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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-08-24 · Heft 35 (24.8.1857) · p. Seite 472

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 35 (24.8.1857)
Date
1857-08-24
Page
Seite 472 (sequence 4)
Language
German
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472 dct und ist es zu bedauern, daß diese nicht hinreichen, um das Spital zu sondiren. Statt deö SpitaleS will Herr Montestore jetzt ein Asyl für Greise begründen. So sehr jedoch die Verdienste Montefiore'S aus vollem Herzen anzuerkennen sind, so ist es zu wünschen, daß derselbe in Betreff der Touro'schcn Erbschaft der Oeffentlichkeit Mittheilungen mache. ES ist dieses um so mehr zu wünschen, da Herr Montestore rai 'n sehr betagt ist. Auf dem Platze, wo das Spital stehen sollte, gab Herr Montestore ein heiteres Fest, wo der kräftige Greis in englisch rother Uniform, dem Sammetkäppchen auf dem Haupte und mit dem Rischanorden geschmückt, präsidirte und im Uebermaße der Freude bei Musikbegleitung tanzte.*) Bei der Ankunft des Herrn Montestore wurde derselbe vor dem Jaffaer Thore von den schön uniformirten Schülern der Herz-Lämel'schen Anstalt, den Lehrern an der Spitze, mit einer schönen hebräischen Hymne, verfaßt vom sehr begabten Leiter des Rothschllb'schen Spitals, Herrn Dr. Reuman, begrüßt, welches Herrn Montestore eine freudenvolle Ueberrascbung bereitete. Herr Montestore besuchte diese Anstalt wiederholentlich, ließ die Kinder zu sich kommen und beschenkte sie. Diese Anstalt macht gute Fortschritte; einzelnweise faßt sie Boden und dieselbe ist jetzt nicht in der Lage, alle Kinder aufzunehmen, die man ihr zuführt. WaS der Anstalt nvlh lhut, ist, daß ein europäisch gebildeter Director angestellt werde. Dem Gedeihen der von dem Verdienstvollen Herrn A. Cohn gegründeten Handwerks- und Mädchenschulen stehet die Unlust zur Arbeit im heißen Klima sehr hindernd im Wege. Der Webermeister, Herr Elbe aus Hamburg, von Montestore hierher geschickt, konnte bisher ebenfalls wenig Proselyten machen. Inzwischen wird die Proselytenmacherei anderweitig sehr betrieben, insbesondere von dem preußischen und englischen Consul, die auch getaufte Jüdinnen zu Frauen haben. Fern von allen diesen Dingen hält sich der österreichische Consul, der jetzt General-Consul werden soll, da Zephal und Tiberias unter österreichische Jurisdiction kommen sollen. Der österreichische Consul hat in sehr energischer Weise die „Denkschrift" des Herrn Deutsch in Wien beantwortet und Letzterer hat wegen dieser Denkschrift, wie wir hören, eine Rüge vom k. k. Ministerium drS Aeußern bekommen. Deutschland. Frankfurt am Main, im Juli. (Privatmitth.) Die von Dr. I. M. Jost gestiftete Waisen-ErziehungS-Anstalt für Mädchen in dieser Stadt und nahen Umgegend, nunmehr bereits über zehn Jahre in steigender Wirksamkeit, erfreut sich allgemeiner Theilnahme und zugleich der Anerkennung ihrer glücklichen Ergebnisse. Die Anstalt, welche im Jahre 1847 ohne Geldmittel ins Leben gerufen worden, hat durch laufende Beiträge und freiwillige Gaben sich bisher nicht nur erhalten, sondern auch so weit erhoben, daß sie aus eigenen Mitteln ein Grundstück erwerben und ein Haus erbauen konnte. Zur Einrichtung desselben wurde im April eine Geschenke-Ausspielung veranstaltet, welche, das Loos zu 18 Lr., einen Reinertrag von 23VV Fl. eingebracht hat; auch erhielt die Anstalt nach und nach ohne Namen seit dem Februar c. eine Summe von 350 Fl. — DaS nunmehr vollständig hergerichtete Gebäude wird im August eingeweihet und bezogen werden. Darüber nächstens. Auö dem Herzogthum Nassau, im Juli. (Privatmitth.) Das „Franks. Journ." enthält folgenden Artikel: „Je mehr man in unfern Zeiten dem oft künstlich gemachten und gleichsam vom Zaune gebrochenen confessionellen Hader begegnet, um so erfreulicher muß eS jedem Menschenfreunde sein, zu erfahren, wie man bei uns keineswegs der Richtung huldigt, welche die Staatsangehörigen nach ihrer Konfession berücksichtigt. So sehen wir im Gegentheil, wie, so viel als irgend möglich, bei Anstellung der Elementarlehrer die beiden christlichen Confessionen mit gleicher Rücksicht behandelt werden. Ganz besonders aber erfreut cs unö, daß hier auch bei Israeliten persönliches Verdienst gewürdigt und belohnt wird. So erfahren wir aus dem Verordnungsblatt Rr. 12. vom 1. Juli, daß der israelitische Medicinalrath De. Herz in Weilburg, ein Mann, der sich in langjährigem Staatsdienst durch sein gewissenhaftes, segensreiches Wirken die Anerkennung Aller, die ihn kennen, erworben hat, von dem Herzog von Nassau zum Obermedicinalrath ernannt worden ist." Hierzu erlaube ich mir hinzuzufügen, daß der Wir- *) In Jerusalem!! Redact.

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