Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 47 (16.11.1857)
- Date
- 1857-11-16
- Page
- Seite 641 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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641 mon L. Rapoport (Oberrabbiner in Prag). Eine culturhistorische Skizze mit besonderm Hinblick auf galizische Zustände. Von Dr. Mar Lettens." S. 205 — 224. Diese schwungvolle Darstellung, welche damit beginnt, zu zeigen, „wie sich das Licht, das Geisteslicht, der chaotischen Nacht, der Geistesstnsterniß entwindet, wie der Geist aus dem Kampfe, aus dem Läuterungsprocesse endlich als Sieger hervorgeht", bewährt in seiner Gänze die gewandte Hand des poetisch begabten Verfassers; wobei nur zu bedauern, daß diese literarische Arbeit nicht ganz originell ist, da die ersten fünf Seiten (208 — 213) fast wörtlich aus dem Jahrgange 1850 der „Wiener Blätter" (No. 5, S. 40: Galizische Zustände I.; Beiblatt zu No. 5, S. 51: Galizische Zustände II. und No. 9, S. 73: Galizische Zustände IH.) abgeschrieben ist; hW* ab pi! — „Rückblicke auf das verflossene Jahr. Von Joseph Wertheimer." S. 225 — 250. Dieses erschöpfende und dennoch die rechte Mitte zwischen Zuviel und Zuwenig nicht verfehlende Resümee, so wie — „Rückblicke auf die jüdische Literatur von April 1856 bis dahin 1857. Von Dr. B. Beer." S. 251 — 266, lassen nur das Eine zu wünschen übrig, daß sie mit jedem Jahre einen gehaltreichem und erfreulichem Berichtskreis gewönnen!— Auch der poetische Theil wird in diesem Jahre auf sehr würdige Weise ausgefüllt. „Der Becher des Propheten. Legende in 12 Romanzen. Von Dr. Al. Jeitteles." S. 267 — 289, und „Das gute Elend. Von Leopold Stein." S. 290 — 293, so wie „Am Sinai. Von Zirndorfer." S. 294 — 295, bieten eine interessante Lectüre, und dürften sich sehr eignen, ins Hebräische übertragen zu werden. — Den Schluß bildet „Die Prinzessin. Eine Geschichte. Von Leopold Kompert." S. 296 — 399. Diese über 100 Seiten starke Novelle, deren Stoff dem Leben der böhmischen Juden entnommen ist, verdient den bessern belletristischen Arbeiten des bekannten Verfassers an die Seite gestellt zu werden. — Jur Neal-Encyclopädie -cs Judenthums. Magdeburg, im November. Als fernere Mitararbeiter können wir nennen: Herrn Dr. phil. Ph. Ehrenberg, Director der Samson'schen Stiftung in Wolfenbüttel; Dr. phil. L. Oelsner, Lehrer an der israelit. Gemeindeschule in Gleiwitz; Rabbiner Duschak in Gaya. Gaya, im Oktober. Ein Zweig des jüdischen Wissens ist wohl auch die jüdische Geographie und Statistik, ein Feld, das bisher wohl kaum noch in dem ganzen Umfange seines Gebietes bearbeitet worden, und auf welchem, ungeachtet so vieler Materialien, welche die Allg. Zeitung d. Judenth. seit mehr als 20 Jahren liefert, Laien sowohl als Gelehrte es selten zu mehr als fragmentarischen Kenntnissen bringen. Und doch, wie lehrreich, wie anziehend und interessant sind für den Israeliten, der seinen Glaubensgenossen auf dem ganzen Erdball mit theilnehmendem Blicke und einem „jüdischen Hexzen" folgt, selbst solche zerstreute Notizen. Ich knüpfe dahier meinen bescheidenen Wunsch an, die geehrten Leiter des Institutes mögen entweder in der von ihnen herauszugebenden Encyclopädie oder in Separatwerken der jüdischen Geographie und Statistik die ihr gebührende Aufmerksamkeit schenken. Wenn in dem erstern Werke der Stoff sich in die alphabetische Ordnung einfügen müßte, so wäre in einem abgesonderten Werke die bei diesen Wissenschaften übliche Methode zu befolgen. Vorzüglich wäre darauf Rücksicht zu nehmen, daß die wohlthätigen Institute der Gemeinden namhaft gemacht würden, was den Wetteifer gewiß aufs lebhafteste anregen würde. Dr. Haas. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Kaiserslautern, im Oktober. (Privatmitth.) Ich habe Ihnen die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß der Antrag der BezirkSrabbiner der Pfalz wegen Einführung einer gemeinschaftlichen Synagogenordnung für die sämmtlichen Cultusgemeindcn der Pfalz, wovon seiner Zeit en diesen Blättern Meldung geschah, unterm 2. d. M. die Genehmigung der hohen Königl. Regierung erhalten hat. Die hohe Landesstelle hat durch diese Verfügung, welche einem längst und allgemein gefühlten Bedürfnisse begegnet, in dankbar anzuerkennender Weise aufs Neue eine wohlwollende Fürsorge für die israelitischen Cultusgemeindcn bethätigt. Auch ist vor Kurzem eine Regierungsenlschließung ergangen, wodurch den israelitischen Zöglingen des Königl. Schullehrerseminars dahier die Theilnahme am Unterrichte im Orgelspiele gestattet ist, wenn dieselben die nöthige Vorbildung hierzu erhalten haben. Aus Württemberg, im Oktober. (Privamitth.) Der Kreisrabbiner Haas von Hofgeismar in Kur-