Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 29 (13.7.1857)
- Date
- 1857-07-13
- Page
- Seite 395 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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f&r israelitische Sch ulen." Dev Her« Perfaffer sagt in der Ankündigung : „Meine.nach rationellen Grundsätzen eingerichtete und praktisch vielbewährt gefundene „Gcsanglehre" für Elementarschulen habe ich insbesondere für israelitische Schulen bearbeitet, und dabei mit Berücksichtigung der besten liturgischen Arbeiten überall auf die Einübung und den Vortrag des Synagogengesanges Rücksicht genommen. Es ist eine so groß« Anzahl recitativischer und rhythmischer hebräischer und deutscher Gesänge ausgenommen, daß nach dem Gutachten Sachverständiger dem Bedürfnisse vollkommen genügt ist; wenn mit den Schülern der Cursus durchgeübt ist, müssen sie befähigt sein, jedes einfache Lied vom Blatt zu singen, und mehrstimmige Cantaten, Psalmen «. s. w. in geeigneter Weise vorzutragen. Dem Tanzen ist ein Commentar beigegeben, der fich über den Stufengang, über das Unterrichtsverfahren, über Aussprache, Athemholen u. s. w. ausspricht." Ich habe mich überzeugt, daß das Merkchen gediegen und praktisch äußerst brauchbar ist, und daß es seine Aufgabe als elementarische Gesanglehre für Schulen vollkommen löset und insbesondere dem Bedürfnisse des Synagogengefanges in der befriedigendsten Weise entspricht. Der Stufengang ist der theoretischen Ansicht von A. B. Marr gemäß aus die rhythmische Auffassung melodischer Tonfolgen basirt, und schreitet von der leichtesten Darstellung der Scala allmählig und lückenlos zu den schwierigsten Jntervaüübungen fort. Auf jeder Stufe find kleine ansprechende Lieder geboten, und schon bei der scalamäßigcn Forischreitung wird z. B. ein einstimmiger oiw-'S 'hb nin und ein zweistimmiger 'ab «tsn zur Uebung gebracht. Außer den hebräischen liturgischen Gesängen find auch deutsche religiöse Lieder ausgenommen; unter andern Originalcompositione» ist der letzte vierstimmige Gesang, der von G. Fölmrr nach Vc. L. Philippson's Uebersetzung componirte 67. Psalm eine sehr gediegene und ansprechende Arbeit. Es gereicht mir zur besondern Freude, das baldige Erscheinen dieses für israelitische Schulen äußerst wichtigen Werkchens schon vorläufig anzuzeigen, und hoffe, der Herr Verfasser werde für seine Arbeit die Theilnahme finden, auf die er nach der Ueberzeugung sachkundiger Beurtheiler sicher rechnen darf. Der Subscriptionspreis für das Exemplar mit Commentar ist 10 Sgr., ohne den Commentar 7*/* Sgr.; wer 12 Subskribenten sammelt, erhalt daS 13. Exemplar gratis. S. Lebenstein. Zeit«ngsrrachl?Lchte». Deutschland. Worms, im Zum. (Privatmitth.) In der jüngsten Zeit sind kurz nach einander zwei weibliche Personen christlichen Glaubens zum Judenthume übergetretm, die eine in Pforzheim, die andere in Landau. — Einer frühem Nachricht von hier folge die Ergänzung, daß die auf 'dem Schiffe vermißten Gegenstände des vr. Adler in New-Work später wiedergesllnden wurden. — In einem Manuskript fand ich die Notiz, daß im Jahre 1727 hierorts in der Judengaffe 72 Häuser und 119 „Hausgesäß" waren; jedes Haus führte einen Namen, mitunter poetischklingende, wie „zur Freude", „zum Paradiese" u« a. m. — Im „Frankfurter Journal" wird mit Recht gegenüber den zersplitterten und unzulänglichen Kräften der einzelnen Länder angerathen, daß Baden, Hessen, die bayerische Pfalz und Frankfurt zur Errichtung eines jüdischen Lehrerseminars sich vereinigen möchten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Libochowitz (Böhmen), im Juni. (Privatmitth.) Die Entscheidung casuistischer Fragen, welche in frühem Zeiten die Rabbinen vollauf beschäftigten, nehmen gegenwärtig, selbst in den orthodoxesten Gemeinden, deren Thätigleit nur sehr wenig in Anspruch. Das große Heer der r>ib»w, zu welchem sonst jede jüdische Haushaltung ein bedeutendes Comingent stellte, ist nun bereits auf ein kleines Häuflein reducirt; denn die Cultur, die alle Welt beleckt, hat auch auf unsere Küche sicherstreckt und bevor unsere kochkünstlerischen Damen sich entschließen, über einen durch unbefugte Grenzüberschreitung der siedenden Milch in Gefahr gerochenen Fleischnapf mit dem Herrn Doetor (Rabbiner) seelenärztliche Consultationen zu halten; überlassen sie jenem, mit demselben allenfalls eine kalte Waschung vornehmend, in irgend einem Küchenwinkel seinem unkoschern Mißgeschicke, von wo er nach einiger Zeit wieder aus seiner Exklusivität geholt und in der Reihe der übrigen Kücheugeräthe als ebenbürtiges Mitglied aufgenommen wird. Aus diese und ähnliche Weis« weiß man sich in den meistetr derartigen Gewiffenszweifeln Bescheid ohnc Beirath des RabbineN. Dir Frage, ob in den' viev Esten der Halachq 28