zur hohen Ehre. Es ist dies eine vielleicht noch nie da gewesene Erscheinung aus dem Gebiete der jüdischen Typographie. Die größte Anerkennung verdient auch, daß, wie ich au dem ersten Hefte wahrgenommen, die neue Auflage mancherlei Verbesserungen hinsichtlich der Correetheit der Vocale und auch der bestimmteren Fassung an einigen Stellen des Kommentars enthält. In letzterer Beziehung erwähne ich z. B. die Aufzählung der sieben noachitischen Gebote. — Die Zugabe der Haphtaroth ist aber von besonderer Wichtigkeit, es wäre jedoch, wie mir auch der hiesige Lehrer äußerte, sehr zu wünschen, daß auch den Besitzern der 1. Auflage möglich gemacht würde, die Haphtaroth zu erhalten. Denn mancher Lehrer war wohl im Stande, sich den Pentateuch, aber nicht die ganze Bibel anzuschaffen, und würde ein großes Bevürfniß befriedigt finden, wenn er auch Ihre Ueberfetzung und Erklärung der Haphtaroth erhalten könnte." — (Wir bemerken hierzu, daß bereits wieverholt angekündigt worden, tmß das „Buch der Haphtaroth" auch einzeln zu kaufen sein wird, da es zwar in gärtnerschen Verlagshandlung ist der Druck deS dritten Bandes des Siloah, Predigtsammlung von vr. Philippson, soweit vorgeschritten, daß er bis Neujahr vollendet und im Laufe des Januar verschickt werden wird. Magdeburg, 23. December. Das Trauerspiel Jojachin von 0r. Philippson, von welchem der erste Act in No. 39 — 41 des „jüdischen Volksblattes" als Probe gegeben war, ist vollendet, und bereits unter der Presse.*) Bei der Originalität des Gedankens, der in dieser Dichtung durchgesührt wird, wird sie sicherlich die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Jebenhausen, im December. (Von Alerander Elsäßer.) Bei Auffarth in Frankfurt a. M. ist der „Volkskalender und Jahrbuch für Israeliten auf das Jahr 5618 — 1858 — von K. Klein" erschienen. Der Herausgeber hat die jüdische Almanach- Literatur begründen helfen und seiner Ausdauer ist es gelungen, den 16. Jahrgang heuer zu bieten. Die Mitarbeiter sind fast die alten, als neuen begrüßen wir W. O. v. Horn, der eine Thatsache im Dorfgeschichten- Styl in der Erzählung „die Klüfferather und der Jude" wiedergiebt, die ein ähnliches Ereigniß. wie datz „Lied vom braven Manne" behandelt. Diese Erzählung würde sich besonders zur Mittheilung im jüdischen Vvlksblatte eignen und dürfte somit dem Klein'schen Kalender zur besten Empfehlung gereichen. Die Biographie Gabriel Riessers von Dr. I. Weil ist eine eben so schone, als tüchtige Lebensschilderung eines Mannes, der es werth ist, einen so wackern Biographen gefunden zu haben, und wir möchten jedem Biedermanns, der in die Geschicke seines Volkes so erfolgreich eingegriffen, wie Gabriel Riesser in die des jüdischen und deutschen Volkes, einen so gewandten und wahrheitsliebenden Biographen, wie Herr Format und Typen der Bibel ganz gleich gedruckt wird, aber besonders paginirt und mit besonderem Titel; auch heben wir nochmals hervor, daß die in diesem Buche gegebene Auslegung nicht ein Abdruck unsres Kommentars der betreffenden Stücke aus unsrem Bibelwerke, sondern eine neue, insonders homiletischer Art sein wird. Dem Wunsche Vieler zu genügen, wird der neuen Auflage des Pentateuchs auch eine Tabelle des dreijährigen Cyklüs beigegeben, vr. L. Phil.) *) Wir bemerken hier, daß während unsrer Entsetzung im Sommer der Abdruck des ersten Actes des Jojachiu im „jüdischen Volksblatt" aus dem undeutlichen Manuskript sehr mangelhaft ist. vr. L. Phil.