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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-07-27 · Heft 31 (27.7.1857) · p. Seite 417

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 31 (27.7.1857)
Date
1857-07-27
Page
Seite 417 (sequence 3)
Language
German
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417 ten, da in dem Hauptsatz der Unitarismus zu der Lehre des Judenthums zurückführt. Förderung der Inden durch Inden. Die „Augsb. Allg. Zeit/' enthielt vor Kurzem eine sehr absprechende Kritik über den Schauspieler Dawison, der von Geburt ein Jude. Wir haben es hier mit dieser Kritik nicht zu thun, die vielleicht ganz gerecht ist. Der Correspondent der Augsb. Allg. Zeit., da er den großen Ruf Dawisons erklären will, sagt: „Dazu kommt die Treue und Energie, mit welcher seine Stammgenossen jeden der Ihrigen fördern, der den Weg der Oeffentlichkeit betritt." Hierzu fügt er in Parenthese: „Ich weiß sehr wohl, daß ich mir durch die Berührung dieses Punktes von mancher Seite den Vorwurf der Intoleranz, des Verrathes am Geiste der Zeit rc. rc. zuziehen werde > doch vermag ich nicht einzusehen, weshalb man einer ganz unberechtigten Empfindlichkeit zulieb eine offenkundige, wirklich schwer ins Gewicht fallende Thatsache verschweigen soll." — Es ist eigentümlich, daß dieselbe Aeußerung, wie viel die Bemühungen der Juden an dem Ruhme irgend eines ihrer Glaubensgenossen Theil hätten, immer wieder auftaucht, sobald ein Jude wirklich Ruhm erlangt. Wir erinnern uns derselben Behauptung bei Heinrich Heine, bei Meyerbeer, bei Bendemann u. s. s. Freilich wird diese Erklärung für die Erlangung allgemeinen Beifalls in Erwägung der tatsächlichen Erfolge jener Männer etwas lächerlich; in gleicher Weise erscheint es fast ridicule, daß die ganze europäische Welt sich von dem Rumor der Juden dipuren lassen sollte, noch dazu, da man jene so wenig in die „Gesellschaft" hineinkommen läßt. Auch müssen wir aus eigener Erfahrung sagen, daß jüdische Schriftsteller und Künstler gewöhnlich über das gerade Gegentheil, den Mangel der Theilnahme ihrer Glaubensgenossen klagen, und da die sogenannten gebildeten und reichen Juden sich zumeist schämen, als Juden angesehen zu werden, so halten ste gewöhnlich zurück, wenn es sich um einen jüdischen Künstler handelt. Erst wenn der Erfolg eines jüdischen Autors und Künstlers in der christlichen Welt entschieden ist, pflegen jene sich in den Ruhmesstrahlen ihres Glaubensgenossen zu sonnen, und werden da vielleicht etwas lebhaft. Allein der Correspondent sagt, es sei eine offenkundige Thatsache. Wir gestehen gern, wir wünschten, es wäre so. Denn sehen Sie, Herr Correspondent, ein Jude hat, um fich in der öffentlichen Meinung Bahn zu brechen, so viele Schwierigkeiten zu überwinden, er muß selbst bei dev entschiedensten Begabung so viele Gehässigkeiten ertragen, so viele Verkleinerung überstrahlen — daß es ihm wohl zu gönnen, er fände bei Denen einige Unterstützung, aus deren Geschichte und Stellung heraus auch ihm all' diese Hindernisse auf den Weg geworfen werden. Als Jude wird es ihm so sauer, vorwärts zu kommen, warum sollten die Juden es ihm nicht zu erleichtern suchen? Es wäre nichts als ein gerechtes Aequivalent. Wir geben es daher durchaus nicht als einen Act der Intoleranz aus, wenn der Correspondent diese „Thatsache" hervorhebt, wir erachten es nur als ein Vorurtheil, und wünschen, die „Thatsache" wäre nicht blos offenkundig, sondern auch — wahr. Zeitungsnachrichten. Preußen. Graudcnz, im Juli. (Privatmitth.) Vor einiger Zeit war in diesem Blatte die Rede von einem Uhr. machergesellen, der drei Frauen geheirathet, worunter auch eine jüdische aus Tuchel, die sich bis dahin vergeblich bemüht hatte, den erforderlichen tss von ihrem Manne, der ihr nwu ms angetraut war, zu erhalten. Die sehr kritische Angelegenheit ist nunmehr zu Gunsten der erwähnten Frau erledigt, und dürfte es für die Leser dieses geschätzten Blattes von Interesse sein, etwas Näheres hierüber zu erfahren. Elias Cohn aus Schöneck ging im Jahre 1843 zur katholischen Kirche über und heirathete einige Jahre später eine evangelische Frau aus Danzig. Von Jugend auf einem vagabondirenden Leben ergeben, konnte ihn diese Frau für die Dauer nicht fesseln; er ging daher, ohne von ihr geschieden zu sein, nach Tuchel, bekehrte sich dort wieder zum Judenthume und da ihm die Gabe der Heuchelei im höchsten Grade verliehen ist, wurde es ihm nicht schwer, ein unbefangenes jüdisches Mädchen zu umgarnen und durch ein vom Ortsrabbiner eingesegnetes Ehebündniß an sich zu fesseln. Es ist in diesem Blatte bereits schon erwähnt und mit Recht gerügt, daß diese Trauung in höchst leichtfertiger Weise — ohne vorhergegangene gerichtliche Aufbietung — vorgenommen worden. Die Behörden ignorirten diese Ehe vollständig und blieb Cohn wegen derselben auch unangefochten. Doch — bsiaa 31*

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