Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 42 (12.10.1857)
- Date
- 1857-10-12
- Page
- Seite 576 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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576 dienst mit Choralgesang eingeführt wird. Ein solcher - Amtsantritt berechtigt zu den angenehmsten Hoffnungen, besonders da die Reggianer nicht Leute sind, auf; halbem Wege stehen zu bleiben. > Aegypten. Alexandria, im September. (Educ. israel.) Rabbi. Moise Israel Hazan, früher Oberrabbiner in Rom, : dann in Corfu, der diese Aemter in ausgezeichneter Weise in Besitz gehabt, ist jetzt zum Oberrabbiner in Alcrandrien erwählt worden, am 15. Juni langte er! allda an und wurde mit einer außerordentlichen Aufj merksamkeit Seitens des Gouvernements, des Gemeindevorstandcs und der Gemeinde empfangen. Am 23. Juni wurde er in der großen Synagoge (des Elia Hanabi) feierlichst installirt, und am 25. wurde er seiner Hoheit dem Vicekönig vorgestellt, der ihn mit! besonderen Huldbezeugungen empfing. Ionische Inseln. Corfu, im September. sEduoat. israel.) Das Parlament der ionischen Inseln hat der israelitischen! Gemeinde zu Corfu einen Zuschuß von ungefähr 4000! Francs für die Schulen und das Hospital der Armen : bewilligt. (Von Seiten der Griechen für Israeliten auch ein neues Ereigniß!) Corresporrdenz. Eine Lehrerversammlung in Offenbach. Aus Hessen, im August. Am 17. Juni fand eine Generalversammlung israelitischer Lehrer aus dem Großherzogthum Hessen in Offenbach statt. Es fanden sich daselbst ein: Vendorf (aus Kirchbrombach), Br and eis (aus Niederursel), Ehrenseld (Großkarben), Ehrenreich (Bänstadt), Friedberg (Niederwiesen), Hamburger (Habitzheim), Harre is (Altenstadt), Heimann (Niederweisel), Herzberger (Langen), Hirsch (Großbieberau), Hofmann (Wenings), A. Kahn (Seligenstadt), I. Kahn (Grafenhausen), N. Kahn (Friedberg), Kohlhagen (Höringhausen), Kausmann (Rämbach), Kunreuther (Dieburg), Ku tnauer (Heldenbergen), Mannheimer (Darmstadt), Marx (Alsheim), Morgenstern (Vessungen), Nathan <Hamm), Ottensoser (Büdingen), Seldner (Ortenberg), Salomonsohn (Hungen), Stern (Gladenbach), Stettenheirn (Oppenheim), F. Strauß (Gedern), I. S t r a u ß (Arheilgen), Schirling (Pfungstadt), L. Strauß (Wilbel), I. Strauß (König), Sugerheim (Reinheim) und Wertheimer (Lich). — Außerdem erschienen auf besondere Einladung Rabb. Aub (Mainz), Rabb. Formstecher (Offenbach), Reallehrer Jost (Frankfurt a. M.), Prediger Lewysohn (Worms), Reallehrer Schönhof (Frankfurt a. M.) und Rabb. Stein (Frankfurt a. M.). Durch Acclamation wird Rabb. Formstecher zum Präsidenten und in gleicher Weise Prediger Lewysohn zum Vicepräfldenten, so wie Mannheimer und Ottensoser zu Secretaren ernannt. Die Berathungsgegenstände nach dem das Einladungsschreiben begleitenden Programme waren: 1) die Mittel zu berathen, wie ein besserer Religionsunterricht zu erzielen sei; dahin dürste vorläufig zu rechnen sein: Unterrichtsgegenstände, Methode, Disciplin, Schulzwang, Beaufsichtigung rc.; 2) ingleichen, wie dem israelitischen Lehrerstande eine sorgenfreiere, der Schwierigkeit und Wichtigkeit seines Berufes entsprechende Eristenz zu sichern sei; 3) die Gründung eines Lehrer-Pensionsfonds für invalid gewordene Lehrer; so wie 4) die Gründung einer Lehrerwittwenkasse. Die Sitzung wurde durch ein Gebet des Präsidenten eröffnet, und die Discussion begann. Man kam überein, jenen ersterwähnten Punkt der Berathung, wegen seiner außerordentlichen Tragweite, einer vorberathenden Commission (bestehend aus Aub, Formstecher, Lewysohn, Mannheimer und Ottensoser) zu überweisen und schritt zur Berathung jenes zweiten Punktes. Formstecher meint, die israelitische Religionsschule sei der Obhut von Seiten des Staates anheimzugeben; die Anstellung der Lehrer geschehe von derselben Seite, und muffe bei der Anstellung selbst auf die Tüchtigkeit der Bewerber Rücksicht genommen werden. Lewysohn beantragt ein Gesuch bei der höchsten Staatsbehörde, die israelitische Religionsschule als eine Staatsanstalt zu erklären, wobei zugleich eine bessere Stellung der Lehrer sich gestalten werde, da die Schule aushöre eine gemeindliche oder Privatschule zu sein. Mannheimer bemerkt, daß selbst die israelitische Elementarschule in Hessen nicht Staatsanstalt ist, was von Ottensoser bestritten wird. Formstecher motivirt den Antrag Lewysvhn's, und welche Motivirung in die desfalls zu entwerfende Petition