Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 30 (20.7.1857)
- Date
- 1857-07-20
- Page
- Seite 411 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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411 1857 )UNg un- Zucdcn, welzu ercin Jn- >reu- Kin- Kincmanncn wie haui be- >nenfür eins 23. bürg chu- Zur ieihe Lzeauiu zreisein ein enitz classichabb. dem gcelbst fern; der >enn an auf ner, >hnliche, hingebungsvolle Thätigkeit auf dem Gebiete der Jugenderziehung. Leopold Silberstern, erster Lehrer an der hiesigen vierclassigen Hauptschule. Auö dem Tokayergebirge, im Juni. (Privatmitth.) Die öffentlichen Blätter reden wiederholt von den großartigsten Vorbereitungen, die auf der Rundreise Ihrer Majestäten in Ungarn getroffen wurden und stehen die Israeliten überall in erster Reihe, ein Beweis, daß es auch in Ungarn an Patriotismus und Hingabe zum allergnädigsten Kaiserhause unter Israel nicht fehlt. So geht unter Anderm dem Pesther Lloyd folgende wichtige Nachricht zu: „Unter den in Großvardein stattgefundenen Audienzen wurde auch eine der Deputation aller Israeliten des Großvardeiner Distriktes ertheilt, die ein unterthänigstes Bittgesuch um Erleichterung ihrer bürgerlichen Stellung Sr. Majestät unterbreiteten. Die huldvolle Antwort, die Se. Majestät allergnädigst zu crthcilen geruhte, drückte die gleiche Fürsorge für die Betreffenden wie für alle Unterthanen aus und stellte ein die Stellung der Juden betreffendes Gesetz in Aussicht, worüber die Verhandlungen bereits'im Zuge sind." Wie sehr Sie die Entwickelung des Schulwesens in Ungarn verfolgen, beweisen die verschiedenen Correspondenzartikel, die hierüber in neuerer Zeit diese Zeitschrift brachte. Wenn wir auch die gerechten Vorwürfe Ihres Berichterstatters aus Preßburg (Ztg. d. Judth. No. 23.) in Beziehung auf das Eingehen so vieler Schulen zugeben müssen, so bedauern wir doch, daß vereinzelte Fälle denselben dazu bewogen haben, einen ganzen Stand anzugreifen. Es wäre in der That für das sonst so gesegnete Magyarenland höchst traurig, wenn sich Lehrer und Rabbinen im Allgemeinen gegenüberständen. Mein fünfjähriger Wirkungskreis in Ungarn hat mir vielmehr die Ueberzeugung verschafft, daß.sich in den meisten Gemeinden mehr die Lehrer unter einander, als die Rabbinen und Lehrer angreifen. Lewer sind es meistens die Oberlehrer, welche ihre Collegen und umgekehrt herabsetzen und somit die Schule untergraben. So sind es gerade in Szegedin, Kecskemet, Stuhlweißenburg, S. a. Ujhely, Szolnok, Fünfkirchen, Weßprim und in hundert anderen Gemeinden Ungarns die Rabbinen und Prediger, welche die Schuleit pflegen und nach Außen schützen. Durch wen anders als durch Se. Hochwürden den Herrn Oberrabbinen Fischmann in Kecskemet konnte sich die dortige Gemeindeschule zu einer Musterhauptschule emporschwingen? Was endlich die Bemerkung über die Gründung der Musterhauptschulen Ihres geschätzten Correspondentcn aus Preßburg betrifft, so freue ich mich in der Lage zu sein versichern zu können, daß man gerade umgekehrt in Pesth und Temesvar höchst bereitwilligst die Musterhauptschulen ins Leben ruft und daß bereits von der hohen k. k. Regierung über die Verlegung der Musterhauptschule nach S. a. Ujhely Verhandlungen gepflogen sind, und ist diese Gemeinde bereit, alle Opfer zu bringen. Wie ich höre, wird der vr. meci. Friedländer in Eperies die Stelle eines Oberlehrers an der daselbst zu errichtenden dreiclassigen Volksschule annehmen. Schließlich noch die traurige Mittheilung, daß in Paks, einem Städtchen zwischen Kecskemet und Fünfkirchen gelegen, in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni ein israelitischer Greis von 77 Jahren nebst Gattin und Enkelin in der Blüthe ihrer Jahre von 4 Raubmördern in ihrer Wohnung überfallen und ermordet wurden. Die Thäter sind bis heute noch nicht entdeckt. Vla Polt, in Galizien gelegen und Sitz eines großen, heiligen Rebben, wurde am vergangenen Sabbath von nahe an 1000 Gästen besucht; die Chassidim und Halbchassidim wollten den letzten Tag ihres Lebens (beim Weltuntergang) bei dem Heiligen zubringen. Jsaac Rosenmeyer, Oberlehrer. Großbritannien. London, 27. Juni. Unterhaus. Sitzung vom 22. Juni. Auf der Tagesordnung steht die Discussion der den parlamentarischen Eid betreffenden Bill in der Form, wie sie aus den Comiteberathungen hervorgegangen ist. S. Fitzgerald beantragt die Einschaltung dreier Artikel. Der erste derselben spricht den Juden das Recht ab, gewisse Aemter, z. B. das eines Regenten des Vereinigten Königreichs, das eines Lordkanzlers, eines Großsiegelbewahrcrs, eines Beamten in einem geistlichen Gerichtshöfe u. s. w., zu bekleiden. Der zweite spricht ihnen das Präsentationsrecht für geistliche Pfründen ab und der dritte daS Recht, der Königin oder den betreffenden Beamten Rath zu ertheilen in Bezug auf Ernennung und Beförderung von Geistlichen, die der anglicanischen oder schottischen Kirche 30**