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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-07-20 · Heft 30 (20.7.1857) · p. Seite 412

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 30 (20.7.1857)
Date
1857-07-20
Page
Seite 412 (sequence 12)
Language
German
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412 «»gehören. Der Antragsteller bemerkt, er habe früher geglaubt, die Negierung sei gesonnen, diese Vorschläge zu bekämpfen. So eben jedoch habe er gehört, sie sei von diesem Entschlüsse abgegangen und habe keineswegs mehr die Absicht, der Annahme der drei Artikel Hindernisse in den Weg zu legen. Er halte es daher für überflüssig, seinen Antrag weitläufiger zu begründen. Lord Palmerston sagt, als er früher gefragt worden sei, ob die Regierung die Absicht habe, ähnliche Bestimmungen, wie die in den vorliegenden Artikeln enthaltenen, in die Bill aufzunehmen, habe er verneinend geantwortet, und zwar auS dem Grunde, weil ihm daS Eintreten der in denselben vorgesehenen Fälle so äußerst unwahrscheinlich vorgekommen sei, daß er es kaum für der Mühe werth gehalten habe, in einer Parlamentsacte besondere Vorkehrungen dagegen zu treffen. Der Regierung sei es aber sehr darum zu thun, daß die Bill durchgehe, und wenn die Annahme der drei Artikel die Wahrscheinlichkeit des Durchgehens erhöhe, so würde sie (die Regierung) durch Opposition gegen den Vorschlag des ehrenwerthen Abgeordneten eine schwere Verantwortlichkeit auf sich laden. Ein großes Gewicht lege er dem Vorschläge nicht bei, halte ihn aber für durchaus harmlos und werde ihn daher gern unterstützen. Der Antrag wird hierauf nach kurzer Debatte angenommen und die dritte Lesung der Bill auf nächsten Donnerstag festgesetzt. (Aus diesem Berichte geht hervor, daß unwahrer Weise die „Kreuzzeitung", die „Augsb. Allg. Zeit." berichteten: die Juden sollten vom Amte eines Richters ausgeschlossen werden, während eS sich um geistliche Gerichte handelt, was nicht mehr als billig. Red. d. A. Z. d. Jud.) Unterhaus. Sitzung vom 25. Juni. Aufder Tagesordnung steht die dritte Lesung der den parlamentarischen Eid betreffenden Bill. Der Marquis von Blandford stellt den Antrag, die dritte Lesung bis über sechs Monate zu verschieben. Er stützt sich bei seiner Bekämpfung der Bill auf den christlichen Charakter der britischen Krone und auf die Nothwendigkeit, die christliche Religion als die Nationalreligion aufrecht zu erhalten. H. Drummond unterstützt das Amendement in einer sarkastisch-humoristischen Rede. O'Donoghue spricht gegen die Bill, weil sie sich der Gleichberechtigung der Katholiken entgegenstelle und der Sache nach die Acte von 1829 wieder zur Geltung bringe. Auch Bowyer bekämpft den Gesetzentwurf, weil er die von den Katholiken zu leistende Eidesformel von Neuem sanctionire. Bei der Abstimmung sprechen sich 291 Stimmen für und 168 Stimmen gegen die dritte Lesung aus, Majorität für die Bill 123. Die Bill wird hierauf zum dritten Mal verlesen und geht durch. Oberhaus. Sitzung vom 26. Juni. Die Parlamentseidesbill wird eingebracht und zum ersten Male ohne Widerspruch verlesen. Anzeigen. 1 ÖS 3 Restauration und Gastwirtschaft von §. Hirschel, Dresden 9 Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Vaeante Lehrerstelle. Die zweite Lehrerstelle an der hiesigen Elementarschule mit 130 Thlrn. Gehalt, freier Wohnung, 20 Thlr. Holzentschädigung und Aussicht auf bedeutende Einnahmen für Privatunterricht ist vacant und soll sofort anderweit besetzt werden. Geeignete Bewerber wollen sich ungesäumt unter Vorlegung ihrer Zeugnisse melden. Wronke bei Posen, den 25. Juni 1857. _Der jüdische Schulvorstand. In der israel. Gemeinde Bingen am Rhein ist die Stelle des Vorbeters, verbunden mit dem Amte des Schächters, vacant, welche jährlich 800 — 900 Fl. abwirst. Restectirende wollen sich portofrei wenden an den Vorstand der israel. Gemeinde Bingen. Die israelitische Gemeinde in Bremen sucht einen Lehrer und Cantor (unverheirathet), der zugleich das Schächten mit übernehmen muß und Michaelis d. I. antreten kann. Reflectanten wollen sich wenden an den Vorstand I. H. Abraham. Bremen, am 29. Juni 1857. Die Stelle eines Lehrers an unserer Religionsschule, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 200 Thlrn. verbunden ist, wird mit dem 1. October d. I. vacant, und soll solche wiederum mit einem unverheiratheten, geprüften und mit hebräischen Kenntnissen versehenen Lehrer besetzt werden. Bewerber belieben baldigst ihre Qualifications-Zeugniffe und Führungs-Atteste an Unterzeichneten Vorstand franco einznsenden. Pr. Stargardt, den 3. Juli 1857. Der Vorstand des Synagogenbezirks. I. Goldfarb. A. BrilleS. I. Mannheim.

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