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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-01-01 · Heft 1 (1.1.1858) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 1 (1.1.1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 daß man eine solche herkulische Arbeit nur von den slavischen Talmudgelehrten verlangen unv erwarten kann, allein der Herausgeber hätte hier nur Den Seder Hadoroth zur Hanv nehmen sollen, so würve er vermittelst dieser Secunvarquetle alle Citate des Juchafin gefunden und auch auf alle Verschiedenheiten der Lesearten aufmerksam gemacht worden sein. Was sollen wir aber ferner zu Der Entschuldigung des Herausgebers sagen, daß er die Citate aus dem Talmud Jeruschalmi deshalb nicht anzugeben vermochte — weil er keinen besitze! Wie, von den berühmten öffentlichen und Privatbibliotheken Englands sollte der Herausgeber keinen Talmud Jeruschalmi erlangen, oder die 8oeiel^ nicht einige Gulden zu dessen Ankauf hergeben können? Was die Zusätze und Anmerkungen betrifft, so sind solche rherls überflüssig, theils fehler- und mangelhaft. Üeberflüssig sind die beigedruckten Randglossen von Jacob Emden (Jaabez), die fast alle im Seder Hadoroth enthalten sind, nur daß wiche hier zuweilen unverständlich und fehlerhaft abgedruckt sind, woran sicherlich die unleserltche Handschrift schuld ist; so hat z. B. der gelehrte Jaabez die Erzieherin von Abaji gewiß nicht 'DK genannt, wie es hier unter diesem Schlagnamen S. 116. zu lesen ist, und der Herausgeber hat wahrscheinlich das SN für •’öä gelesen! Mangelhaft sind die Verbesserungen und Anmerkungen des Herausgebers, — die richtigen sind größtentheils dem Seder Hadoroth entnommen, den aber der Herausgeber der Erwähnung nicht würdigte. — Wir wollen auch diesen Tadel mit einigen Beispielen belegen. S. 7. sagt tic,r Herausgeber zu der Stelle t^wwb anp (von dem Alter JosuaS, als er als Kundschafter auszog): in der K. Ausgabe stehe 57 Jahre, welcher Jrrthum dadurch entstanden sei, weil S. Schulam den Buchstaben v für fr gelesen habe. In der Thal braucht man aber gerade kein großer Mathematiker zu sein, um einzusehen, daß die Zahl 57 die richtige ist, wie es auch wirklich zwei Zeilen nachher in der vorliegenden Ausgabe selbst zu lesen ist. — S. 47. konnte sich der Herausgeber die Worte Nin pbm nicht erklären, was aber ein Theil des Werkes von R. Jerucham ist. S. 55. will der Herausgeber den Tert verbessern und statt R. Simeon R. Josua lesen, was aber falsch ist, denn hier ist nur von R. Simeon die Rede, welcher der fragende Talmid (Berach. 27.) ist, wie der Juchasin die Leseart vor sich hatte und wie es auch in einem handschriftlichen Tractat heißt: 12721 (vgl. Beth Nathan z. St.). S. 171. bemerkt der Herausgeber zu Nathan Birah: derselbe sei identisch mit dem vorgenannten R. N. b. Ami; der Herausgeber scheint dies zu vermuthen, weil Juchasin kein Citat beifügt, im Seder Hador. würde er aber richtig die Angabe Kethuboth 45. gefunden haben- — S. 194. macht der Herausgeber zu 8-12V72 po die wichtige Bemerkung: in der K. Ausgabe stehe irrthumlich ana'ö?2 pra und fügt hinzu nb?272 drin •’bißtt pp mirors 812 272, er scheint demnach dieses Wort für das Zeitwort sabar, glauben, meinen, zu halten und zum Nachsatz zu ziehen, hätte er aber die Stelle in Chulin 18. nachgeschlagen, so würde er gesehen haben, daß es heißt: R. Schimon aus dem Orte Sibra (oder Sicra). — S. 195. fügt der Herausgeber im Tcrte des Juchasin zwei Schlagnamen hinzu, Simeon Amcsuni und S. Haschakmani, Die aber Beide Tanaiten sind und nicht unter die Amoraim ausgebracht werden dürfen. Der Herausgeber hat diese Ergänzungen dem Seder Hador. entnommen, aber nicht bedacht, daß in diesem Werke bei den Schlagnamen auf dle periodische Einrheilung nicht Rücksicht genommen ist. — S. 170. wußte der Herausgeber die Buchstaben 7222 (d. h. y02372 12^22) nicht zu entziffern und corrigirt solche in 122. Ungeachtet dieser gerügten Mängel ist doch diese Edition eine Bereicherung der jüdischen Literatur, wofür die 8oeiety den größten Dank verdient; nur möge sie bei ihren künftigen Editionen nicht Alles in die Hände Eines Gelehrten legen und wohl bedenken, daß talmudische Gelehrsamkeit nur noch in Polen in alter Blüthe steht. Es ist aber eine Eigenthümlichkeit vieler Menschen, sagte der weise Humboldt, sich zu Dem hingezogen zu glauben, worin ihre ursprüngliche Anlage ihnen am wenigsten Hoffnung zum Gelingen darbietet. Nm diesen Artikel nicht ganz lehrlos ausgehen zu lassen, erlauben wir uns, folgende literarische Notiz beizufügen. Das Schristchen Schulchan arba wird vom Juchastn in der vorliegenden Ausgabe, so wie vom Chujut 55 b dem R. Moses b. Nachman zugetheilt, eben so in der seltenen Ausgabe des S. Arba von Mantua 1514 (die ich besitze); in der That aber war Bachja der Berfa sser, wie es auch die spätern Editionen angeben, denn erstens geben die Anfangsbuchstaben in den Reimen am Ende des Schriftchens mehrere Mal den Namen wie z. B. \~nrn mb*» rnori 2H2, und zweitens find hier viele Stellen, die wörtlich mit seinem Pentateuch- Commentar übereinstimmen, wie z. B. die Erklärung zu bmi in Noach, zu inv2 uw zu pbi» u. A. R. Kirchheim.

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