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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-06-15 · Heft 25 (15.6.1857) · p. Seite 334

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 25 (15.6.1857)
Date
1857-06-15
Page
Seite 334 (sequence 4)
Language
German
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334 von des edlen Lords Mangel an „Literatur!" Hat doch das neue Testament selbst den Stifter der „Neuen Preußischen Zeitung", den Herrn Assessor Wagener, in so fern zum alten (zwar nicht dem Geiste, aber doch dem Buchstaben nach) zurückgeführt, daß nunmehr die Rückkehr der Juden nach Palästina bei der bevorstehenden Erscheinung des Messias „für Christen die zweite, für Juden die erste (Wagener: das Judenthum und der Staat. Berlin 1857, Vorwort) außer allem Zweifel ist, und daher keine „Emancipation in dem jetzt gangbaren Sinne" gewährt werden kann, ohne der heiligen Lehre der alten Judenchristen und des modernen Irving entgegenzutreten, welche zwar von der katbolischen Kirche seit dem 4. Jahrhundert für häretisch erklärt und von der schottischen Generalsynode (welche Irving deshalb ausstieß) 1833, eben so wie von der großen Mehrheit der protestantischen Kirchenlehrer verworfen wird, aber darum nicht minder jetzt die Grundlage der politischen Gesetzgebung des christlichen Staats bilden muß! Wie wird der edle Lord und mit ihm die City und die Municipalität der Hauptstadt des „unchristlichen" England von der Kreuzzeitung geschimpft und beschämt werden! Zu ferner Entschuldigung mag indeß dienen, daß er, der sonst für England wenigstens conservative Grundsätze hat, durch den Umgang mit dem ehemaligen preußischen Gesandten, dem Doctor der Theologie, Christian Carl Jostas Bunsen, verdorben worden sein mag. Denn dieser Mann, der sonst wohl für einen frommen Christen galt, ist jetzt so tief gefallen, daß man seinen Lehren voller Gewissensfreiheit gegenüber „nachgerade dahin kommt, Respect zu haben vor einem ehrlichen Kantianismus, ja vor einem ehrlichen Voltairianismus" (Stahl wiver Bunsen. Berlin 1856. S. 59.). Daß aber schlechte Gesellschast gute Sitten verdirbt, ist männiglich bekannt. Literarischer Wochenbericht. Hannover, im Mai. Massorethische Studien. Vor einigen Tagen erhielten wir den diesmaligen Jahresbericht über die unter der Leitung des Herrn vr. Samuelsohn stehende Religionsunterrichts-Anstalt der Synagogengemeinde zu Breslau, in welchem Herr Ascher, Lehrer an jener Anstalt, ein Specimen einer neuen mit Erklärungen und Verbesserungen versehenen Edition der Massora veröffentlichte. Wir würden auf dieses wenig umfangreiche Specimen, welches außer dem kurzen Vorworte nur etwas mehr als ein Blättchen umfaßt, wie viel stch auch darüber sagen läßt, hier nicht näher eingegangen sein, wenn uns nicht der Verfasser in demselben zugleich seine Absicht, recht bald die Massora neu zu ediren, zu erkennen gegeben hätte und es uns nicht nach der uns vorliegenden Probe im Interesse der Wissenschaft als eine Pflicht erschiene, Herrn Ascher, der übrigens, wie uns mitgetheilt wird, in Breslau für einen Kenner der Massora gilt, vor Uebereilung in der Ausführung seines Planes zu warnen und ihn dringend zu bitten, sich zuvor in dem schwierigen Gebiete, mit dessen Bearbeitung er sich eben beschäftigt, noch mehr umzusehen und sich zugleich jene mikrologische Genauigkeit anzueignen, die bei massorethischen Studien wie sonst nirgends unerläßlich ist. Wenn wir uns aber bewogen fühlen, dies öffentlich auszusprechen, so leitet uns hierbei einzig und allein der Wunsch, so weit es an uns ist, zu verhüten, daß bei der geringen Pflege, welche die genannten Studien zur Zeit noch finden, nicht durch eine ungenügende und mangelhafte neue Edition der Massora die Veröffentlichung einer längst als Bedürfniß erkannten, aber nur von kunviger Hand ausführbaren gründlichen Bearbeitung der Massora auf lange Zeit fast unmöglich gemacht würde. Gehen wir nun nach diesen Bemerkungen auf daS uns vorliegende Specimen näher ein, so bemerken wir, ohne mit dem Verfasser darüber zu rechten, warum er gerade die veröffentlichten drei Fragmente ausgewählt hat, vie weder durch eine besondere Schwierigkeit, noch durch sonstige Eigenthümlichkeiten sich auszeichnen, daß das über die Leistungen der Massora im Allgemeinen Gesagte zu eng begrenzt erscheint und daß die Massora gerade keine „Regel für die leichtere Einsicht in die Technik des Bibelausdrucks" geben will, wenn sie nix mit oder ba mat bemerkt, sondern daß eine solche Bemerkung einfach eine in lexikalischer Hinsicht wichtige Hinweisung auf die verschiedene Construction des Verbs mas enthält. Auch mochten wir Herrn Ascher ersuchen, uns die Frankfurter Bibelausgabe, deren Massoratert er bei seinen Verbesserungen zu Grunde legt, näher zu beschreiben, da weder uns noch unseren hiesigen Freunden eine solche Ausgabe bekannt ist und wir daher bei Herrn Ascher einen Jrrthum vermuthen. Uns zu den Einzelheiten wendend, folgen wir einer Mittheilung, die unser lieber, in der Massora wohl bewunderter Freund, Herr vr. Frensdorff Hierselbst, uns in Betreff derselben zu machen die Güte hatte. Ohne auf die verschiedenen Arten der Massorabemerkungen einzugehen, sagt Herr Ascher, die ma88ora magna mache auch auf

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