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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-06-15 · Heft 25 (15.6.1857) · p. Seite 340

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 25 (15.6.1857)
Date
1857-06-15
Page
Seite 340 (sequence 10)
Language
German
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340 neuen Tempel ist also unbedingt erforderlich; der eine für den lftcn, 2ten und 3ten, der andere für den 7ten > und 8ten Bezirk. Daö Circnlair sagt unter Anderem: „Hinsichtlich des Letzteren, nämlich für den 7ten und! 8ten Bezirk, freuen wir uns, Ihnen sagen zu können, , daß wir allen Grund haben zu hoffen, daß die Stadlbehörde, deren wohlwollende Gesinnung uns niemals gefehlt hat, der Gemeinde den nöthigen Grund und Boden zum Bau dieses Tempels geben wird. Ungeachtet dieser schätzenswerthen Unterstützung, die wir Seitens der Stadt erwarten, wird noch eine Summe von 1,500,000 Frcs. (400,000 Thlr.) zum Bau dieser beiden Tempel, die zu gleicher Zeit errichtet werden sollen, erforderlich sein. — Eine religiös-juridische Frage, für die Algierschen Israeliten von großem Jntereffe, und seit einigen Jahren besonders zu Constantine sehr vielfach verhandelt, soll jetzt vom Appelhof zu Algier erledigt werden. Es handelt sich darum, zu wissen, ob eine Heirath von Israeliten nur vor Rabbinen geschlossen und ohne voraufgegangene Civilacte, welche nach dem französischen Gesetze erforderlich ist, Rechtsgültigkeit besitzt. Das Tribunal von Constantine hat dies nicht angenommen. Ein Israelit in Constantine, seit sieben Jahren in einer solchen Ehe, wollte eine neue Verbindung eingehen, diesmal aber vor dem französischen Civilstaatsbeamlen. Das Tribunal hatte die Opposition der verlassenen Ehefrau zurückgewiesen, weil eS angab, daß dies Gesetz von 1845 über den israelitischen CultuS in Algier die Berechtigungen des Rabbiners auf die Grenzen des rein Religiösen beschränkte und daß es folglich der ersten Verbindung, die allein vor einem Rabbiner geschlossen, nicht die Kraft des bürgerlichen RechtS zugestehen könne. Der Gerichlöhof von Algier hat im Gegemheil entschieden, daß der Civilsternd der Algierschen Inden fortdauernd nach den Vorschriften der früheren Organisation bestehe und daß es dem Maire von Constantine untersagt sei, zu einer zweiten Verheirat.)»ng des gedachten Mannes zu schreiten. Diese Entscheidung hat nicht allein für die Eingeborenen, sondern auch für die fremden Israeliten große Bedeutung, welche auS Ländern kommen, in denen die Civilehe nicht besteht. — Am 14. Mai wurde zu Air (Depart. Rhonemundung) ein neuer Erzbischof installirt, und eS fand dabei der charakteristische Umstand statt, daß ein Israelit, Herr Gustave BetarrideS, Präsident der ersten Kammer des kaiserlichen Gerichtshofes an der Spitze der Deputation, den Erzbischof zu bewillkommnen hatte. Die Rede desselben war sehr angemessen, indem der Redner darauf hinwies, daß Religion und Gerechtigkeitspflege eine Quelle haben, nämlich Gott. — Die israelitische Kunst- und Gewerbeschule zu Straßburg hat ihren Jahresbericht für 1856 veröffentlicht. Ihre Einnahmen beliefen sich auf 16,712 FrcS., ihre Ausgaben auf 16,555 Frcs. — In Paris hat sich auch eine Gesellschaft zu gegenseitiger Unterstützung gebildet, welche nur aus polnischen Juden besteht. A rr z e i g e tt* Am 22. v. M. erlitt die hiesige Gemeinde durch den Tod ihres Lehrers und Predigers, Herrn Z. G. GanH, einen schwer zu ersetzenden Verlust. — Nachdem er kaum 8 Monate hier gewirkt, und auch während dieser Zeit durch Krankheit behindert ward, sich seinem Wirkungskreis, seinem Willen und Fähigkeiten angemessen zu widmen, müssen wir doch zu unserem Bedauern den göttlichen Rathschluß anerkennen bDNn Nb nsnn yym ,,vom Baume seiner Erkenntnis sollet ihr nicht essen, die Früchte seines Geistes nicht ge* niesten!"— Die Verdienste des Verstorbenen sind in den Kreisen, in denen er früher gewirkt, gekannt, und gewiß auch anerkannt worden, und dort wird man es zu würdigen wissen, wenn wir sagen, daß er sich auch in der kurzen Zeit seines hiesigen Wirkens ein ewiges Denkmal in unsere Herzen gesetzt. Friede seiner Asche! Tirschtiegel, Prov. Posen, im Juni 1857. S. Fabian. S. Falkenhetm. n w 2 Restauration nnd Gastwirtschaft von 8. Hirschel, Dresden 9 Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Es ist sofort in der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde die Stelle eines Vorsänger- und Schächter-Substituts mit einem Jahresgehalte von Fl. 200. nebst freier Kost und Logis durch ein unverheirathetes Subject zu besetzen, und werden musikalisch gebildeten Bewerbern bei der Fähigkeit zur Leitung eines Chors Nebeneinkünfte in Aussicht gestellt und bevorzugt. Bewerber um diese Stelle wollen ihre Zeugnisse in Portofreien Briefen baldmöglichst einsenden an den Vorstand -er israelitischen Gemeinde Ichenhausen (in Aayern).

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