Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 30 (20.7.1857)
- Date
- 1857-07-20
- Page
- Seite 410 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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410 die Aufnahme als Vereinszöglinge zu erbitten. Wenn wir nicht allen diesen Wünschen genügen konnten, so lag dieS weniger an der Unzulänglichkeit der Vereinsmittel, als vielmehr an dem gänzlichen Mangel an der statutenmäßig nöthigen Schulbildung der Petenten. Hoffen wir, daß daS neu organisirte Schulwesen unseren Glaubensgenossen in den Provinzen es erleichtern werde, für die erste Vorbildung ihrer Kinder das Erforderliche zu leisten. „Ausgenommen wurden im Laufe des Jahres 1856 63 Zöglinge, welche bei 12 verschiedenen Handwerken untergebracht sind. „Aus der Vereinsliste gestrichen — theils wegen wiederholter Disciplinarvergehen, theils wegen anderer Ursachen — 37 Lehrlinge. „Die Lehre vollendet haben 22 Vereinszöglingc, welche in den Gesellenstand übergetreteu sind. „Am Schluffe des Jahres verbleiben 126 Zöglinge des Vereines bei 22 verschiedenen Professionen' in der Lehre. „Die steigende Zunahme der Vereinszöglinge und die hiedurch gesteigerte Nothwendigkeit der Uebcrwachung derselben veranlaßte uns, einen Vereinsdiener aufzunehmen, der regelmäßig Besuche bei den Meistern unserer Zöglinge zu machen hat, um den Vorstand in steter Kenntniß über das Betragen und die Verwendung der Lehrlinge zu erhalten. „Auch die Zeichnungsschule hat in dem verflossenen Jahre nach mehrfach gepflogenen Berathungen mit competenten Fachmännern eine zweckmäßige Umgestaltung erhalten, deren nicht unbedeutende Kosten daS Vorstandsmitglied Herr JacqueS Brandeis aus eigenen Mitteln bestritten hat. „Wie einerseits die Lust am Handwerke bei unserer Jugend, so hat auch andererseits die warme Theilnahme für die Tendenzen und die Wirksamkeit unseres Institutes in unserer für alles Gute und Edle empfänglichen Gemeinde zugenommen. Die Jahresbeiträge sind um circa Fl. 200. stärker als im Vorjahre, so wie die Capitalszinsen einen Mehrbetrag von circa Fl. 160. ausweisen, welcher durch die bedeutenden Zuflüsse an Legaten und Schenkungen entstanden. „Dessen ungeachtet ergiebt der Rechnungsabschluß einen Mehrbetrag der Ausgaben gegen die Einnahmen von Fl. 793. 11 Xr., welcher Betrag dem zu diesem Behufe bestehenden Reserve-Conto zur Last geschrieben worden. „Die in den ersten Monaten des Jahres 1857 durch die persönliche Verwendung und Bemühung einiger Vorstandsmitglieder erzielte Vermehrung unserer Theilnchmer läßt uns hoffen, daß wir in Zukunft vor ähnlichen Ausfällen gesichert sein werden, ohne unsere Thätigkeit beschränken zu müssen. „Die Einnahmen betrugen 4769 Fl., unter welchen der Posten „Rückvergütungen" von 524 Fl. zu bemerken ist; die Ausgaben 5562 Fl. Der Verein besitzt bereits beinahe 50,000 Fl. Vermögen. — Interessant ist auch der „Ausweis vom Theresien-Kreuzcr-Verein zum Schulunterricht armer israelitischer Kinder". Der Zweck dieses Vereines ist: für arme Kinder daö Schulgeld zu bezahlen, Bücher und Lehrmaterialien zu kaufen, arme Mädchen bei Modistinnen und Kleidermacherinnen in die Lehre zu geben, so wie seine Schützlinge mit warmen Kleidern, Winterhauben, Schuhen u. s. w. zu versehen. Der Verein bezahlte im vorigen Jahre für 200 Kinder in Elementarschulen, für 19 Knaben in Realschulen, und für 12 Mädchen Lehrgeld. Die Einnahme des Vereins betrug circa 3000 Fl., die Ausgabe 2650 Fl." Szenitz, im Juni. (Eingesandt.) In No. 23. Ihres Blattes klagt ein Correspondent aus Preßburg darüber, daß in den Gemeinden Ungarns die Schulen „kaum entstanden, wieder zu Grabe gehen." Zur Beglaubigung dessen läßt der Correspondent eine Reihe von Gemeindenamen defiliren, in der man auch Szenitz crblickt. Also auch in Szenitz ist die Schule „kaum entstanden" wieder zu Grabe gegangen? Wir begreifen nicht, wie Jemand mindestens so unvorsichtig fein kann, eine Aeußerung zu tbun, der auch nicht ein Atom von Wahrheit zu Grunde liegt. In Szenitz besteht nicht nur eine Schule, und zwar eine vierclassige Hauptschule unter der eben so umfassend einsichtigen, als eifrigst thäligen Leitung des Herrn Rabb. Di*. Hirschfeld, der ihr als Direktor Vorsicht, sondern sie befindet sich in so blühendem Zustande, und genießt einen solchen Ruf ihrer Vorzüglichkeit, daß selbst Eltern aus fern gelegenen Gemeinden mit großenOpfern ihre Kinder in die hiesige Schule bringen. Und in der That, wo sollte eine Schule bestehen und blühen, wenn nicht in einer Gemeinde, wo Herr Dr. Hirschfeld an der Spitze steht? Wir sagen dies nicht in Bezug auf seine Eigenschaften als Gelehrter oder Kanzelredner, sondern eben in Bezug aus seine ganz außergewöhn-