Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 26 (22.6.1857)
- Date
- 1857-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Nr. 26. der Allgemeinen Zeitung des Judenthums Uothgedrungene Entgegnung. rsanW nnn -o*i» •oi 0*6ta •»ist Psalm 120, 7. Herrn Mayer aus Charleston, S. C., Reverend einer altportugiesischen Gemeinde, die in ihrer Reform — nach dem Zeugnisse des besagten Reverenden — so weit vorgeschritten, daß sie anerkanntermaßen durch Intelligenz, Bildung u. s. w. als erste Gemeinde Amerikas dasteht; — hat es beliebt, seinem Bericht in Nr. 22 der „Z. d. Jud." zum Schlüsse — wie er es nennt — eine kleine Kritik der „Deutsch-Amerikanischen Skizzen" hinzuzufügen. Eine Kritik, oder auch mehrere, habe ich nicht blos erwartet, sondern erbeten; aber eine im wahren Sinne des Wortes: eine Prüfung, Entgegnung, Belehrung. So heißt es Seite 88 der „Deutsch-Amerikanischen Skizzen": „Manches hier Vorgebrachte mag vielleicht „nicht gar so schlimm, mag vielleicht durch schiefe An- „schauung des Mittheilers unrichtig aufgefaßt sein, „und wird sich keiner mehr wie Derselbe darüber „freuen, wenn ihm recht starke Jrrthümer nachgewiesen „werden." — Wie weit aber die sogenannte kleine Kritik des Reverenden Mayer davon entfernt ist, soll hier gleich und Demselben manch' starker Jrrthum — so will ich aufs Schonendste die Widersprüche des Herrn Reverenden bezeichnen, da mir Redensarten, wie: grobe Unwahrheit, die Leute glauben zu machen sucht, gemeine Verleumdung, Gemeinheit u. a. fremd sind — nachgewiesen werden. Gleich beim Beginn scheint dem Reverenden meine Anonymität anstößig, und doch steht es Seite 38, sogar mit durchschossenen Lettern: „So stehe ich zu „jeder Zeit bereit, meinen Namen u. s. w. „anzugeben. Nur aus Rücksicht und Scho- „nung für Andere ist es einstweilen unter- „blieben." Freilich glaubte ich damit nur nach andren Seiten hin meine Anonymität rechtfertigen zu müssen; den Glaubensgenossen gegenüber hatte ich schon vor langen Jahren sowohl in der „Z.d.Jud.", wie auch im „Orient" ebenfalls bei Controversen mit einem deutschen und einem russischen Rabbiner (daher das Motto oben) die noch heute geltende Erklärung abgegeben: „Aus „Grundsatz unterschreibe ich nie meinen Namen unter „meine Arbeiten. Keineswegs aber aus Scheu vor „der Oeffentlichkeit, — die Redaction kann auf Be- „fragen immer meinen Namen nennen — sondern um „mein Urtheil ganz unbefangen und von mir jede Eilel- „keit und Rechthaberei, namentlich die eines gekränkten „Schriftstellers, fern zu halten." Der Verfasser der „Deutsch-Amerikanischen Skizzen" ward also nicht durch die Federkraft der Autoreneitelkeit: seinen Namen oder seine Schrift gedruckt zu sehen, zur Herausgabe einer solchen bewogen; — auch nicht des Honorars wegen geschieht es; — dies kann der Herr Redacteur dieser Zeitung bezeugen*), — wohl §ber, wo es ihm Zeiterforderniß erscheint und wo nicht Würdigere und Befähigtere das Wort ergreifen.!ms bmian wvv« ■)■>«» oipuv So waren es auch nur die Vorkommnisse in der jüngsten Zeit in Amerika: Synode u. s. w., die dem *) Wir bezeugen gern, daß der Verfasser der „Deutsch- Amerikanischen Skizzen" das vom Institut empfangene Honorar zu wohlthätigen Zwecken verwandt hat. Redact.