Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 23 (1.6.1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- Seite 308 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Alzey 1× ep/1044014
- Oran 1× ep/1048048
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308 in Charleston lebenslänglich mit erhöhtem Gehalt in ihren Aemtern von den resp. Gemeinden bestätigt worden. — Der hiesige Prediger, Herr Di-. Lewysohn erhielt vor Kurzem von der deutschen Gemeinde in San Francisco die Einladung zur Uebernahme des geistlichen Amtes; der Gehalt ist auf 3000 Dollars und die Emolumente auf 1000 Dollars stritt; das Nähere hierüber bleibe einem spätem Referate aufbewahrt. — Aus den „Archives isr." ersieht man, daß ein von Dr. Stein in Danzig unter dem Titel: DaS Judenthum verglichen mit dem Christenthum, verfaßtes Werk, von der Behörde saisirt wurde. Dasselbe Blatt theilt in seiner jüngsten Nummer eine polizeiliche Verwarnung mit, welche eS in Folge eines Artikels über das Consistorium von Oran erhalten hat. Aus Rheinhessen, 21. Mai. (Privatmitth.) Die Mittheilung in No. 20. aus Darmstadt vom 28sten April der Allg. Ztg. d. Jud. bedarf einiger Erläuterung, die ich mir im Interesse der Wahrheit anmit zu geben erlaube. — Wenn auch die Gegner des Herrn Dr. Auerbach aus Darmstadt jahrelang bei der Negierung um dessen Entsetzung petitionirten, so ist dies doch nur der ostensible Grund seiner Entsetzung, und hätte keineswegs hingereicht. Der wahre ist eine jahrelange Untersuchung, in die derselbe verwickelt war, und die, wenn auch nur sein Privatleben berührend, doch zu vwn hibn wohl Veranlassung bieten konnte, »dem sie an einem orthodoxen Rabbinen leider eine Handlungsweise zu rügen hatte, die man uns Juden so gern zum Vorwurf macht. — Wir wollen uns den Satz wohl vor Augen halten; doch können wir nicht umhin zu behaupten, daß man den Gegnern der Fortschrittspartei wohl keine größere Freude hätte machen können, als wenn einer der anerkannten Rabbinen der Reformpartei in gleicher Lage wäre; man hätte dann die Religions- und Sittenlosigkeit dieser Partei zugleich brandmarken können, so verkehrt der Schluß von Einem auf daS Ganze ist. Wir können nicht umhin, hier zu registriren: daß Herrn Dr. Auerbachs Abgang ein Glück für die Israeliten des GroßherzogthumS Hessen ist, indem der größte Theil der Schuld, daß Lehrer- und Schulverhältnisse, daß überhaupt alle religiösen Institute so im Argen liegen, wohl an ihm ist, da die Regierung früher guten Willen gezeigt, und nur durch ihn das Bessere selbst in den bestehenden Gesetzen nicht zur Wahrheit wurde, daß wir demzufolge große Hoffnungen auf die Besetzung des Darmstädter Rabbinats durch einen tüchtigen aufgeklärten Rabbinen setzen, da dies das einflußreichste Rabbinat in unserm Lande und zugleich eie nes der größten und einträglichsten Süddeutschlaudö ist. Wie wir hören, ist Prediger Herr De. Lewisohn aus Worms nach Leipzig designirt. — DaS Rabbinat Alzey ist immer noch unbesetzt, was wohl der Schwierigkeit, für Herrn Dr. Adler einen nur einigermaßen passenden Nachfolger zu finden, beizumessen ist. Doch müssen wir hier bemerken, daß für einen Rabbinen, der im Geiste Adlers zu wirken vermag, wohl nirgends eine ruhigere und angenehmere Stellung zu finden ist, indem die Gemeinde sich wie Ein Mann um ihren Führer schaart, und reich an intellectuellen Kräften ist. Freilich — Herr Dr. Adler ist wohl nicht leicht zu ersetzen, das müßte die Gemeinde wissen, um ihre Ansprüche nicht zu hoch zu stellen. — So sind im Augenblick im Großherzogthum Hessen drei Rabbinate vacant. — Als Curiosum muß ich beifügen, daß auf polizeilichem Wege den Rabbinen und Cantoren im Großherzogthum das Tragen von Chorröcken verboten worden sein soll. Kl. in O. Preußen. Jülich, 15. Mai. (Privatmitth.) Bei der am 7. April d. I. stattgehabtcn Stadtrathswahl für die Stadt Jülich, wurde auch ein Mitglied der hiesigen israelitischen Gemcinde, Herr G. Mayer, Lederfabrikant hiersclbst, durch Stimmenmajorität zu diesem Ehrenamte ernannt und am 12. d. M. laut Verfügung der Hochl. König!. Negierung zu Aachen bestätigt. Es ist dieses ein sicherer Beweis von der liberalen Gesinnung unsrer theuren Mitbürger. Möchte man doch überall diesem Beispiele nachzuahmen streben, und unfern Glaubensgenossen diejenige Achtung erweisen, welche ihnen mit Recht gebührt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Nachvd (Böhmen), im April. (Privatmitth.) Das fortwährende Gedeihen des hier seit wenigen Jahren bestehenden „Israelitischen Vereins zur Unterstützung unbemittelter Gewerbsleute ohne Unterschied der Confession durch unverzinsliche Darlehen", über welchen schon öfter diese Blätter berichtet, veranlaßt mich wieder, das Gebahren desselben so wie seinen Vermögens-