Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 34 (17.8.1857)
- Date
- 1857-08-17
- Page
- Seite 460 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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460 II. Ausgabe n. An Papierkosten. 1401 Thlr. 2 Sgr. -Pf. An Buchbinderkosten . . . 197 - 15 6 * An Satz- und Druckkosten 1078 - 15 10 - An Honoraren. 1689 - 5 - X» An Korrekturen. 69 - 12 6 - An VersenvungSkosten . . . 342 - 25 6 * An Porti. 170 - 11 9 - An Deficit vom ersten Jahre 367 - 29 4 - Summa: 5316 Thlr. 27 Sgr. 5 Pf. Einnahmen: 5909 Thlr. — Sgr. 8 Pf. Ausgaben: 5316 - 27 - 5 - Bleibt Bestand: 592 Thlr. 3 Sgr. 3 Pf. Vorstehende Rechnungsaufstellung haben wir mit den Belägen stimmend und in caleulo völlig richtig befunden. Magdeburgs den 18. Juli 1857. M. S. Kaufmann. Alerr Hirsch. Ernst Friedeberg. Wir machen darauf aufmerksam, daß mit dem Isten September e. der Schlußtermin für das III. Jahr ein* tritt und strengstens eingehalten wird. Literarischer Wochenbericht. Berlin, im Juli. Sie gestatten, in Ihren Blättern die eben erschienene Schrift eines jungen Glaubensgenossen zu erwähnen, die, weil fie die erste auf ihrem Gebiete, um so mehr die allgemeine Aufmerksamkeit verdient. Der Titel lautet: „Die Stellung der Vertheidigung im preußischen Strafverfahren, von H. Makower, Gerichts-Assessor" (aus Santomysl). Berlin 1857. Es ist die erste, das preußische Recht betreffende Arbeit, welche von einem unsrer Glaubensgenossen, der praktisch bei dem hiesigen Gerichte beschäftigt ist, veröffentlicht worden; es ist aber auch das erste Werk, welches seit der Umgestaltung des preußischen Strafverfahrens über die fragliche Materie geschrieben worden ist. Es versteht sich von selbst, daß die umfassende Beurtheilung dieser Schrift^ und wie sie ihren Gegenstand behandelt bat, Sachverständigen überlassen werden muß. Magdeburg, im August. Die Nähe der Herbstfeste hat bereits eine Anzahl Kalender und Jahrbücher für das Jahr 5618 gebracht, und stehen wir nicht an, auf diejenigen einen Blick zu werfen, die bereits in unsren Händen sind. Voran das „Annuaire ollleiel äu Culle Israälite“, pullte par A. den Baruch Crähange, Paris. Die elegante Ausstattung, das hübsche Portrait des Großrabbinen Isidor, die lururiöfe Einrichtung des Kalenders, die vollständige Statistik des israelitischen Cultus in Frankreich, der Gemeinden, der Institute, der Beamten, die astronomischen Notizen, die gut ausgewählten Unterhaltungspiecen zeichnen diesen achten Jahrgang des Annuaire gleich seinen Vorgängern vortheilhaft aus. — „Kalender und Jahrbuch für die jüdischen Gemeinden Preußens, herauS- .gegeben von PH. Wertheim, Secretair der jüdischen Gemeinde zu Berlin. 1858." In der Beurtheilung des 2ten Jahrgangs dieses Jahrbuchs haben wir eben so einen Tadel wie ein Lob auszusprechen. Beginnen wir mit dem ersten. Der Zweck dieses Jahrbuchs ist, das jüdische Ge* mcinveleben in Preußen sowohl darzustellen und zu för* dern, und Alles zusammen zu tragen, was darauf Bezug hat. Allein der Kalender, das Verzeichniß sämmtlicher Jahrmärkte, das mit vorgegangenen Veränderungen wieder abgedruckte Verzeichniß sämmtlicher Synagogengemeinden, ihrer Beamten und Vorstände, zwei unwichtige Regierungsrescripte und die auszügliche statistische Tabelle genügen in dieser Beziehung wenig. Nichts über die im vorigen Jahre neugebildeten nach dem Gesetze von 1847 constituirten Synagogengemeinden, nichts von den seitdem bestätigten Gemeindestatuten, nichts von den Zwecken der Gemeinden, namentlich da, wo kleine Filialgemeinden einer größeren annerirt sind, oder die Gemeinde nur aus kleinen besteht. In dieser Beziehung hat der 2te Jahrgang keinen Fortschritt gethan und seinem Zwecke nicht entsprochen. Dafür hat er zu dem beliebten Mittel gegriffen, unterhaltende Stücke zu bringen, und dadurch das Publikum anzuziehen, und hier beginnt unser Lob. Das erste Stück „Vögele, der Maggid, von A. Bernstein" ist ein wahres Meisterstück seiner Art. Den Hintergrund, auf welchen er seine Figuren zeichnet, nahm der Verfasser aus dem Leben einer alten, noch im Zustande der naiven Orthodorie weilenden Gemeinde, zum Rahmen wählte er daher naturgemäß die barocke altjüdische Mundart; aber er verstand es, eine so ansprechende Harmlosigkeit und liebenswürdige Naivetät darüber zu breiten, und seine Hauptfiguren mit einer so zarten und dennoch tiefen Sentimentalität zu durchtranken, daß das ganze Genrebild, welches die Farben des Humors mit denen des Gefühls in feinster Weise mischt, eine der ersten Stellen in unsrer Literatur zu beanspruchen berechtigt ist. Der Verfasser hat das Verdienst, das altjüvische Leben einmal