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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-06-22 · Heft 26 (22.6.1857) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 26 (22.6.1857)
Date
1857-06-22
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Verfasser der „Deutsch - Amerikanischen Skizzen" diese Schrift abnöthigtcn. Ich glaube, Herr Reverend Mayer wäre mit seinen Jnvcctivcn auch nicht so freigebig gewesen, wenn ihm nicht die Bemerkung — Seite 107 — über die lebenslängliche Anstellung der jüdischen Geistlichen und über die theuern Stiefeln zu fünf Dollar gar zu sehr gewurmt; und doch konnte ich diese Rüge nicht unterdrücken, da ich mich eines Talmudisten-Rabbi, — aber weder Rabbiner-, noch Reform-Reverend — Jochanan ha Sandalar erinnerte, der ein Sandalenmacher war und uns, trotz der vielen Aussprüche, die sich von ihm im Talmud erhalten haben, gar keine Mittheilung, weder über Leder-, noch über Sandalen- und Stiefelpreise zu jener Zeit hinterließ, was im Interesse der archäologischen Wissenschaft sehr zu beklagen ist. — Was nun Herr Mayer von den Leuten sagt, die nach Amerika in dem Glauben kommen, daß man die goldenen Dollars von der Straße auflesen könne, — ist sehr wahr; nur hätte er noch hinzufügen können, daß manche Glückspilze wirklich reussiren und sich dann obendrein noch einrcbrn: —!nrn Vnn 82 tn 'b nw *'T> tasiwi -td Eben so wahr ist auch das über „Amerikamüde" Gesagte; unrichtig aber die Folgerung, daß die Schrift: „Deutsch-Amerikanische Skizzen" die Frucht eines solchen getäuschten Geistes sei. Der Verfasser der „Deutsch-Amerikanischen Skizzen" ist es von frühester Jugend an gewohnt, durch seine eigene Thätigkeit rechtschaffen sein Leben zu machen. Mit diesem Vorsatze ging er auch nach Amerika; und schon war er Willens, sich dort anzukaufen, als traurige Familienverhältnisse ihn zurückzukehren nöthigtcn. Dennoch gehört cs zu seinen Lieblings-Gedanken, für den Spätabcnd seines Lebens nach Amerikas gesegnetem Lande zurückzukehren, um da in ehrenhafter Thätigkeit eine früh begonnene Arbeit: cnia-m oraia rrenn rrnn bs zu vollenden, von der bereits im Jahre 1843 oder 1844 im Literaturblatt des „Orients" ein einleitender Artikel: „Einblicke in das Urchristenthum" — erschienen. Nach dem Süden werde ich freilich auch dann nicht kommen: da ich grundsätzlich nach keinem Sclavenstaatc, weder als Abolutionist, noch auch als Sklavenhalter gehen will. — Sonst bin ich aber während meines mehrjährigen Aufenthaltes in Amerika in den nicht Sclaven haltenden Staaten ziemlich herum gekommen; und hätte der Herr Reverend „schon den Titel: „Deutsch-AmerikanischeSkizzen" eine grobe Unwahrheit" nicht nennen dürfen, wenn er nicht von Zorn verblendet, den Hauptinhalt dieser Skizzen übersehen, wie gleich nachgewiesen werden soll. Den Hauptgrund der Bezeichnung: „Deutsch-Amerikanische Skizzen" — hatte ich in einem Vorwort angegeben, das durch unberufene Censur weggeblieben, und bei einem zweiten Hefte: „Deutsch-Amerikanischer Skizzen" nebst vielem andrem Ausgelassenen nachgebracht werden soll. Aber auch ohne dies hätte der Reverend den Titel nicht: eine grobe Unwahrheit nennen dürfen. Seite 80, 81, 82 konnte er einige Nachrichten von andern, nicht aus New-Norks Gemeinden finden; da sie aber hinsichtlich des Treibens der Reverendö oder die sich dafür ausgeben, leider nur dasselbe berichten konnten, kehrte der Verfasser wieder zur Hauptstadt mit ihren vielen Gemeinden zurück. Wir sind von keinem hierarchischen Glaubenseifer für die eigne Jnfallibität beseelt und daher keineswegs geneigt, so bald zu verdammen und von grober „Unwahrheit, Verleumdung, geflissentlichem Verdrehen der Wahrheit" u. dergl. zu sprechen; aber sehr grobe Nachlässigkeiten wollen wir dem Herrn Reverenden Nachweisen. Was von den jüdischen Trödlern in der Chathamstreet zu halten, habe ich bereits in einem Berichte m Jahre 1854 in dieser Zeitung gesagt, und spricht wohl das: „Selbst bei denen, die in Chathamstreet wohnen" — für den nicht von Leidenschaft Hingerissenen deutlich genug aus; dennoch behauptet Herr Reverend Mayer: „das sind die Juden, die der Verfasser als Muster hinstellt!" und will, „da dies die einzige günstige Stelle im ganzen Buche ist" — auf eine Verwandtschaft des Verfassers mit den Juden in der Chatamstrect schließen. Natürlich, daß bei solchen Prämissen, ein solcher Schluß herauskommen muß. Nein, Herr Reverend! der Verfasser der „Deutsch- Amerikanischen Skizzen" hat weder mit einer Heirath in „eine ächte, altportugiesische Familie zu prahlen, noch sich der Verwandten in der Chatamstrect zu schämen!" Daß ich aber noch im Jahre 1855 in der Chatamstrect die Läden der jüdischen Trödler ani Sabbath geschlossen gesehen, ist mindestens eben so währ, wie das von Herrn Reverend Mayer mitgcthcilte Factum.

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