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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-09-28 · Heft 40 (28.9.1857) · p. Seite 543

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 40 (28.9.1857)
Date
1857-09-28
Page
Seite 543 (sequence 5)
Language
German
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543 gegen seine Beleidiger (und Feinde) zu benehmen habe, weil die Feindesliebe ein Hauptgebot des Judenthums ist, welches durch Lehre (2. B. Mos. 23, 4. 5.) Spr. Sal. 25, 21. 22.; Talmud Fol. 881>.; Synhedrin 49a.: „Wenn man Dir flucht, fluche nicht wieder! ") wie durch That (Abraham, Joseph, Moses, David u. v. A.) sie dringend anempstehlt. — S. 228.: „Nicht alle Menschen bekennen sich zu einer und derselben Religion, es giebt eine heidnische, christliche und muhamedanische Religion." Und eine israelitische?! Dies kommt erst in einem neuen Absatz, während ihr Name schon hierher gehört. Von ihr sagt der Vers, viel Schönes; nur vermissen wir bei der Aufzählung ihrer Vorzüge noch den wesentlichen, daß sie ihre Bekenner zur ewigen Seligkeit führt. — Herr Hecht nehme unfern vollen Dank für seine guten und brauchbaren Bücher und erkenne in unserer etwas genauern Besprechung derselben das rege Interesse, das wir für dieselben hegen. Möge eine weite Verbreitung derselben in den Schulen Israels ihm die Ueberzeugung bieten, daß sein gutes Streben gewürdigt werde. — Die Ausstattung der Bücher ist für Schulen zweckentsprechend, blos hätten wir, besonders für die lateinischen Stücke, eine etwas größere Schrift gewünscht. Der Preis (Fibel 5 Sgr., Lehr- und Lesebuch 7 Sgr.; desselben 2. Theil 15 Sgr. — roh,) ist billig. — Dr. I. Klein, Rabbiner. Zeitungsnachrichten. Deutschland. WormS, im September. (Privatmitth.) Bei den schrecklich vielen Brandunglücken in der jüngsten Zeit ist eS von um so größerm Interesse, zu erfahren, daß einer unserer Glaubensbrüber, Dr. Loewe, Besitzer eines chemischen Laboratoriums in Frankfurt a. M., die Erfindung gemacht, Streichhölzer ohne Phosphor zu fabriciren. Bereits hat die französische Regierung dieser so wichtigen Erfindung ihre Aufmerksamkeit zugewendet. — In Amerika agitiren unsere Glaubensgenossen sehr lebhaft durch Meetings, Adressen u. s. w. in der leidigen Angelegenheit des Handelstractats zwischen den nordamcrikanischen Staaten und der Schweiz. — In Darm stad t ist vor einigen Tagen eine Orgel in der dortigen Synagoge eingeführt worden. Wie schnell ändern sich die Zeiten! Bor einigen Monaten war Darmstadt der Sitz eines hyperorthodoren Rabbiners und heute schon... eine Orgel! Hoffentlich wird auch die hiesige Gemeinde nicht mehr allzulange auf dieses unentbehrliche Requisit zur Veredlung des Gottesdienstes warten, zumal da bereits zu dessen Anschaffung ein Capitalstock vorhanden, und dessen Anlage vom Großherzoge genehmigt ist. — Von I. Models erschien jüngst in Lemberg bin rvnVtn, ein gut stylisirteS hebräisches Schriftchen in dramatischpoetischer Form über den Tod Abels. — Zu Hechts bearbeitetem „Haesters' Lehr- und Lesebuch" sind nun auch die beiden vorhergehenden Theile, die Fibel und das Lehr- und Lesebuch für die Mittelklassen hinzugekommen. In dem letztgedachten Theile begegneten wir zu unserm Bedauern S. 200, No. 7. einem Gedichte, das in einem Lesebuch für die jüdische Jugend nicht stehen darf. Vielleicht möchte der Herausgeber ein Blatt Nachdrucken und nach Entfernung des jetzigen dasselbe einsetzen lassen. 8»pionli 8-»t. — Von Dr. Lewysohn erscheint mit Subvention des Litcrarurvereins ein Werk: „Die Zoologie deö Talmuds. Eine vergleichende Darstellung der talmudischcu Zoologie mit den Angaben alter und neuer Naturforscher." Das Werk umfaßt neben den beiden Talmudcn auch das Midraschgebiet. Von demselben Verfasser erscheint gegenwärtig in Lemberg auch ein Werk unter dem Titel: „Die Opfer deö alten Testaments." — DaS Klein'sche Jahrbuch (16. Jahrg.) befindet sich unter der Presse. Leipzig, 17. September. (Privatmitth.) Die hiesige Predigerwahl ist endlich zum Abschlüsse gekommen. Am 7. d. M. wurde nämlich Herr Dr. Goldschmidt, Prediger der deutsch-israelitischen Gemeinde in Warschau, einstimmig als Nachfolger Jellineks gewählt, der Anfangs October nach Wien übersiedelk. — Letzterer hat folgendes Schreiben vom Ministerium des Königlichen Hauses erhalten: „Seine Majestät der König haben die Allerhöchstvemselben von Ihnen mittelst Zuschrift vom 14tm d. M. übersendete Schrift über die Geschichte der Kabbala mitJnteresse enrgegengenommenund das Unterzeichnete Ministerium beauftragt, Ihnen dafür in Allerhöchstihrem Namen zu danken. Dasselbe steht daher nicht an, sich dieses Auftrages hierdurch zu entledigen." Der 4. Theil „Bet ha-Midrasch" wird in einigen Tagen die Presse verlassen.

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