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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-11-23 · Heft 48 (23.11.1857) · p. Seite 657

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 48 (23.11.1857)
Date
1857-11-23
Page
Seite 657 (sequence 7)
Language
German
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657 habe schon zu mehreren Malen Anlaß gefunden, der vortrefflichen Leistungen zu gedenken, durch welche sich die Altosener israelitische Hauptschule auszeichnet; wenn ich heute wieder auf diese Anstalt zu sprechen komme, so zolle ich nur dem Verdienste den schuldigen Tribut. Aufrichtig und eifrigst bemüht, die Quellen der Geistes« und GemüthSbildung reichlich und reichlicher fließen zu machen, haben die Vertreter der Jsraelitengemeinde in Altofen weder Mühe noch Kosten gespart, um den Ruf ihrer Schule nicht blos zu erhalten, sondern auch zu erhöhen, und wurden in ihren anerkennenswcrthen Jntensionen von den Lehrern der Anstalt, insbesondere von dem Herrn Oberlehrer Leopold Braun kräfligst unterstützt. Die hohe Regierung ließ solches Trachten nicht unbelohnt. Sie erhob die Anstalt zum Rang einer M » ster - Hauplschule und übertrug deren Leitung dem gedachten Herrn Oberlehrer Brau». Gestern fand nun die feierliche Promulgation des bezüglichen Statthalterci-Erlasses statt. Vor 10 Uhr hatte sich bereits eine sehr ansehnliche Zahl von Gästen auS Pest, Ofen und Altofen in dem Prüfungösaale versammelt, der auf eine wahrhaft überraschende Weise mit goldgestickten Teppichen behängen und mit dem Bildnisse Sr. k. k. Apostolischen Majestät geschmückt war. Um 10 Uhr eröffneten die Feierlichkeit einige einleitende Worte, gesprochen von Sr. Hochwürden dem Herrn k. k. Schulrathe Dr. Michael v. H a a s. Hierauf verlas der hochwürdige Herr Director und Pfarrer Kamill Sterbeczky, Ritter v. Bangenberg, den auf die Erhebung der Schule bezüglichen Statthalkerei-Erlaß. An den Inhalt dieses behördlichen Schriftstückes anknüpfend, breitete sich nun der Herr Schulrath Dr. Haas in der ihm eigenen treffenden und gcmülhergreifenden Art über die Bedeutung deö Festes aus, und würdigte die Bestrebungen Aller, welche so emsig und unverdrossen dazu beigctragcn, ein Werkfür Zeit und Ewigkeit zu gründen. Schön setzte er das Verhältniß der Anstalt zur Gemeinde und zum Staate auseinander und gedachte ehrend insbesondere deS CommunalvorstandeS und des nunmehrigen dirigircnden Oberlehrers. Die kernvollen Worte, gehoben durch eine» lebendigen Vortrag, verfehlten nicht, die Versammlung zu begeistern, und ein donnerndes Eljen, ausgebrachr auf das Wohl des allzeit gnadenspendenden Monarchen, krönte den Schluß der gehaltvollen Rede. Der Herr CultuSvorstand Politzer, ein Ehrenmann in des Wortes ganzer Bedeutung, dankte dem Repräsentanten der hohen Regierung und dem Herrn Director für die Mühe um die Förderung der Bildungszwecke in dem Gemeindcleben der Altofener Israeliten und sprach in eben so gewählter als warmer Weise von dem Eifer, dessen die Staatsverwaltung von Seiten der ihm anvcrtrauten Commune gewärtig fein könne, sobald eS sich um die Bethätigung des Guten und Schönen handle. Herr Leopold Braun bestieg sodann, als Leiter der Anstalt, die Rcdnerbühne und nahm von einer Darstellung deS voc-josephinischen und heutigen Schicksales der Juden Anlaß, zu zeigen, waS Israel Franz Joseph I. zu danken, und was cS zu thun habe, um die Vortheile, die ihm geworden, zu verdienen und zu — erweitern. Es waren wahrheitSvolle und männliche Worte, welche Herr Braun gesprochen, Worte, die von seiner über das gewöhnliche Maß der Normallehrerbilvung hinausreichenden GeifteSrichtung ein glänzendes Zeugniß gaben. Nach ihm wendete sich der Herr Neligionslehrer Neumann an die Schüler und munterte sie auf zur Liebe und zum Weiterstreben in der Erkenntniß Gottes. Ein der Gelegenheit entsprechender Dialog, vorgetragen von vier Zöglingen, bildete den Uebergang zum Schluffe, der in der vierstimmigen Absingung des Kaiserliedes bestand. — Wir wünschen, indem wir unfern Bericht beendigen, daß der vielverheißende Geist, der die ganze Versammlung belebte, fort und fort lebe und sich bethätige. Möge die Altofener Anstalt, tüchtig wie sie jetzt ist, auch fürderhin sich bewähren, und ihrem Titel dadurch entsprechen, daß sie nicht blos mit ihrer jüngeren Schwester zu Pest gleichen Schritt halte, sondern, weil sie die ältere ist, als Muster allen ähnlichen Instituten des Landes vorleuchte." — So weit die Worte deö edlen Herrn Professors v. Rvtter, welcher bei dieser festlichen Gelegenheit eine Ansprache an die Versammlung gehalten, die einen tiefen Eindruck hervorgebracht. — Der Einsender schließt hier mit dem herzlichen Wunsche: Möge diese von der hohen Negierung neu creirtc Muster-Hauptschule dem Staate ächt religiöse Israeliten und treue und thätige Glieder der bürgerlichen Gesellschaft erziehen! De. II. Ostgalizien, Ende Oktober. (Privatmilth.) Dieser Tage ist uns No. 42. des hebräischen Wochenblattes zu Gesicht gekommen, in welchem rin Brief Luzzatto's an den Redakteur deffelben enthalten

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