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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-07-13 · Heft 29 (13.7.1857) · p. Seite 389

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 29 (13.7.1857)
Date
1857-07-13
Page
Seite 389 (sequence 3)
Language
German
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389 Maischen Ländern so verzögert worden, daß die Bücher noch jetzt nicht in den Händen vieler Abonnenten sind. Dies bewegt uns: den Schlußtermin deö Abonnements für das III. Jahr bis zum 1. September e. zu verlängern. Als neuen Agenten haben wir zu nennen: Herrn Lehrer L. S. Wolfs in Gnesen. Die Donaufürstcnthiimer. Unsre Leser werden es für recht befinden, wenn wir gegenwärtig ihre Aufmerksamkeit nach jenen schönen Länderstrichen an der Donau richten, deren Bevölkerung nach einem neuen staatlichen Leben ringt, und dieses Streben mit jener, ich möchte sagen, jugendlichen Begeisterung ausgenommen hat, welche zurückgebliebenen Nationen, die in einen hohem Kreis einzutreten sich anschicken, eigen zu sein pflegt. Das mehrfach erwähnte Journal „Israelitulu Romanu“, das in seinen Nummern 10. und 11. vor uns liegt, bringt abermalige Beweise hierfür. Wir lesen da Briefe an die Redaction, von Roumänen an sie geschrieben, welche dem israelitischen Stamme, so weit er in diesen Ländern ansässig, enthusiastisch die Hand bieten und in einer überschwenglichen Weise von dem Wiedererstehen der roumänischen Nation sprechen. Abgesehen aber hiervon ist die genannte Zeitschrift in einer so würdigen und zweckmäßigen Weise redigirt, daß wir über diese Verpflanzung der jüdischen Presse nach dem Osten die höchste Befriedigung empfinden können. Sie giebt den Orientalen einen klaren Begriff von der Bildung der Juden im westlichen Europa und kann daher an sich schon nichts anderes als einen außerordentlichen Eindruck in jenen Gegenden machen. Wir heben aus den beiden Nummern wieder Einiges hervor. No. 11. enthält eine Polemik gegen das Journal ,,die Sonne" ("Hfoog) von A then. Das konstantinopolitanische Blatt „1a presse d’Orient“ cüirte einen gegen die ottomanische Pforte mit außerordentlicher Heftigkeit gerichteten Artikel „der Sonne", der sich insonders aufs bitterste darüber beklagte, daß ein jüngst erlassener Firman des Sultans über einige Reformen in der Administration der religiösen Körperschaften mit den Worten beginnt: „Wir befehlen, daß der Patriarch und die Rabbinen..so wie daß Lord Redcliffe zu einem Balle den griechischen Patriarchen und den Chacham-Baschi (OberlRabbiner von Konstantinopel) zugleich eingeladen. Dies l erscheint der „Sonne" als eine verruchte Gleichstellung, als eine Blasphemie des Patriarchen, als eine Beleidi-; gung der ganzen orthodoren Kirche, und sie scheut sich; nicht, dabei das Rabbinat mit den injuriösesten, leiden-! schaftlichsten Worten zu beschimpfen. Die „presse d’Orient“ beantwortet diese Jnvectiven auf eine sehr würdige Weise, indem sie mit klaren Worten die unmäßige Herrschsucht der Griechen bei all' deren Ohnmacht, ihre unverschämte Undankbarkeit gegen die europäischen Großmächte, welchen ' Griechenland seine Eristenz und Fortdauer dankt, unter all' diesen kleinlichen Angriffen verborgen, nachweist. Das : israelitische Blatt fügt seinerseits eine ausführliche Zurechtweisung der Sonne hinzu, welche vieles Treffende enthält, nur daß sie unsrer Meinung nach etwas weniger witzelnd und mehr einschneidend hätte sein sollen. In der That hat Athen, auf welches sich ja das jetzige Griechenland zumeist beschränkt — denn Jedermann weiß, wie es außerhalb der Thore dieser Stadt um den griechischen Staat steht — am wenigsten das Recht, der ottomanischen Pforte auf ihrem schweren Wege zur Erhebung und Bildung der orientalischen Völker Vorwürfe zu machen und Hindernisse zu schaffen. Wenn man den Türken einen „kranken Mann" genannt, so ist der Grieche ein „krankes Kind", und man weiß, daß die Krankheit eines Kindes eben so lebensgefährlich sein kann, wie die Krankheit eines Mannes. Sucht aber der Türke seine Krankheit zu heilen, seine Wunden zu schließen, seine Beulen zu enteitern — warum wetteifert der Grieche darin nicht mit ihm, sondern schimpft noch auf die Weisheit, welche ihm selbst abgeht'? Wir haben ein Recht, so zu sprechen, denn in der That repräsentirt jetzt die ottomanische Pforte Griechenland, Neapel u. s. f. gegenüber die Grundsätze der Humanität und Gesittung im vollsten Umfange. Und so lange Humanität und Gesittung in den Augen der civilistrten Welt noch Werth haben, gebührt die Sympathie der letzteren der Pforte, und nicht denjenigen ihrer Feinde, welche die Unduldsamkeit und Glaubenshoffart zu ihrem Ausgang nehmen. — Ein anderes Moment, welches der „[sraeliiulu Roman u“ mit Vorliebe behandelt, ist der Erweis, daß die Israeliten keine Fremde in den Donaufürstenthümern sind, sondern noch vor den Roumänen in jenen Gegenden ansässig waren. Wir geben hierüber einen ihrer Artikel, der überschrieben ist: „Ueber das Alrer der Israeliten in den Daco -Roumänischen Provinzen." Die Anwesenheit der Israeliten in diesen Ländern datirt aus sehr 29*

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