Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 35 (24.8.1857)
- Date
- 1857-08-24
- Page
- Seite 476 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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476 heißt, — zu einem israelitisch religiösen Vergehen zu verleiten, oder zur Uebertretung einer solchen Satzung zu verhelfen. (Abodah Sarah 26b. sSiehe Tur Joreh Deal) HilchotRibit Cap. 159. «vnw rein Die a^siior; nsnon und Genossen hingegen, welche die Jebamah von narbn frei* sprechen, bekennen sich sicher zu der Ansicht der iw a'iaiN, daß der Murner in Allem dem Noch« gleich steht, seine Kiduschin haben sinaitisch keine Gültigkeit und deshalb er auch nicht dem Jbamgesetze unterworfen ist. Nun sind diese o’ims iw von den oben angeführten größten Autoritäten der Halacha gründlich widerstritten, wobei besonders die gewichtige Eiferstimme deö ->"a, (Eben ha-Ezer 159.) mit der er die Chalizahbefreier bekämpft, nicht zu überhören ist, und außerdem darf man auch die Erwägung des Tjas* (Eben Ha-Ezer Cap. 44.) sich nicht ganz entschlagen, daß der Mumer unserer Zeit selten ein solcher sei, daß er nach den w-iw« iw als außer dem Bunde Israels stehend betrachtet werden müßte, so ist es sicher, daß das Judenthum selbst von seinen entartetsten Kindern nicht läßt, sie mit dem unsichtbaren Bande der Religion auch dann noch festhält, wenn sie zu einer andern Glaubensfahne geschworen. Es wäre demnach halachawidrig und schwer zu verantworten, die Jebamah eines Mumer chalizahfrei erklären zu wollen. Israeli, Rabbiner. Aus Hinterpommern, Ende Juli. (Privatmitth.) Wenn auch aus hiesigem Lande nicht viel Neues zu berichten ist, so ist eS doch eben so erfreulich als befriedigend, zu bemerken, daß auf dem früher angebahnten Wege des Guten fortgeschritten wird und allmählig aus früheren Keimen gute Früchte erstehen. So ist es vor Allem die Gemeinde Stolp, deren Gemeindeleben ein friedliches ist und wo besonders die seit 1854 begründete jüdische Elementarschule unter Leitung und Mitwirkung des Rabbiners l)r. Klein und durch die rüstige und sehr lobcnSwerthe Thätigkeil deS Lehrers Krön er im erfreulichsten Gedeihen ist; in dem neu acquirirten Cantor, welcher demnächst sein Amt antretcn wird, soll der Schule eine neue, volle Lehrkraft zugeführt werden, da die bisherige Thätigkeit eines christlichen Hülsslehrers nicht mehr auSreicht. — Seit zwei Jahre» hat sich hier ein ,,Brüderverein" aus den jüdischen Schülern der Real- und jüdischen Elementarschule gebildet, welcher durch Monatsbeiträge arme Mitschüler, wenn sie mit): *u werden, einkleidet und auch sonst armen Mitschülern Unterstützung zur Bestreitung des Schulgeldes bietet. Ein weiterreichendes, höchst wohlthätiges Institut hat aber der im vorigen Jahre nach Berlin übergesiedelet Kaufmann, Herr David Friedländer, begründet, indem er zum ewigen Geschenke 300 Thlr. an die Gemeinde übergab, um für hülfsbedürftige Handelsleute Darlehen von 10 — 30 Thlrn. zu geben, welche sie dann zinsfrei und wöchentlich mit einem Groschen pro Thaler zurückzahlen können. Ueberhaupt haben die hiesige Gemeinde durch den Umzug dieses Mannes, der ihr erster Vorsteher war, und die Armen und Nothleidenden viel verloren, die bei ihm und seiner trefflichen Gattin stets Rath und reichliche Hülfe fanden. Auch der Banquier, Herr A. P. LchrS, hat bei seinem Umzuge nach Berlin jährlich die Zinsen von 2000 Thlrn. (100 Thlr«) bestimmt, welche alljährlich an je zwei jüdische und zwei christliche verschämte Dürftige verabreicht werden sollen. — In Butow ist seit dem Amtsantritte deS Cantors und Lehrers S. Lewin ein recht schöner Gottesdienst eingeführt, der nach dem der Gemeinde Stolp geregelt ist; besonders aber verdient der rege Eifer des Herrn L e w i n als Lehrer Lob und Anerkennung, da er den Jugendunterricht, der bisher dort sehr im Argen lag, kräftig hebt und bessert. Er wird darin vom Rabbiner Dr. Klein, dessen Filial Bütow seit diesem Jahre geworden ist, unterstützt. — Eben so erfreulich ist cS, daß Schlawe, welches in früheren Jahren fast jährlich mit seinen Cantoren und Lehrern wechselte, nun schon seit mehreren Jahren in Frieden und Eintracht mit dem Cantor und Lehrer lebt, welcher es nicht an Eifer und gutem Willen fehlen läßt. — Eine durch frommen Sinn und schönes Wirken ausgezeichnete Gemeinde ist Belgard, wo Herr M. H. Lewh mit bestem Beispiele vorangeht. Und wenn auch Cöslin im religiöse» Leben noch gar Manches zu wünschen übrig läßt, so hat doch durch die Leitung ihres ersten Vorstehers, Herrn Lewinsohn, das Gemeindeleben mehr Halt bekommen und es gedeihet allmählig auch dort ein besserer Sinn. — Friede herrscht aber in allen Gemeinden und durch diesen ist allmählig Förderung zu erwarten. — Westpreußen. (Privatmitth.) Die Königl. Regierung zu Marienwerder hatte im Jahre 1854 allen