Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 36 (31.8.1857)
- Date
- 1857-08-31
- Page
- Seite 489 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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48S und der ehrwürdigen Sache halber; und muß bedenken, daß im alten Hebräischen der Bau der Perioden, auf der Beobachtung dieser Regeln gegründet, dadurch ihren Wohllaut und Rhythmus erhalten. Was soll man überhaupt von der Gewissenhaftigkeit unserer Zeit und der Kenntniß der hebräischen Sprache in derselben für Begriffe den Nachkommen vererben, welche einmal den Maßstab an unsere hinterlassenen Werke in diesem Fache anlegen werden? Wir gerathen ja bei Nichtbeachtung der Neginah mit den Mafforethen überall in Widerspruch, und richten eine Verwirrung an, welche der Einheit und Wissenschaft im Judenthum höchst verderblich werden kann; abgerechnet der Mißachtung jener Männer des Alterthums, welche keine Mühe scheueten, um unS durch Zeichen und tXeginali die richtige Betonung zu erhalten. Darum noch einmal: wer zum Hebräischen Musik setzen will, muß selbst ein guter Hebräer sein, und muß sich mit einem Manne verbinden, der gleichfalls ein guter Grammatiker ist, — der die Aufgabe habe, jedes Musikstück durchzugehen, um es mir Betonung und Rhythmus in Uebereinstimmung zu bringen. Ist aber das Componiren für das Hebräische keine so leichte Sache, so verdient ein solches Uitternehmen, wie das Herr Moritz Deutsch in Breslau zur Ausführung bringt, eine desto größere und umfangreichere Unterstützung von Seiten der Gemeinden, wie von Seiten der Privatpersonen, und recht vieler Theilnehmer des Unterrichts, um endlich einmal ein lange erwünschtes Ziel in Einigkeit erreiche» zu können. M. F. Zelle. Preußen. Cöln, 10. August. (Privatmitth.) Daß die Couserenz der rheinisch-westphälisch israelitischen Lehrer im Äai a. c. in Dortmund, wie beschlossen worden war, nicht stattgefunden hat, dürfte vielleicht bei Manchem, und gewiß nicht mit Unrecht, dem Gedanken Raum gegeben haben, daß auch diese Conferenz das Schicksal ihrer Schwestern theilen und das lobenswerthe Streben der für ihren heiligen Beruf begeisterten Lehrer resultatloS bleiben werde. Solche, freilich trübe Gedanken mußten sich um so mehr aufdringen, als Erfahrung dafür sprach und spricht, und keine rosenfarbene Gegenwart vorhanden ist, die im Stande wäre, den Blick des Lehrers froh der Zukunft zuzuwenden, und die Zeit der Abspeisung mit Phrasen längst vorüber ist, vorüber ist, weil das Leben, das ernste Leben auch bei den Lehrern seine Forderungen gebieterisch geltend macht. Während nun mit uns Manche so dachten und die Conferenz und ihre Tendenz als zu den Seligen gehörend betrachteten, haben wir es in jüngster Zeit mit Freuden wahrgenommen, wie der wackere Conferenz-Vorstand — an der Zukunft noch nicht verzweifelnd — seine Hände nicht müßig in den Schoß gelegt, sondern fleißig gestrebt und alle Schritte gethan hat, um das Unternehmen dem Ziele näher zu bringen und soll derselbe, wie wir aus sicherer Quelle erfahren haben, mit der Absicht umgehen, die Conferenz im October nach Dortmund zu berufen. Wir können diese Absicht nur billigen, indem wir, wie aus dem Gesagten hervorgehen dürfte, ein längeres Verschieben dem jungen Institute für nachtheilig halte», wünschten aber, wenn der Vorstand einige Berücksichtigung unserm gutgemeinten Wunsche nicht versagen sollte, daß die nächste Conferenz in Crefeld abgehalten werden möchte. Denn sind wir auch — offen gestanden — keine zu großen Freunde der Herren Rabbinen, und glauben wir auch gern, daß die Herren Lehrer ihre Sache zu vertreten fähig genug sind, so erkennen wir dennoch das Verdienst, wo wir es auch treffen mögen, an. Bodenheimer aber und der Herr Redacteur dieser Zeitung haben sich um diese Conferenz nicht unbedeutende Verdienste erworben; Letzterer, indem er dem Vorstande mit Rath und Thal an die Hand ging, Elfterer, indem er trotz seiner Kränklichkeit der Conferenz-Opfer an Zeit und Geld gebracht und sie bisher bei den Staatsbehörden vertreten hat, wovon auch daö Ministerial-Nescript vom 3. Juli a. c. neuerdings Kenntniß giebt und woraus wenigstens einige Hoffnung hervorgeht, daß ihre Ercellenzen, die Herren Minister des Innern und des Cultus der Sache ihre hohe Erwägung angedeihen lassen und ihre zur Realisirung des Werkes nöthige Sanction vielleicht nicht versagen werden. Als eine Anerkennung deS Verdienstes wünschten wir daher erstens, daß der Conferenz-Vorstand den Herrn vr. Philippson zur Conferenz einlade, inhem sicher zu erwarten ist, daß derselbe bei dem längst bekannteir Interesse, welches derselbe an der Schule nimmt, der Versammlung anwohnen werde, wenn Umstände und Verhältnisse es nur eben gestatten sollten; zweitens, daß die Versammlung in Crefeld abgehalten werden