Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 25 (15.6.1857)
- Date
- 1857-06-15
- Page
- Seite 339 (sequence 9)
- Language
- German
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339 ger Aufmunterung von seiner Seite bedürfte, um einen großen Theil der alten portugiesischen Gemeinde zur Bildung einer zweiten zu veranlassen, da „die Despotie -er Stockportugiesen unerträglich geworden." —. In meinem jüngsten Berichte vergaß ich, als ich über hierländische, jüdische Literatur sprach, zu erwähnen, daß von Di-. I. Mayer, Rabbiner in Rochester, im Staate New-Uork, eine „praktische hebräische Grammatik" im Laufe des Jahres 1856 erschienen. Mir selbst ist das Buch noch nicht zu Gesicht gekommen; ein verehrter College, den ich letzten Sommer im Norden traf, und der das Buch geprüft, versicherte mir, indem er Beispiele aus demselben anführte, daß es unter aller Kritik wäre. — Dr. Lilienthal kündigt in der letzten Nummer des ikrselite an, daß er ein deutsches Werk über „das ganze Gebiet der Tradition" vom resormatorischen Standpunkte in Deutschland nächstens zu veröffentlichen gedenke. Die Veröffentlichung geschehe zunächst in Deutschland, um dortige Gelehrte zur Widerlegung seiner Gründe aufzufordern, worauf er sowohl sein Buch, als auch die Widerlegungen in englischer Sprache dahier herausgeben werde. — Außer einem etwas derben hebräischen Briefe des Herrn Dr. Jllowy an Dr. Lilienthah in welchem er ihn sogar des Meineides anklagt, ist in der Controverse zwischen Herrn Dr. Lilienthal und Herrn Leeser seit meinem letzten Berichte nichts geschehen. Daß Dr. Lilienthal auf einen solchen Brief nicht geantwortet, gereicht ihm nur zur Ehre. Ich will den ersten Paragraphen des Briefes hierher setzen: man» ns nnsvBn m nn bs D“itaa la^wirr im nra bs •wbi 'n "asb 'n man rirnb nasn nds bs> p'iso «12 p'fca ©"© ■’»:« “jmn y'ia rr “jbNam nrns tn * “pn rmab anb ■'S a^n bs ^a:? 'n n'N' p "o rwiaiöb ma^n p-> “pipa a^n nini mjisn -as bs m bs sbi Tn trnabi br«n *p»b ^b rrn1’ rrtn ‘-isan ms«b mna Tw in ■p»i ainsn bsa n»an «T5 ^NN rrtn isv nN nsbiam Heißt das nicht mit Kolben dreinschlagen?! So viel ist gewiß, eS ist eine leichte Art, sich eines Gegners zu entledigen, oder entledigen lassen, da Herr Dr. Jllowy hier sowohl für sich, als Herrn Leeser und die ganze orthodoxe Partei gegen Herrn Dr. Lilienthal auftritt. Dr. Lilienthal wird weiter nicht antworten, bis man auf seine früheren Briefe mit wissenschaftlichen Gründen antwortet. Aber, — ich kann diese heidnische Bemerkung nicht unterdrücken, — zeigt sich da nicht wieder die Nemesis?! Hat man im vorigen Jahre nicht die Reformer in derselben Weise von Cincinnati aus behandelt? — —. Eine Curiosität will ich Ihnen hier mittheilen, die ich jedem meiner früheren Berichte an die Allg. Zeit. d. Jud. anzufügen gedachte. Unter den Mitgliedern meiner Gemeinde befindet sich auch ein Neger. Derselbe behauptet, von Madagaskar zu kommen, — er ist über 70 Jahre alt — scheint aber, als er noch sehr jung war, mit seinen jüdischen Herren, die ausgestorben, von der Berberey gekommen zu sein. Er ist ein pensionirter Zeitungsträger, und kann ick ihm das Zeugniß geben, daß er zu den andächtigsten Synagogenbesuchem gehört. Während sowohl im Süden, als auch im freien Norden die Schwarzen und Farbigen in allen öffentlichen Plätzen, Kirchen, Theatern u. s. w. getrennte Plätze einnehmen, sitzt unser Uncle Billy im Schiffe des Tempels unter seinen weißen Religionsgenossen. — Nur eine Sorge hat er, wie er mir öfters sagte, nämlich die, daß er, wenn er heimgegangen, durch Versehen nicht auf dem jüdischen Gottesacker begraben werden könnte! So der Herr mich ihn überleben läßt, soll er, so weit es in meiner Macht steht, unter seinen Glaubensgenossen, statt unter den Sclaven oder freien Farbigen ruhen! Wie weit er in dieser Besorgniß geht, ist daraus zu ersehen, daß er allenthalben in der Stadl den Christen es zu wissen that, daß er Jude sei, und unter seinen Glaubensgenossen begraben sein möchte.-Dr. Mayer. Frankreich. Paris, im Juni. (Nach den Arch. isr. de Fr.) DaS Konsistorium des Seine-Departements und eine von ihm ernannte Commission haben so eben an die Pariser Israeliten ein Circulair gerichtet, in welchem man darthut, daß, da die Jsraelitengemeinde zu Paris in wenigen Jahren in so bedeutendem Maße sich vergrößert habe, daß sich ihre Zahl heute auf mehr denn 22,000 Seelen beläuft, zwei neue Tempel nothwendig geworden sind, um den religiösen Bedürfnissen der Gemeinde zu genügen, die nur einen in der Straße Notre- Dame de Nazareth, der nur tausend Personen faßt und einen andern in der Straße Lamartine mit 300 Stellen besitzt, so daß mehr als 4000 Familien thatsächlich des gottesdienstlichen Cultus entbehren. Der Bau der zwei 25