Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 38 (14.9.1857)
- Date
- 1857-09-14
- Page
- Seite 515 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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515 ßig und methodisch geordnet; die Lesestücke, mit pädagogischem und ästhetischem Tact gewählt, dem kindlichen Gemüthe und Fassungsvermögen angemessen. Eine gefällige äußere Ausstattung und der billig gestellte Preis dürsten dem Büchlein noch zur besonderen Empfehlung dienen. — 'ja Tpsn Hebräische Lesefibel nach der Lautlehre bearbeitet von N. Rackwitz. Krotoschin 1856. Ein recht praktisches Büchlein, das nicht nur seinem eigentlichen Zwecke: das Erlernen der hebräischen Druck- und Schreibschrift den Kindern zu erleichtern, vollkommen entspricht, sondern auch durch einen Anhang: „Einige der täglichen Gebete mit deutscher Uebersetzung" in der ersten Zeit den Kindern eine Nr>pn ersetzt. Möge das Büchlein in recht vielen Schulen Eingang finden! —K— in W....l. Paris, im August. La lettre de R. Jehuda ben Koreisch, publide en arabe par MM. l’abbe Bargfcs et Goldberg. Paris 1857. Das Univers israel. berichtet folgendermaßen hierüber: Der Inhalt des Buches ist folgender: 1) Die arabische Vorrede des Abb6 Bargös, deren Zweck wir nicht wohl begreifen. Herr Barges nennt Wolfs und andere Bibliographen, die Koreisch erwähnt haben, während er mit Stillschweigen übergeht, was neuerdings über diesen Gegenstand geschrieben und in Frankreich veröffentlicht worden ist, besonders die Arbeit von Munk. Wenn Barges nicht die Conjecturen dieses Gelehrten theilt, so mußten seine aus einem Schriftsteller des 12. Jahrhunderts gezogenen Documente wenigstens bestritten werden. 2) Die hebräische Vorrede des Herrn Goldberg, in welcher er sehr interessante Notizen über die Gaonim in Sura und über das Leben des R. Jehudah ben Koreisch giebt. Fügen wir einige Worte über Koreisch hinzu, über welchen die Arbeit Goldbergs detaillirte Aufschlüsse liefert. Unser sehr gelehrter Rapoport, welcher durch seine zahlreichen Forschungen den Geist der lange schlummernden Biographen wieder erweckte, und welcher in verschiedenen Sammlungen uns eine Reihe Biographien großer Männer, besonders mehrerer Gaonim giebt, behandelt gleichfalls Koreisch. Er stellt ihn vor Saadias (zwischen 880 und 900), aber Munk nach der Annahme Jbn-Esra's, bestimmt ihn dem 10. Jahrhundert. Die Einzelheiten seines Lebens fehlen uns, wie von allen unjern berühmten Männern des Mittelalters. Seine Erklärungen werden von Menachem ben Serouk, R. Jona ben Ganach, Parchon, Janchum Ueruschalmi und auch von Raschi nach verschiedenen Hilfsquellen erwähnt. Er verstand mehrere Sprachen, wie sein Werk beweist. 3) Ein Brief an die Gemeinde von Fez, in welchem er sie zum Studium der Targumim anfeuert, welche, wie er sagt, sehr nützlich durch die Erklärung fremder Worte, denen man in der Bibel begegnet, sind. Dieser Brief ist zwei Mal ins Deutsche übertragen worden, und ist in der Vorrede Goldbergs ins Hebräische zurückübersetzt. Es wäre ein Zeitverlust, diesen Brief auch in andere Sprachen zu übertragen, um zum Studium der Targumim anzuseuern, aus dem man setzt keinen Nutzen ziehen kann, da das Hebräische selbst der Jugend nicht mehr gelehrt wird. Wozu ein Mittel, Fremdwörter zu erklären, wenn man selbst die gewöhnlichsten Wörter nicht kennt? 4) Das eigentliche Werk, welches in 3 Theile zerfällt, deren erster die Vergleichung der hebräischen Wörter mit den aramäischen enthält. Zum Beispiel das Fließen der Flüsse (Numeri 21, 15.), ist die chaldäische Uebersetzung von so wie der Targum <Levitus 4, 12.) durch nnllp lizr» giebt. Kitt "?dn (Levitus 20, 17.) bezeichnet „Schande, Haß", denn der Targum übersetzt i-isnfi (Genesis 34, 14.) mit &nDn; aus derselben Wurzel kommt tap2rr' (Proverbia 26, 10.) „Der, welcher hört, könnte Dich beleidigen". Der zweite Theil enthält die Erklärung per Worte der Mischna und des Talmud, die in der Bibel stehen. So z. B. ttniösm (Erodus 9, 31.) ist mit dem Worte der Mischna vVtfato erklärt „in seinen Sten- - geln". Der dritte Theil stellt die Vergleichung zwischen den arabischen und hebräischen Wurzeln auf und zeigt die Aehnlichkeit der Wurzeln dieser beiden Sprachen. Am Ende befinden sich einige lateinische Noten des Abbe Barges, in welchen er einige arabische Verse aus dem Terte zieht und ihren Rhythmus bezeichnet; aber wir hätten auch die Uebersetzung der Verse zu haben gewünscht, von denen mehrere schwer einen Sinn geben. — Man fleht, von welchem Werthe dieses Buch ist, welche Wichtigkeit es seines Alters wegen, dann als erster Versuch der Lericographie hat, und da es selbst wichtige Erklärungen von Fremdwörtern enthält. Wir lassen einen Aufruf an das israelitische Publikum ergehen, daß es den Verkauf dieses Buches befördere, was für die jüdische Wissenschaft eine Aneiferung sein würde.