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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-09-28 · Heft 40 (28.9.1857) · p. Seite 545

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 40 (28.9.1857)
Date
1857-09-28
Page
Seite 545 (sequence 7)
Language
German
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545 eingeweihet werden soll. — Auch die Gemeinde Gleiwitz (in Oberschlesien) sieht der Erbauung eines neuen Gotteshauses entgegen, da das alte schon lange nicht mehr dem Bedürfnisse genügt. Die Kosten des Neubaues sind auf 25,000 Thlr. veranschlagt, und soll letzterer — wie man hört — noch vor dem Eintritt des Winters in Angriff genommen werden. — In Myslowitz dürfte der Frauen-Chor des Tempels von polizeilicher Seite — aus Sanitätsrücksichten — wohl noch vor den nächsten Festen geschlossen werden, da derselbe kaum 70 Stellen hat, während sich dort an hohen Festtagen gewöhnlich über 120 Frauen zusammenfinden. — Kaum war daS Unglück, daS am 12. v. M. die Stadt Bojanowo (im Posenschen) betroffen, durch die Zeitungen in hiesiger Provinz bekannt geworden, als namentlich die jüdischen Gemeinden sich beeilten, den leider I so hart Betroffenen mit Unterstützungen an baarcm Gelde, wie an Kleidungsstücken, Wäsche re. aufs Schnellste entgegenzukommen. Es wurden Collecten veranstaltet, welche da und dort (wie in Breslau, Glogau, Liegnitz, Gleiwitz, Ratibor, Rybnik ic.) sogar sehr reichlich ausfielen, obwohl sie auch in manchen andern Gemeinden durch ihr geringes Resultat bewiesen, wie wenig Herz man für fremdes und entferntes Leiden hat, und wie gern man den Beutel schont, wenn man daS Elend nicht vor Augen hat. — Von den Tausenden, die bis jetzt aus Schlesien nach Bojanowo gegangen, ist aber die Hälfte gewiß aus jüdischen Händen geflossen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Warasdiu, 21. August. (Privamitth.) Zwei ehrenwerthe Rabbinen sind zuerst für die von Herrn Rabner Friedmann der Ocffentlichkeit vorgelegte Chalizahsrage in die Schranken getreten. Herr Dr. Ehrentheil will mehr aus Mitgefühl, als auf haltbare Gründe gestützt, dem Lebensglücke der Wittwe nicht hindernd in den Weg treten, während Herr KreiSrabbiner Wisner, ein tüchtiger Kämpe auf talmudischem Gebiete, bei diesem Falle wahrscheinlich aus Uebereilung „keine Uebereilung" ruft '121 ms-nn *pn»; denn beide Gründe, die Herrn Wisner bestimmen, von der Chalizah nicht abzustehen, sind nicht haltbar. R. Judai's Ausspruch ist darum nicht „paradox", da, wenn angenommen wird rbB» iima — und wir halten ja oaaana riabn — die Chalizah bei einem aaia nicht stattzufinden braucht, und die Frage des Mordchai, daß Tosephot bemerkt, wie dieser Vorbehalt nur bei n573bN paiasn p denkbar sei und dadurch die ganze Beweisführung des aa'h» in Nichts zerfällt, widerlegt schon der "sd '0 ya rmrra sii: mit seiner bekannten Geistesschärfe. Erlauben Sie mir nun, hochgeehrter Herr Redacteur, meine Ansicht, die der Dispensation von der Chalizah in diesem Falle sich hinneigt, auch zu begründen, ich werde mich so kurz als möglich fassen. Es ist bei diesem speciellen Falle die Ursache der Weigerung dieses Convertiten, wie sie Herr Rabbiner Friedmann in No. 29. d. Bl. anführt: er wolle als ächt- und rechtgläubiger Christ keine jüdische Ceremonie ausüben, nicht zu übersehen. Würde was immer für eine Ursache seiner Weigerung zu Grunde liegen, ich würde der von den ö'aianK angenommenen Meinung Raschi's nicht entgegentreten. Warum sollten wir diesen schönen, humanen Grundsatz «in b«aw'' «cmta B3>'k umstoßen wollen? Anders aber verhält es sich, wenn die Bruderhand, die wir dem Apostaten reichen und zu erkennen geben, daß er von uns noch immer in vieler Beziehung als Israelit betrachtet wird, von ihm selbst zurückgewiesen wird und mit Allem, was jüdisch religiösen Charakter an sich trägt, durchaus nichts zu thun haben will, da fällt ja selbstverständlich jede mn« weg, der gehört nimmer zu den paarnb um sagen zu können baa-iLN «an« b/n, unter den von den a^iian« angeführten aai», der die Qualification zur Chalizah haben soll, ist aber immer nur ein aui?2 pa«vib gemeint. Wohl werden alle Apostaten nur als pa«vib ’-a betrachtet, wo aber die Aeußerung das wr>anb verräth, da können wir ihn doch nicht in die Kategorie der paarnb einreihen. Auch Maimonides, welcher anführt n« ib w'B vi ppn fh tna'b aais 1« aT?:a ib'B« , und wenn man auch einen rnr>anb '12 darunter verstehen will, acceptirt deshalb noch nicht Raschi's Meinung — und Herr Rabbiner Friedmann irrt, wenn er glaubt, hier einen „herben" Rambam zu finden — denn Maimonides hat hier nur einen an« aaib '» im Auge, daß aber ein Apostat tiefer steht als avanb «a"b 'n, ist bekannt; sagt doch der ',3 nnsn: 7272 amaia «ia'ai aaiaa ■'bö varn nbia nainn bab a^aaia am nrn a-^anb «'Hb, um so mehr, wenn der Apostat Symptome deS Bvanb zeigt.

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