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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-12-21 · Heft 52 (21.12.1857) · p. Seite 711

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 52 (21.12.1857)
Date
1857-12-21
Page
Seite 711 (sequence 5)
Language
German
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711 Amtsthätigkeit hierdurch auszusprechen. Möge der allgütige und gerechte Gott Ihnen einen schönen und heitern Lebensabend gewähren, und Sie noch lange im Genüsse einer nach langem Tagewerke wohlverdienten Ruhe, mit innerer Zufriedenheit auf Ihre an vielfacher Anerkennung reiche Berufsthätigkeit zurückblicken lassen. Cöthen, 26. November 1857. Herzogl. Anhaltisches Conststorium (gez.) Mohs. An den Herrn Professor LouiS in Dessau. Vom Rhein, im December (Privatmitth.) Herr Rabbiner Präger in Mannheim hat so eben eine sehr lesenswerthe Predigt „der verlorne Sohn" veröffentlicht. Die geistigen und begeisternden Reden dieses würdigen Mannes haben auch auf den Gottesdienst der übrigen Landgemeinden Badens den segensreichsten Einfluß; hingegen läßt unser Schulwesen noch Vieles zu wünschen übrig. Da trifft man noch alte und veraltete Schulschriften an, (Rosenfelds Fibel) und cS ist zu bewundern, daß die Lehrer Badens sich so wenig nach den neuern Erzeugnissen der Schulliteratur Umsehen. Wir möchten den Großherzoglichen Oberrath auf die trefflichen in ganz Deutschland verbreiteten Schulschriften des Emanuel Hecht aufmerksam machen. Die Hecht'sche biblische Geschichte, 3. Auflage, die noch Geographie und Karte von Palästina enthält, verdient ihrer gemüthlichen und kindlichen Darstellung wegen allgemeine Einführung. — Nicht uninteressant wird den Lesern Ihrer geschätzten Zeitung die Mittheilung sein, daß ich schon bei einigen protestantischen Pfarrern Ihre Silo ah, und Ihr Predigtmagazin fand. Daß auch christliche Gelehrten sich die Werke jüdischer Autoren — wenn auch vielleicht incognito — anschaffen, hat immer einige Bedeutung. — Bei dem bekannten Unglücke in Mainz haben die jüdischen Glaubensgenossen einen tagelangen Gottesdienst in Folge dieses Ereignisses abgehalten, und hat sich für die Verunglückten ein Hülfscomite 'aus allen Confessionen gebildet, welches den.Bürgermeister an der Spitze hat. Wie man hört, soll das Haus Rothschild eine bedeutende Unterstützungssumme zur Verfügung gestellt haben. — I— L...... Mannheim, 11. December (Privatmitth.) Es ist bekannt, daß wir Juden, wo es gilt Mildthätigkeit zu üben und ein gutes Werk zu verrichten, nickt zu den Letzten gehören; es ist bekannt, auf welche Weise sich auch das jüdische Mitgefühl wieder bei der schrecklichen Katastrophe i» Mainz bewährte. Mit derselben Bereitwilligkeit schloß sich auch der hiesige Synagogen- Männer-Gesangverein in dem zum Besten derMainzer im Theater-Saale gegebenen Concert den anderen hiesigen Gesangvereinen an, und es freut mich, Ihnen mittheilen zu können, daß diesem jugendlichen Verein nicht weniger wie noch einem anderen älteren Verein die Auszeichnung zu Tbeil wurde, eine vorgetragene Solo-Nummer nach jubelndem Hervorrufen wiederholen zu müssen. Dies Resultat verdient um so mehr öffentliche Würdigung, als der Verein nur aus jungen Dilettanten besteht, noch nie öffentlich auflrat, und neben den gediegenen musikalischen Kräften der anderen alten Gesangvereine sich nur in Anbetracht des edlen Zweckes in die Oeffentlichkeit wagte. Die vorgetragene Solo-Nummer bestand in einem Vater« landslied, höchst gelungene Composition des DireckorS E. Kuhn, der sich als erster Heranbilder unseres Synagogen-Chors besonders verdient machte, und als trefflicher Organist jedem schwierigeren Posten nur Ehre machen würde. Unser Synagogen-Chor (der nun auS circa 36 Frauen- und 40 Männerstimmen besteht) hat nun außer dem erhebenden religiösen Zweck die Befriedigung — Liebe zur Musik und zu edleren Gefühlen der Kunst in unserer Gemeinde geweckt zu haben, und ermuthigt durch die gute Aufnahme, welche die Gemüth« und Herzerhebenden Vorträge des Gesammt-Chor-Perso« nals in unserer Synagoge fanden, bildete sich aus seiner Mitte jener jüdische Männer-Gesangverein, der nun unter Leitung seines unermüdlichen DirectorS zu den besten Hoffnungen berechtigt. Möge die erwähnte Auszeichnung nun dem jungen Verein zur Kräftigung, anderen Gemeinden aber zum Beispiel dienen, wie viel Gutes in Eintracht und Liebe für Kunst und Musik geschehen kann. L. M. Preußen. Berlin, im December. (Privatmitth.) Allgemeines Aufsehen erregt es, daß die Wiederwahl deS CommerzienrathS Heymann, der dem Vorstände der hiesigen Gemeinde so lange angehört hat, von der

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