Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 51 (14.12.1857)
- Date
- 1857-12-14
- Page
- Seite 704 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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7V4 Gemeinde einen mehrere Tausend Thaler werthen Platz unentgeltlich angewiesen. Zur Bestreitung der auf 10,000 Rbdl. veranschlagten Baukosten wird von der Regierung ein Gcldvorschuß erwartet. Nach der neuesten statistischen Tabelle befinden sich gegenwärtig im dänischen Staate 8263 Israeliten. Davon wohnen gegen 9/io in Kopenhagen. Der immer steigende Zuwachs dieser Hauptgemeinde macht das Bedürfniß nach einer Erweiterung der erst vor 25 Jahren gebauten Synagoge recht fühlbar, da das Gebäude, das man anfangs als allzu groß gehalten, in den letzten Festtagen sich als zu klein im Berhältniß zu der großen Zahl der Besucher erwies. Da Schreiber dieses dieses Jahr zum ersten Mal die trtma 2^ hier in Kopenhagen verlebt hat, so kann er hier schließlich die Bemerkung nicht unterdrücken, welch erhebenden Eindruck der hiesige Gottesdienst an diesen Feiertagen auf ihn gemacht hat. Die feierliche Ordnung beim Gottesdienst, der schöne, würdige Vortrag der beiden Cantoren, der Herren Rosenfeldt und Merlin, vor Allein aber die gediegenen Predigten des Herrn Dr. Wolfs können nicht anders als ein für religiöse Eindrücke überhaupt empfängliches Gemüth zur frommen Andacht wecken und erheben. Von den acht, Geist und Herz in gleichem Grade befriedigenden Predigten, die der beredte Geistliche in der Festzeit gehalten, erwähne ich besonders zwei, nämlich die zuin Vorabend und die zu nb-1»: des Vcrsöhnungstagcö gehaltene, in denen der Redner in begeisternder Weise das Herrliche und Erhabene der Versöhnungslehre des Judenthuins hervorhob. — Q- Dorraufürstenthümer. Jassy, 25. November. Der Divan hat in seiner Sitzung vom 24. den nicht orthodoxen Eingcbornen, trotz lebhafter und energischer Gegenvorstellung, die politischen Rechte abgeschlagen. Im Lande herrscht in Folge dieser Verhandlungen Unruhe und Aufregung, und es ist zur Erhaltung der Ruhe erforderlich, daß der Divan seine Arbeiten bald beendige. (Unter den Nichtorthodoren sind Alle zu verstehen, welche nicht zur griechischen Kirche gehören. Auch hier zeigt sich also, daß kirchlicher Fanatismus nicht blos für die Juden, sondern für die Glieder aller Kirchen, auch derer, die in anderen Ländern gleiche Unduldsamkeit üben, bittere Früchte trägt.) Italien. Parma, im November. (Privatmitth.) Die Großherzogin Marke Louise hat als Regentin der Parmesanischen Staaten dem Herrn Banquier Amadio Levi aus Reggio, wie es in dem Diplom heißt: „als ein Zeichen des Wohlwollens für die wichtigen Dienste, die er mit großer Gefälligkeit, Ehrenhaftigkeit und Uneigennützigkcit der früheren und gegenwärtigen Regierung erwiesen, für seine Einsicht, Gewissenhaftigkeit und Größmuth" zum Ritter erster Classe des Ludwig-Verdienst- Ordcns mit allen Rechten und Ehrenbezeugungen, die ihm als solchen gebühren, ernannt. Da cs in Italien sehr selten ist, daß ein Jude decorirt wird, insbesondere aber das erste Mal, daß es von Parma geschieht, so wird man diese Mittheilung mit Interesse entgegennehinen. Anzeigen. 1 ffl 3 Restauration und Gastwirtschaft von 8. Hirschel, Dresden 9 Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Der Unterzeichnete Cultusgemeinde - Vorstand macht hiermit bekannt, daß zum 24. April 1858 für den hie« sigen Stuhl - Bezirk die Stelle "eines Religionsweistrs, der am hiesigen Orte als Vorbeter und Schächter zu fungiren hat, mit dem jährlichen Gehalte von 500 Fl. C. M. und verschiedenen Emolumenten, besetzt werden soll. Bewerber, welche zugleich die Fähigkeit haben müssen, die Matrikel zu führen, wollen stch entweder persönlich oder mittelst srankirten, eigenhändig geschriebenen Briefes an uns wenden. Siklos bei Fünfkirchen in Ungarn, den 15. November 1857. Der israelitische Cultus- Vorstand des Sikloser Stuhl-Bezirks. Adolf Schulhof, Stadt-Arzt. Lehrer- und Cantorstelle. Indem wir hiermit bekannt wachen, daß die von unausgeschriebene Stelle für die Filial- Gemeinde Würselen vergeben ist, wiederholen wir, daß die hiesige Lehrer- und Cantorstelle noch zu besetzen bleibt. Hierauf Reflectirende wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse an uns wenden. Aachen, den 12. November 1857. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde.