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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-11-02 · Heft 45 (2.11.1857) · p. Seite 618

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 45 (2.11.1857)
Date
1857-11-02
Page
Seite 618 (sequence 10)
Language
German
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618 ten, daß er auch den Schweizer Vertrag nicht auf» recht erhalten wird. — Ucbrigrnö herrscht jetzt Ruhe und Stillstand unter den Juden dieser Republik; selbst die Reformbewegungen, die sich besonders in New-Aork, Chicago und in den orthodoxen Gemeinden Baltimores kund geben, gehen in Ruhe und Frieden voran. — Selbst in der alt-portugiesischen Gemeinde New-AorkS regt sich'S sehr stark vorwärts. Ein Mitglied derselben schreibt jetzt sehr reformatorische „kurze Predigten an die Orlhodcren" im ^smonenn. In einer der letzten trägt er auf nichts Geringeres an, als die sechs Bände des portugiesischen Gebetbuches auf Einen zu rcduciren! Dr. M. M. Schweden und Norwegen. Stockholm, 5. Oktober. Der ReichSrath und seine Ausschüsse zeigen sich der Religionsfreiheit durchaus feindlich; man will die harten Strafen auf den Abfall von der Landeskirche nicht fallen lassen. Es kann daher nicht aussallen, wenn Liljenstolpe'S Motion zu Gunsten der Juden, um denselben Zutritt zu den Staatöstellen als Aerzte und als Lehrer bei den chemischen Instituten zu eröffnen, vom Conftitutionsausschuß verworfen wurde. Es ist auch im Grunde recht gut, wenn derartiges Markten um Abschlagszahlungen verworfen wird. Desto sichrer kommt das Ganze. Denn je ärger der Gewissensfreiheit Hohn gesprochen wird, desto drängender wird ihre Forderung — natürlich nur in Landern, die noch der Entwickelung fähig sind, wie Schweden, nicht in denen, die bereits der wahren Civilisation abgestorben, wie Spanien! Rußland. Turek, Anfangs October. Ein Beispiel mittelalterlichen Fanatismus wurde am 28. v. M. (dem jüdischen Versöhnungsfeste) in Turek, einer ziemlich bedeutenden Fabrikstadt hinter Kalisch, im Königreich Polen, gegeben. Viele der dort aus Deutschland eingewanderten Fabrikarbeiter wollten die Synagogengemcinde an der Renovation ihres an einer öffentlichen Straße bclegenen Gotteshauses gewaltsam hindern, was ihnen indeß nicht gelang, denn kurz vor dem Vcrsöhnungsfefte war durch Unterstützung der Baucommission der Bau bereits vollendet. Dafür sollten die Juden am Versöhnungsfest büßen, und ihr Gotteshaus demolirt werden. Glücklicher Weise erhielt der Ortsbürgermeister von diesem Vorhaben noch zeitig genug Kunde, und setzte die im Tempel versammelten Juden davon in Kenntniß. Gegen 2 Uhr Nachmittags wollten die um ihr Leben Besorgten das Gotteshaus eben verlassen, als ein Trupp der fanatischen Gegner ihnen den AuSgang versperrte. Sie waren alle mit Aerten und Knitteln bewaffnet, und die angegriffenen Juden merkten alsbald, daß es auf mehr als Demolirung der Synagoge abgesehen war. Der Vorsteher eilte sofort nach Kalisch und erbat sich Schutz und Hülfe, und den von Kalisch nach dem Ort des Aufruhrs gesandten Kosaken gelang es auch, alsbald die Ruhe wieder herzustellen und viele Aufrührer zu verhaften. Die eingeleitete Untersuchung wird auch bald die übrigen Schuldigen entdecken. (Br. Z.) Correspondenz» Neuenkirchen, im October 1857. Lehrerconferenz zu Dortmund. In Folge Einladung des Vorstandes des Lehrcrvereins für Westphalen und Rheinprovinz zur Abhaltung einer Conferenz versammelten sich am 6. d. M. im Saale des Kölnischen Hofes zu Dortmund folgende Mitglieder aus beiden Provinzen: 1) Die Lehrer Alsbach aus Peckelsheim; 2) Blumenau aus Bielefeld; 3) Blumenfeldaus Essen; 4) Block aus Dienslaken; 5) Block aus Duisburg; 6) Cahn aus Jftrlohn; 7) Cramer aus Neuenkirchen; 8) Goldberg aus Steele; 9) Goldstein aus Grevenbroich; 19) Hermanns aus Ruhrort; 11) Hcymann aus Hörde; 12) Hochfcld aus Unna; 13) Krvnenberg aus Soest; 14) Lazarus aus Petershagen; 15) Lcbenstein aus Büren; 16) Leffmann aus Lippstadt; 17) Löwenstein aus Oestinghausen; 18) Philippsvn aus Hovestadt; 19) Rothschild aus Gesecke; 20) Rüben aus Gütersloh; 21) Sänger aus Schwerte; 22) Schöndorf aus Hagen; 23) Steinweg aus Hamm; 24) Steinweg aus Neuwied; 25) Steinweg aus Oelde; 26) Treu aus Ahlen und 27) Walbaum aus Menden. Außerdem erschienen noch der Rittergutsbesitzer Herr Löb von Caldenhof, die Herren Hcrzfeld, Heimann und

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