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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-08-24 · Heft 35 (24.8.1857) · p. Seite 471

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 35 (24.8.1857)
Date
1857-08-24
Page
Seite 471 (sequence 3)
Language
German
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471 bische Gebräuche zu üben. Hierdurch wird wohl die betreffende Anmerkung gerechtfertigt erscheinen. — Gleichzeitig möge auch die Einwendung meines Freundes Kirchheim in Betreff der Punkte, welche ich S. 156. als Sache der Schicklichkeit bezeichnet habe, während das Gesetz selbst 3. M. 10, 6. und 9. darüber ausdrücklich spricht, berührt werden. Nach meinem Beurtheiler hätte ich das Gesetz selbst anführen müssen, und er entschuldigt diese Auslassung damit, daß ich dasselbe übersehen hätte, weil ich mich nur auf Zebachim II. (nämlich Fol. 17 b. und 18 a.) berufen habe. Allein diese Entschuldigung ist gar nicht statthaft, denn der Talmud führt ja wörtlich den Tert der heiligen Schrift an, so daß von einer Vergessenheit nicht die Rede sein kann. Wer aber die Stelle genau nachliest, wird leicht begreifen, daß das Gesetze welches dem Priester vorschreibt, vor dem Eintritt ins Heiligthum keine berauschende Getränke zu trinken, und nicht in zerrissenen Gewändern zu erscheinen, bei weitem nicht die talmudischen Folgerungen enthält, von denen ich sprach, obgleich ich etwas ausführlicher hätte sein können, wenn ich nicht bei unerheblichen Gegenständen mir die größte Kürze zur Pflicht gemacht hätte. — Ueber verschiedene andere Ausstellungen behalte ich mir vor, späterhin zu schreiben. Jedenfalls bin ich Denen sehr dankbar, welche meinem Werke einige Aufmerksamkeit widmen, und ich werde nicht anstehen, gerechte Erinnerungen offen anzuerkennen. I. M. Jost. Während meiner Abwesenheit ist bei mir eine namenlose Handschrift für das Institut eingegangen, mit dem seltsamen Ansinnen, daß ich derselben ein Vorwort vorausschicken möge. Sie kam unfrankirt an, und trägt den Poststempel Gießen, 14. Juli. Ohne von der Unschicklichkeit, das Institut, noch bevor die Annahme einer Handschrift entschieden ist, mit Porto zu belasten, hier weiter zu sprechen, muß ich aber leider erklären, daß daö ganze Machwerk von der größten Unfähigkeit Zeugniß giebt, und es dem Verfaffer zur Verfügung liegen bleibt. Da ähnliche Fälle schon vorgekommen sind, so muß ich die Herren Schriftsteller, welche mit dem Institut in Verbindung treten wollen, ernstlich bitten, mich nicht mit zweifelhaften Anerbietungen zu belästigen. Ich habe weder die Zeit, noch die Neigung, fremde Arbeiten, welche nicht der Annahme einigermaßen gewiß sind, zu lesen und darüber Briefe zu wechseln. Viel zu sehr mit Arbeiten überhäuft, werde ich in der Folge alle solche Zusendungen gänzlich unberücksichtigt lassen, Unfrankirtes aber uneröffnet zurück senden. I. M. Jost. Berichtigung. In dieser vielgelesenen Zeitschrift ermangele ich nicht, einen, nebst noch anderen minder bedeutenden Druckfehlern, in meinem Aufsatze in Joseph Wertheimers Jahrbuch für Israeliten 5618 bei Gelegenheit der Erwähnung von Jost's Geschichte des Judenthums rc. S. 260. Z. 16. sich eingeschlichenen sinn-- entstellenden Druckfehler hiermit zu berichtigen. Es muß nämlich daselbst heißen: „Ein so inhaltreiches Werk rc. — — läßt sich nicht in wenigen Zeilen skizziren". Das Wörtchen nicht ist leider im Drucke ausgefallen, wodurch der ganze Passus nicht den Sinn hat, den er haben sollte. Dresden, 24. Juli 1857. Dr. B. Beer. Zeitungsnachrichten. Palästina. Jerusalem, 16. Juni. (Privatmitth.) *) Montefiore hat unS zum vierten Male besucht. ES ist die ausdauernde Liebe dieses Mannes, der bereits betagt ist und dem eine derartige Reise sehr beschwerlich fallt, sehr zu würdigen und anzuerkennen. In Begleitung desselben befand sich ein Curator der Touro'schen Erbschaft. Herr Montefiore unterhandelte mit Herrn Endlicher, der vom Wiener Erzbischöfe hierher geschickt wurde, das österreichische Hospiz zu bauen, um den Bau des zu errichtenden jüdischen Spitals, zu welchem vor zwei Jahren der Grundstein gelegt und der Plan in England verfertigt wurde, zu übernehmen; jedoch wurde dieses Herrn Endlicher von christlicher Seite untersagt. Wie ich höre, wird Herr Endlicher jetzt abberufen, weil daö Präliminar für das Hospiz nicht mit den jetzt gemachten Ausgaben über- «instimmt und eS ist dieses im Interesse des Spitalbaues zu bedauern. Inzwischen kam Herr Montefiore von dem Gedanken ab, ein Spital zu bauen, da das Rothschild'- sche Spital, wenn es vollendet sein wird, dem Bedürfnisse entsprechen wird. Die Freiherren v. Rothschild haben viele Summen zu diesem Zwecke gespen- *) Aus einer sehr sichern Quelle uns zugekommen. Redact. 35*

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