Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 40 (28.9.1857)
- Date
- 1857-09-28
- Page
- Seite 542 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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S42 loses lernen; daher find auch schon bei den ersten Hebungen alle sinnlosen Lautverbindungen vermieden." Das Kind, das seine Fibel lieb gewinnt, weiß sie (wie die häufige Erfahrung zeigt) allmähliz meist auswendig; darum soll es nur Sinnvolles und Sinnreiches von vornherein lernen und finden, weil ihm dadurch mehr die Lust nach Neuem wächst. Herr Hecht hat auch in der hebräischen Fibel ein Gleiches beobachtet (nachdem in der ersten Hauprübung die vocalismen Huchstabenlaute eingeübt sind). — Der Stoff ist mannigfaltig und reichhaltig. In der sechsten Hauptübung hat Herr Hecht besonders Lese- und Uebersetzungsübungen mit deutscher Interlinearübersetzung in einzelnen Hauptwörtern, Eigenschafts Zeit-, Zahl- und Fürwörtern und dann in einzelnen biblischen Stellen und Sätzen gegeben, die wir für eine gute Vorübung und Einleitung zur Bibel- und Gebeteübersetzung erachten. Der deutschen Fibel hat Herr Hecht noch als „Anhang. Biblische Geschichte für Anfänger" in 48 Paragraphen beigegeben, was recht gut ist. — Doch indem wir uns bisher etwas ausführlich mit diesem Büchelchen und seinen guten Eigenschaften befaßten, weil wir, wie schon bemerkt, eine Fibel für gar kein geringes Buch und deren zweckmäßige Abfassung für keine leichte Sache halten, dürfen wir auch die Mängel nicht verschweigen, die diese Arbeit des Herrn Hecht an stch trägt, und die wir recht dringend hinwegwünschten. Zuerst im hebräischen Theil: S. 30. Der Buchstabe £ heißt nicht sondern (f. Jbn Esra zu 4 Mos. 10, 2.; Zunz, zur Literatur und Geschichte l. 116.; Bereschit rabba Cap. 1.; im Talmud sSabbat 104 a.) wird an den Buchstaben, der dort genannt wird, nur eine Spielerei mit der Bedeutung der Buchstabennamen geknüpft). — S. 30.: Die Urväter heißen: Abrabam, Jizchak, Jakob, Sara, Ribhka, Rachel, Lea!! Die Festtage heißen: NVO (mit Schwa unters); so heißt jedoch das Wort Schwüre, nicht Wochen (dieser Fehler findet sich auch in vielen andern jüdischen Lehrbüchern und Schriften); während es richtig rmauj (mit Kamez unter lp) heißen soll. — S. 35. dursten, da der Schüler schon hier leicht die Fürwörter lernt, die weiblichen Formen durchgängig nicht fehlen. In den aufgeführten (abgekürzten) 10 Geboten fehlt das 10.: ab!! Und dann hätten wir (selbst in dieser At< kürzung) das Bibelwort unverändert gewünscht; daher durfte im zweiten das *jb nach irnfr; nicht fehlen, und sollte im 4. statt die Bibelform «ydy stehen, weil der Schüler, wenn er später die 10 Gebote lernt, nicht mit der früher eingeprägten und nun andern Form in Constiet gerathen soll. Eben so fehlt ohne Grund S. 36. im Satze der Schluß ^8)2 byyi. — 3m deutschen Anhänge har uns Manches nicht ganz richtig bedünkt; so §. 10.: „Auch Gott bestrafte den Cham." Steht das in der Bibel? tz. 13.: „Sodom und Gomorra!" Warum jüdischen Kindern nicht die rein biblischen Namen: S'dom und Amora? Höchst unangenehm hat uns aber §. 23. (Moses) folgende Stelle berührt: „Als er (Moses) einmal einen Egypter (nicht Egyptier, wie es durchgängig heißt) sah, der einen Israeliten schlug, erzürnte er der Art, daß er sich in der Uebereilung zu der großen Sünde verleiten ließ, den Egypter todt zu schlagen." (!!!) Wie? vas lehrt und schreibt ein jüdischer Lehrer, dem nach Ueberzeugung und Beruf Moses sein höchster Lehrer, sein Muster und Vorbild im Leben und Wirken sein soll, das erzählt derselbe den Kindern? MoseS aus zorniger Uebereilung ein großer Sünder und Mörder?! Und diesen beruft Gott als sein vorzüglichstes Werkzeug zur Erlösung Israels, als seinen liebsten und „treuesten" Propheten?!— Nein, Herr Hecht! Das war eine große Uebereilung, solches öffentlich zu schreiben. Es ist nicht hier ver Ort, über diese That Mosis zu sprechen, die in ganz anderem Lichte aufgefaßt werden kann und soll, als Sie es thun; aber wie mochten Sie über eine That, die die Bibel einfach und doch motivirend erzählt, so eigen aburtheilen? — nba?: nn&n nvDn rr-nnt-i! Vergleichen Sie die Stelle: (2. B. Mos. 2, 12.) mit Jesaja 59, 16. (bei gleichem Ausdrucke); vielleicht gewinnen Sie dann eine richtigere Ansicht; — und dann merzen Sie die Stelle in Ihrem Buche aus. nvisn 'im öirnnna ■nntM.*) — Dennoch können wir bis auf die gerügten Mängel die Fibel als sehr zweckmäßig und brauchbar empfehlen und wünschen ihr Verbreitung in den Schulen. — Das Buch unter II. ist sehr reichhaltig und sehr gut geordnet, und bietet recht viel Gutes. Hier sind nur kleine Mängel zu verbessern; z. B. S. 37 : „Vier Räthsel", und fünf sind aufgezählt. Auch hier ist ein recht brauchbarer „Anhang. Jüdische Religionslehre für Anfänger"; Folgendes fiel uns darin auf; S. 219.: Schewuans (wie in der Fibel) statt Schabuoth (warum die polnische Aussprache statt ver richtigen?); S. 225.: „Gegen Beleidiger"; vergelte statt vergilt. Wir hätten gerade hier mehr Belehrung gewünscht, wie sich der Jsraelite *) Vgl. unsere bündige, aber energische Erklärung in unserm Bibelwerke Th. I. S. 302. Redact.