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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-07-27 · Heft 31 (27.7.1857) · p. Seite 419

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 31 (27.7.1857)
Date
1857-07-27
Page
Seite 419 (sequence 5)
Language
German
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419 amtscandidat Isidor Struck veranstaltete eine kleine Empfangsfeierlichkeit. Der Ähnlichst Erwartete traf Freitag den 3. Juli um 12 Uhr Mittags hier ein. In der für ihn durch Herrn PafcheleS gemietheten Wohnung hatte sich der größte Theil der zur Zeit hier weilenden jüdischen Kurgäste versammelt; die Zimmer waren mit Blumenguirlanden geschmückt, und in dem Hintergründe des einen zeigte ein kleines Transparent folgende Worte: l'n Ym Dlbtt v'-iN ■is©1’ nirsn ijai D^bN *jb rb»a©' n"iNsn "»ast Don den Bergen: Freundlicher Gruß! Aus den Quellen: Heilung Erguß! Mann Gottes! o Dir, Israels Stolz und Zier! Herr Struck begrüßte den Eintretenden im Namen der Anwesenden, bat ihn, die geringen Vorbereitungen als einen schwachen Ausdruck der Hochachtung und Liebe für seine Person anzunehmen, und schloß an den Wunsch, der hochverehrte Gast möchte durch den Gebrauch der Kur nach Wunsch sich kräftigen und gesunden, damit sein Geist Israel noch lange erleuchte, ein dreimaliges Hoch, in welches alle Anwesenden mit herzlicher Begeisterung einstimmten. Herr Oberrabbiner Rapop ort war sichtlich überrascht und ergriffen. Er danke herzlich — so lautete seine Erwiderung — für die ihm erwiesene Ehre und nehme sie als einen Beweis dafür an, daß in Israel der brüderliche Sinn noch nicht erstorben, daß es noch der Träger anderer, als blos leiblicher Interessen sei und für die Vertreter der ersteren noch eine lebendige Theilnahme bewahre. Er sei nach Reinerz gekommen, um seine angegriffene Gesundheit wieder herzustellen; lasse Gott seinen Wunsch in Erfüllung gehen, so wolle er sich von Neuem dem Dienste der Menschheit und der Wissenschaft widmen. Mit einer Rührung, deren er kaum Herr werden zu können schien, schloß er; es braucht wohl nicht erzählt zu werden, wie diese Antwort ausgenommen wurde. Oesterreichifcher Kaiferstaat. Prag, im Juni. Rach der A. A. Z. ist in diesen Tagen eine Streitfrage zwischen der Stadtgemeinde und der israelitischen CultuSgemeinde Hierselbst durch höhere Instanz zum Nachtheil der letzteren entschieden worden. Nachdem nämlich die drei Gemeinden unsrer Stadt vereinigt worden, nahm die israelitische CultuSgemeinde mit ihrem Hauptschulgebäude einen Umbau vor und verlangte, daß die Kosten aus den Renten der Stadt Prag bestritten würden. Die Stadt behauptete, daß dieser Bau Sache der israelitischen Cultusgemeinve selbst sei und das Ministerium hat diese Behauptung bestätigt. Mailand, im Juni. (Privatmitth.) Die hiesigen Israeliten sind nicht blos Italiener, sondern zu einem beträchtlichen Theile Deutsche, Ungarn und Polen. Die hiesige Synagoge ist sogar von einem Polen gebaut worden, welcher sie zu Eigenthum behielt und die Plätze vermiethete; jetzt ist sie in den Besitz der Gemeinde übergegangen. Früher wurden die Gemeindebedürfnisse von Einzelnen nach Belieben bestritten, jetzt aber werden Alle zu Beiträgen herangezogen, und eS entstehen allmählig alle Anstalten, die einer jüdischen Gemeinde unentbehrlich sind. In diesem Augenblick werden Vorbereitungen zur Einweihung einer neuen Thorarolle getroffen, eS wird ein junger Mann nach Mantua geschickt, um sich als Schochet, und ein praktischer Arzt wird nach Padua gehen, um sich zum Mohel zu bilden, als welcher er dann hier fungiren wird. DieS wird uns eine große Erleichterung gewähren, denn bisher mußte zuweilen ein Mohel auf 20 bis 30 Stunden weitherverschrieben werden, was vielZeit- und Geldverlust verursachte. Zur Ehre eines opferwilligen Gottesverehrers sei aber hervorgehoben, daß er nie eine Entschädigung angenommen hat, oft selbst noch Geschenke mitbrachte, wo er sie wohl angewendet erachtete. So hoffen wir zu Gott, daß unsere jüdischen Zustände sich gedeihlich entwickeln und den jüdischen Wandel befördern werden. Bereits ist dies in unserer Synagoge zu erkennen, welche bis vor kurzer Zeit nur an Sabbath- und Festtagen, und nur bei besonderen Anlässen, als wenn Einer Jahrzeit feierte u. dgl. besucht war, jetzt aber schon jeden Montag und Donnerstag früh ein gutes Minjan zur Andacht versammelt sieht. Werden erst unsere schon vor Jahren nach Wien gesandten Gemeindestatuten genehmigt sein, dann wird unser vs» •arpn vollends aufblühen, worin schon jetzt folgende Verbesserungen vorgenommen sind: Entfernung deS Almemor und der Stän-

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