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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-11-23 · Heft 48 (23.11.1857) · p. Seite 659

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 48 (23.11.1857)
Date
1857-11-23
Page
Seite 659 (sequence 9)
Language
German
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659 tiker verdankt, theilS aus Bescheidenheit, dieser höchsten Zierde deö Gelehrten, gewöhnt, sich diese rohen Ausfälle gefallen zu lassen; Manche mochten an das *[b 'aaa (Prov. 14, 7.), Andere wiederrun an das v« 'aaa toaron (das. 27, 22.) gedacht haben, im Stillen aber hat sich Jedermann über diese seltene Charakterschwäche lustig gemacht oder ihn bemitleidet. Anstatt aber sich durch solche großmüthige Nachsicht auch seinerseits sich zu schonender Nachsicht gegen Andersdenkende stimmen zu lassen, schien ihm, besonders seit er — ein zweiter Columbus — nach 24 Jahre langem, vergeblichem Suchen und Forschen endlich im 25ften Jahre die große Entdeckung einer Erklärung des Satzes *aaaa b« yw «bs a»w «-ap^a gemacht, waS noch keinem Sterblichen vor ihm geglückt*), der Kamm noch mehr gewachsen zu sein, und sich nicht mehr begnügend mit der Begeiferung einzelner Gelehrten, greift er in der Eingangs erwähnten Philippika — wahrscheinlich schwer verwundet und aufgestachelt durch die Anmerkung der Redaction in No. 37. S. 499. dieses Blattes — die deutschen Rabbinen und Gelehrten en mssse an, und bemühet sich, das Institut zu verdächtigen. In diesem non plus ultra der Schimpfkunst hat er sich selbst übertroffen, indem er Elftere in einem Athem v^aaLN, manra cpünsruan ,mana D’nBisn nennt. Nun aber hätten wir auch dieses blos den Verfasser selbst schändende Schriftstück hier unerwähnt gelassen, hätte er nicht versprochen: das Blatt srrpBb i-sT>pB»i na»b na>» mit seiner Arbeit zu bereichern, und — da nun einmal der Redacteur trotz des schönen Mottos: aan« aabisna naaNina (wahrscheinlich, um durch den Nimbus, den der Name Luzzatto seinem Blatte mittheilt, mehr Leser in Polen und Rußland zu ködern, da er doch selbst die Jnstitutsschriften auf's Vortheilhafteste geschildert hat) die unverzeihliche Taktlosigkeit begangen hat, diesen schmachvollen Brief in sein Blatt aufzunehmen, wollen wir hiermit blos die Anzeige machen, daß: sollte wirklich Luzzatto Wort halten, und na»b n?a rrrpfib nn-'psui ähnliche Artikel liefern, *) b« ypi-' Nbs i»w 8-ip'i nr’b» yara an» ra ba» -rnn a-a® “äb in« ■>i«i?maa anaaa jrepo rar»« ■»losaa w^n^a wn T?an ,a»"aan ■’nizjT'BT ■'rpaT nnaa»® nawa "n aonaia na» ,^-,^2 .wns,a da« ab ba» nba» «b® ,®in wan^s aa Dieses sind die eigenen Worte Luzzatto's im 2. Bande des Ozar nechmad, 21. Brief, S. 203 ff. und ■mail in seiner Tactlosigkeit fortfahren, solche Pamphlete wiederzugeben, auch wir unsererseits s. G. w. nn-'psaaa na'b na>» riT’pBb in diesem Blatte Fragmente aus sämmtlichen Werken und Schriften Luzzatto's und seiner Gegner citiren, und so dazu beitragen werden, ihn von einer andern als der blendenden Glanzseite kennen zu lehren, tzarpa yaa 'iaa! — Dixi et salvavi animam meam! —*) Schweden und Norwegen. Stockholm, 1. November. Die königlichen Vorschläge zur Erweiterung der Religionsfreiheit, z. B. daß der Uebertritt zur katholischen Kirche nicht mehr mit Landesverweisung bestraft werde, sind eben so vom Reichstage verworfen worden, wie neulichst der Antrag auf Aufhebung der bürgerlichen Beschränkung der Juden. Es ist hiermit abermals ein schlagender Beweis für die von uns so oft aufgestellte These, daß sich keine Religionspartei zu freuen habe, wenn in einem Lande irgend eine andere Beschränkungen unterworfen ist oder wird, und daß nur die allgemein bethätigte Religionsfreiheit alle Religionsparteien sicher stellt. Wir sehen hier in Schweden die protestantische Kirche üben, was z. B. in Spanien *) Redactionsbemerkung. Der Herr Korrespondent hat Recht; die thörichte, knabenhafte Wuth des Herrn Luzzatto ist wirklich kaum mehr zu ertragen, und muß endlich einmal vollständig abgewiesen werden. Jedermann weiß, daß wir den nie provocirten Angriffen dieses Mannes, den die Eitelkeit um seinen Verstand bringt, die völligste Gleichgültigkeit gegenüberstellten, denn in der That ist uns ein solches Wesen und Gebühren durchaus ekelhaft, und mit geschmacklosen Menschen befassen wir uns am liebsten gar nicht. Allein diese Leutchen müssen sich nur nicht einbilden, daß unsre Ruhe, unser Stillschweigen aus — Furcht hervorgehe! Jetzt, wo sich Herr Luzzatto zum Ketzerrichter erhebt, dabei sich so tief herabwürdigt, in ein Blättchen, wie der Maggid, seine Galle zu ergießen, werden auch wir nicht zurückhalten. Dem Herrn Silbermann zu Lyck bemerken wir übrigens, daß wir aus Rußland Briefe über sein Treiben, um „Geld zu machen", liegen haben, die wir bei Seite legten, weil wir grundsätzlich nie ein jüdisches Blatt angreifen, so lange es Achtung und Würde bewahrt. Wir können aber diese Briefe sofort hervorholen. Doch wie schrecklich und langweilig zugleich ist es, weil ganz nutzlos, sich mit derartiger Menschenrasse herumschlagen zu sollen! 48

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