Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 39 (21.9.1857)
- Date
- 1857-09-21
- Page
- Seite 528 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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528 sende den Eintritt in ihre religiöse Genossenschaft weihete, ihm ihre anderweitigen religiösen Acte zu verweigern, und er hat nicht das Recht, sich darüber zu beklagen; denn wenn er, mit den religiösen Ideen allein sich begnügend, den Eintritt der sichtbaren Erscheinung der Religion, der factischen Wirklichkeit derselben, der realen Segnung derselben von sich stößt, so kann ihm die Religion die anderweitigen Acte derselben Kategorie nicht angedeihen lassen, ohne sich selbst zu entwürdigen, ohne sich ihrer eigenen Gestaltung zu entaußern, und eine Folgerung zuzulassen, welche sie zu jenem nebelhaften Nichts machen würde, zu welchem freilich Viele, aber in unbedachtsamer und heilloser Weise, sie machen wollen. Also kein Zwang der Beschneidung, keine Ausschließung vom Religionsunterrichte und von der Anwohnung des Gottesdienstes — aber nimmermehr der Vollzug der übrigen religiösen Acte, der ms» 'a (als solche, oder als „Confirmation",) des Aufrufens zur Thora, der Trauung u. dgl. Das Judenthum hat hiermit das einfachste Princip aufgestellt und bewahrt und die Stellung in bestimmtester Weise gezeichnet. Es hat hiermit die Negation verlassen und sich wieder auf den Standpunkt fester Gestaltung gebracht. Berichtigung. In No. 37. S. 502. Sp. 2. Z. 3. v. unten hat sich ein Druckfehler eingeschlichen, der zwar von Kundigen leicht, schon aus der Umgebung erkannt werden, aber den Unkundigen leicht beirren kann. Es ist nämlich in dem Satze: „Vom jüdischen Standpunkte aus sind die Kinder allerdings als Juden anzusehen" — das verhängnißvolle „nicht" hinter „allerdings" ausgelassen worden; wie der Gegensatz zum „allgemein menschlichen Gesichtspunkte" schon voraussetzt. Der Satz muß heißen: „vom jüdischen Standpunkte aus sind die Kinder allerdings nicht als Juden anzusehen; ff." Es stützt sich dies auf die anerkannte Halacha und die Stellen sind bekannt. Die Redaction. Literarischer Wochenbericht. Braunschweig, im September. (Eingesandt.) Ein Schwarm von Plagiaten. Seit Jahren hat meine „Geschichte des Volkes Jisrael" von jener bekannten Coterie, welche alle Schriften von nicht zu ihr Gehörigen vollständig ignorirt, es erlitten, daß Männer derselben bei Besprechung wissenschaftlicher Punkte, welchen ich die eingehendste Erörterung gewidmet habe, nicht die geringste Notiz hiervon nahmen und oft sich gerirten, als würden diese Punkte von ihnen zum allerersten Male zur Sprache gebracht. Ich schwieg hierzu, denn es konnte ja sein oder doch heißen, daß der Schreiber mein Werk nicht gelesen hätte; obwohl manche gebrauchte Wendung und manche stillschweigend adoptirte eigenthümliche Ansicht mir zuweilen das Gegentheil verrieth. Nicht aber kann ich zu einem Verfahren schweigen, das meinem erwähnten Werke in Frankel's Monatsschrift vom Juni d. I. (in einer Recension von Grätz' Geschichte der Juden) zu Theil wurde. Der Recensent hat eingeständlich meinen Ercurs über die jüdischen Secten gelesen, denn S. 235. führt er daraus auf meinen Namen zwei Ansichten au, natürlich um sie chevaleresk zu verwerfen, entblödet sich aber nicht, von meinen neuen Ansichten über die jüdischen Secten und was damit zusammenhängt, diejenigen, welche ihm gefielen, schlankweg und ohne mich dabei nur zu erwähnen — für die seinigen auszugeben. Ich muß dies beweisen. S. 233. in Frankel's Monatsschrift nennt er es 1) einen Jrrthum, daß Grätz in Bezug auf Horajot 4, a. von facriöser Opposition spricht; 2) bestreitet er ihm, daß Synedrin 88, b., wo von Tefillin die Rede ist, mit-den Zedukim in Zusammenhang zu bringen sii; 3) tadelt er es, daß Grätz die Tefillin zu den traditionellen Gesetzen zählt. Aber alle drei gegen Diesen erhobene Einwendungen fand er beisammen in der Anmerkung, welche in meinem erwähnten Ercurse im 3. Bande von S. 386. auf S. 387. hinüberreicht. — S. 234. sagt er, in den Essäern des Josephus zeige sich ein zu großer Gegensatz zu den Pharisäern, um nicht als eine völlig von diesen getrennte Secte zu erscheinen, und giebt dann Beweise dieses Gegensatzes. Dies fand er bei mir S. 392. u. w., und da meines Wissens ich zuerst und allein , diesen Gegensatz dort ausgesprochen und durch Thatsachen nachgewiesen habe, so ist die Quelle dieses Recensenten schwerlich Einem zweifelhaft. Seine Beweise find: die Effäer glaubten nicht an die Auferstehung, das habe ich S. 393. urgirt; sie vermieden die Ehe, das habe ich ebendaselbst urgirt; sie hätten keine Opfer im Tempel gebracht, das habe ich S. 392. urgirt. S. 235. verwirft er Frankel's Meinung, daß die Effäer hätten durch Andere Opfer bringen lassen, Josephus' Worte besagten das nicht, das habe ich S. 392. in der 2. Anmerkung gesagt. Meine ferneren Beweise übergehet er. — S. 237. wendet er gegen Grätz'