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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-06-01 · Heft 23 (1.6.1857) · p. Seite 313

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 23 (1.6.1857)
Date
1857-06-01
Page
Seite 313 (sequence 11)
Language
German
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313 war auch die des Herrn Wilhelm Frei, uns Erzählungen für die Jugend zu liefern; unsere Kleinen sind eö ja, die von Seiten unserer jüdischen Schriftsteller am allerwenigsten bedacht werden — da wandert denn so manches schöne Stück Geld in den Buchhändlerladen für sogenannte Jugendschriften, die unsere Väter und Mütter ihren Kleinen spenden, für Schriften, die für Alle, nur nicht für die jüdische Jugend geschrieben sind, und aus denen nicht immer der Geist der reinen Menschenliebe unsere Jugend anwchet. — Da liegt eben das im verflossenen Jahre in der sonst wackern Verlagsbuchhandlung von Hallberger in Stuttgart erschienene „Jugendalbum" in reicher, splendider Ausstattung vor uns, wir blättern darin, ehe wir es unfern Kleinen in die Hände geben, und finden den als gewandten Erzähler bekannten O. W. v. Horn, wie er in einem „der Schatz im Klosterkeller" betitelten Märchen eine Verachtung der „jüdischen Race" zur Schau trägt, die wahrlich am allerwenigsten geeignet sein dürste, wohlthätig auf das kindliche Gemüth zu wirken; wahrlich, dieses Märchen allein schon muß durch den gehässigen, trivialen Ton, in dem es geschrieben ist, dem Buche den Eingang in jedes gebildete, vorurtheilSfreie christliche Haus verwehren; was sollen nun aber erst unsere jüdischen Kleinen mit diesen Bescheerungen anfangen? haben wir so wenig Erzählertalente unter uns, daß wir den Pastor zu Bacharach am Rhein, Herrn Horn und Consorten, für unsere Jugend müssen schreiben lassen? oder ist es die vornehme Gleichgültigkeit, mit der man bisher nur allzu oft dem spccifisch jüdischen Geistesproducte aus dem Wege ging, die unsere jüdischen Federn von dem schönen Vorhaben, für unsere Jugend zu schreiben, abhielt? — fast wären wir zur Annahme des letzteren Grundes geneigt. — Möge der durch Ihre Schriften, Herr Redacteur, angeregte Geist bald alle Gemüther unserer Väter und Mütter zum Besten unserer Kleinen durchdringen und sie erleuchten — möge die geistige Thätigkeit unserer Schriftsteller sich auch dem schönen Zwecke der Veredlung unserer Jugend zuwenden und möge sie durch eine rege Theilnahme von Seiten unserer jüdischen Familien belohnt werden. Dr. Ehrentheil, Rabb. Frankreich. Paris, im Mai. (Nach dem lloirsrs israelite.) Das israelitische Wohlthätigkeitscomitc von Paris hat seinen Jahresbericht für 1856 veröffentlicht. Seine Einnahmen und Ausgaben balanciren sich in 131,606 Frcs. (35,660 Thlr.). Das Nähere hierüber im „jüdischen Volksblatt". Anzeigen. 1 üi 3 Restauration und Gastwirtschaft von 8. Hirschel, Dresden» Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. An der hiesigen Israel. Elementarschule ist die mit einem jährlichen etatsmäßigen Gehalte von 120 Thlrn. nebst freier Wohnung und Heizung verbundene Stelle eines dritten Lehrers sofort oder spätestens zum 1. August d. I. zu besetzen. Derselbe soll auch an der hebräischen Schule Mitwirken, wofür ihm ein jährliches Einkommen von circa 100 Thlrn. in Aussicht gestellt wird. Außerdem können ihm noch anderweite Nebeneinnahmen zustießen, namentlich wenn derselbe einige Musikkenntniß besitzt. Tüchtige, pädagogisch gebildete Lehrer, welche insbesondere gründliche Kenntniß des Hebräischen besitzen, wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Prüfungszeugnisse bei dem Unterzeichneten Vorstande melden. Schwersenz, im April 1857. Per Schulvorstand M. Badt. M. Lipfchitz. Es ist sofort in der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde die Stelle eines Vorsänger- und Schächter-Substituts mit einem Jahresgehalte von Fl. 200. nebst freier Kost und Logis durch ein unverheirathetes Subject zu besetzen, und werden musikalisch gebildeten Bewerbern bei der Fähigkeit zur Leitung eines Chors Nebeneinkünste in Aussicht gestellt und bevorzugt. Bewerber um diese Stelle wollen ihre Zeugnisse in portofreien Briefen baldmöglichst einsenden an den Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Ichenhausen (in Iayern). Die Unterzeichnete Gemeinde beabsichtigt einen tüchtigen N'npi L2NW, baldigst zu engagiren. Es wird demselben ein jährlich strikter Gehalt von 350 Rthlrn., abgesehen von allen Nebenrevenüen, die nicht unbedeutend sind, zugesichert. Ratibor, im Mai 1857. Wer Vorstand. 23**

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