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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-11-02 · Heft 45 (2.11.1857) · p. Seite 620

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 45 (2.11.1857)
Date
1857-11-02
Page
Seite 620 (sequence 12)
Language
German
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SLv in dem Religionsunterrichte mit denjenigen Kindern machen, deren Eltern nicht nach den Vorschriften der Religion leben?" Man sprach sich allgemein dahin aus, daß der Lehrer dem Kinde frei heraus sagen solle, daß Diejenigen, welche z. B. den Sabbath durch das Betreiben ihres Geschäftes entweihen, unrecht und gegen das ausdrückliche göttliche Gebot handelten, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wenn dieses von den Eltern der Schüler selbst geschähe. Eben so war man allgemein der Ansicht, daß vornehmlich der Lehrer selbst mit einem acht religiösen Lebenswandel als Muster voranleuchten müsse, so daß seine Lehre mit seinem Thun und Lassen harmonire und so sein Unterricht wahrhaft fruchtbringend werde. Ferner war man darin einig, daß das Auswendiglernen von Bibelversen in der Ursprache, von religiösen Liedern und von Glaubenssätzen in bestimmten Formen für den Religionsunterricht nothwendig sei. Man kam nun auf die vorhandenen Religionsbücher zu sprechen; einige wurden als unzweckmäßig erachtet, andere hingegen wieder als brauchbar anerkannt. — Blumenfeld hatte Stein's Tauro und Mitzwoh bei sich, welches derselbe warm zu empfehlen sich gedrungen fühlte. Auf den Wunsch der Conferenz theilte derselbe die Art und Weise mit, wie er dasselbe beim Unterrichte gebrauche, las dann auch einige Stellen auö demselben vor, wonach sich die Versammlung von der Vortrefflichkeit des Buches überzeugte. Der Vorstand erklärte gleichzeitig, den Verfasser des Tauro und Mitzwoh ersuchen zu wollen , dieses Werk behufs Einführung zum Besten der Unterstützungskasse möglichst billig abgeben zu wollen, und glaubte man überzeugt sein zu dürfen, daß Herr Rabbiner Stein dem Wunsche der Conferenz Nachkommen werde. Da die noch vorhandene Tageszeit zur Erledigung einiger anderer Punkte, die nicht auf der Tagesordnung standen, verwendet werden mußte, so blieb der Punkt: „Gemeinsame Grundlage beim Unterrichte in den jüdischen Fächern" unerledigt, und wurde derselbe zur weiteren Verhandlung für die nächste Conferenz aufgeschoben. Der zeitige Vorstand erklärte auf den einstimmigen Wunsch der Versammlung, bis zur Bestätigung des Statuts für die Unterstützungskaffe in Function bleiben zu wollen. Honcamp's Gesanglehre wurde von Lebenstein im Manuskripte vorgelegt. Die Konferenz sprach sich, nachdem eine Commission ihr Gutachten darüber abgegeben hatte, pecht günstig über dieses Wer! aus und wünschte nur noch, daß die vorhandenen Fehler im hebräischen Theile desselben verbessert würden. Herzlich bedauerte die Conferenz, daß der Herr Rabbiner Bodenheimer noch immer kränklich sei, waS denn auch nach dessen herzlichem Schreiben der Grund war, daß er der Versammlung nicht beiwohnen konnte. Für seine stets bewiesene Theilnahme für die Interessen der Lehrer wurde ihm schließlich der allgemeine und tiefgefühlteste Dank votirt. Die geringe Beiheiligung an der Conferenz Seitens so vieler Lehrer wurde beklagt und konnten nur einige der eingelaufenen Entschuldigungsschreiben als triftig erachtet werden. — Wenn die Lehrer für ihre eigenen Interessen so kalt und lau sein wollen, wahrlich, dann fleht es schlirnm genug für uns aus! ^b ,'b vr? Als Ort der nächsten Conferenz wurde Düsseldorf bestimmt, dahingegen dem Vorstande überlassen, die Zeit derselben nach Maßstab des Standes der Statuten und sonstiger Verhältnisse festzusetzen und dieses zur Zeit durch die Allg. Zeit. d. Judenth. zur öffentlichen Kenntnisi zu bringen. Es kam nun noch die Versammlung einer angenehmen Pflicht nach. Es hatten nämlich die israelitischen Familien zu Dortmund die Lehrer auf das Herzlichste als Gäste eingeladen und dieselben auf das Gastfreundlichste und Schönste bewirthet. Einige Mitglieder des Vorstandes dortiger Synagogengemeinde, welche auch den Verhandlungen mit dem größten Interesse beiwohnten, stellten sich den Lehrern geradezu zur Disposition und dienten ihnen mit der größten Bereitwilligkeit als Führer in der Stadt. Hierfür wurde denn auch diesen herrlichen Leuten der herzlichste Dank von allen Anwesenden durch Aufstehen vom Platze ausgesprochen.— Nicht unerwähnt aber soll auch bleiben, mit welcher Liebe der Vorsteher Herr 'heymann von dem Lehrerstande sprach und wie derselbe im Privatgespräche mittheilte, wie er bei der bevorstehenden Besetzung der Lehrer- und Cantorstelle zu Dortmund mit aller Kraft auf definitive Anstellung des Lehrers hinarbeiten werde. — Wie wohlthuend für Lehrer ist es doch, solch warme und herzliche Lehrerfreunde zu finden. Leider ist ihre Zahl nur gering und würde es um Lehrer und Gemeinden gewißlich besser aussehen, wenn man sich mehr den heiligen und wichtigen, aber auch mühevollen Beruf des Lehrers zum Bewußtsein führte! Mit dem gegenseitigen Versprechen, stch AbendS zur gemüthlichen Unterhaltung wieder im Kölnischen Hofs

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