Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 45 (2.11.1857)
- Date
- 1857-11-02
- Page
- Seite 619 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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m Davids von Dortmund und Herr Kronenberg, Student aus Bonn. Herr Blumenau, als Präses des Vorstandes, eröff- «eie die Sitzung mit einigen recht collegialischen Worten, worauf derselbe dann die Antwortschreiben der Herren Rubbimr vr. Philippson *-) und BodenheLmer auf die an dieselben ergangenen Einladungsschreiben zur Beiwohnung der Conftrenz verlas, und wurde es allgemein aufrichtig bedauert, daß dieselben, so wie auch der Herr Professor Dr. Haindorf, den Einladungen nachzukommen verhindert waren. Man schritt zurrst zur Wahl von zwei Schriftführern, welche auf Cramer und Hermans fiel, so wie Letzterer auch für den Stellvertreter Levysohn zu Mühlheim gewählt wurde. I. Demnächst erstattete der Präses einen ausführlichen Bericht über die bisherige Thätigkeit des Vorstandes und legte die vorhandenen Acten als Beleg zur Ansicht, resp. Durchsicht für die Anwesenden vor. <— Darauf verlas der Präses einen Bri^ von dem Kaufmann Herrn Levin in Neuenrade, der dem von dem Lehrervereine zu erstrebenden Zwecke die krasügste Unterstützung zustchert, was von der Versammlung mit großer Anerkennung vernommen wurde. — Nachdem der Präses über den gegenwärtige« Stand der Statuten über die zu gründende Unterstützu-ngskaffe für hülftbedürftige Lehrer, resp. deren Wittwen imd Waisen berichtete, brachte derselbe folgende Frage zur Abstimmung: „Falls das Ministerium, dem die Statuten der UnterstützungSkaffe zur Genehmigung vorliegen, diese mit Monita zurückschicken sollte, soll dann der Vorstand diese Angelegenheit erledigen, oder wie soll eS damitgehalten fein?" Nach ausführlicher Erörterung wurde diese Frage dahin beantwortet, daß eine Commission, bestehend aus dem-Vorstande, den beiden Stellvertretern und zwei Lehrern aus der Rheinprovinz und zwei aus Westphalen diese Angelegenheit nach bestem Wissen und Gewissen ordnen solle. Für Westphalen wurden Rothschild und Cahn, für die Rheinprovinz Block aus Duisburg und Goldberg zu dieser Commission gewählt. — Es wurde dann der Wortlaut des Statuts, wie es von der betreffenden Commission im vorigen Jahre entworfen, *) Die Wahl der Conserenzwoche in der Chol-hamoed-Woche mußte uns die Teilnahme unmöglich machen, da die Amtsarbeiten zu drängend in dieser Zeit find. Die Absicht, an die Conftrenz eine ausführliche Zuschrift zu erlassen, unterblieb, da plötzlich eine außergewöhnliche Arbeit uns verhinderte. Die Redaction. zur Kenntnißnahme aller Anwesenden verlesen, ohne jedoch über den einen oder andern Punkt desselben zu debattiren. II. Auf der Tagesordnung stand nun die Frage: „Welche Quellen zum Gedeihen der zu begründenden Unterstützungskasse dürfen dem Lehrervereine noch genannt, resp. empfohlen werden?" — Mehrere Vorschläge und Offerten verschiedener Verlagshandlungen zum Besten dieser Kasse wurden verlesen und nach längerer Debatte beschlossen: „Der Lehrerverein tritt mit vereinen oder andern Verlagshandlung in Verbindung und sucht diese dahin zu veranlassen, für diejenigen Schulbücher, welche die Mitglieder des Lehrervereins beziehen werden, einen größtmöglichsten Rabbat zum Besten der Nnterstützungskaffe zu erlassen. Eben sv solle der Lehrerverein aus eigener Mitte nöthige Schulbücher herausgeben und zwar ebenfalls zum Besten der Unterstutzungskasse. — Da das von E. Hecht umgearbeitete Haesters'sche Lesebuch für jüdische Schulen, was Inhalt und Preis betrifft, sehr geeignet gefunden wurde, so beschloß man die allgemeine Einführung desselben. — Blumenfeld wurde von der Conftrenz ersucht, mit der Verlagshandlung Vädecker in Essen in Vernehmen zu treten, damit der Unterstützungskasse der größtmöglichste Vortheil erwachse. Blumenftld nahm diesen Antrag an und versprach, nach Kräften dahin wirken zu wollen. — Hiermit wurde die Vormittagsfitzung geschloffen. Nachmittagssitzung halb 3 Uhr. III. Der Präses eröffnete die Sitzung ungefähr wie folgt: „Für den Lehrerverein liegt noch ein Statut vor, welches aber in seiner gegenwärtigen Fassung zu verbleiben nicht geeignet scheint. „Was sei also zu machen?" Der Vorschlag zur Umarbeitung der Vorlage durch eine Commission von 5 Mitgliedern wurde einstimmig angenommen und durch Reklamation Leffmann, Treu, Steinweg aus Hamm, Steinweg aus Oelde und Löwenstein gewählt. Gleichzeitig wurde zur Einreichung des Statuts eine Frist bis zum 1. Februar k. I. bestimmt. IV. Als vierter und letzter Punkt stand auf der Tagesordnung: „Gemeinsame Grundsätze beim Unterrichte in den jüdischen Fächern." (Siehe Allg. Zeitung des Judenthums Nro. 38.) Als das wichtigste und erste von allen Fächern nannte man den Religionsunterricht. Es entspann sich nun eine lebhafte, ernste und des Gegenstandes würdige Debatte, und wurde von vielen Seilen recht warm und herzlich gesprochen. Namentlich beschäftigte man sich mit der Frage: „Wie soll es der Lehrer 45**